Vom BER-Desaster gelernt

Von dem kleinen Blumenladen, der jahrzehntelang neben dem Hauptportal zum Neuen Luisenstädtischen Friedhof an der Hermannstraße stand, sind nur noch Trümmer übrig. Der Eingang zum 1865 angelegten Friedhof ist verschlossen, „auf unbestimmte Zeit“, wie auf einem Aushang mitgeteilt wird, der ebenfalls über den Grund informiert: längerfristige Baumaß-nahmen auf dem nicht befestigten Parkplatz sowie dem Gelände. So lange kann das Areal nur noch über den benachbarten Friedhof erreicht werden. Danach aber stünden „der Eingang und die neue Verwaltung wieder zur Verfügung“, lässt der Friedhofsverband wissen.

„Schulzeit in Neukölln 1968-2018“: Museum Neukölln sucht Erinnerungsstücke für seine kommende Ausstellung

Erinnerungsstücke sind ein Kernbestandteil der Arbeit des Museums Neukölln. In der Ausstellung „Die Magie des Lesens“ präsentierte Museumsleiter Dr. Udo Gößwald (l.) zuletzt die Lieblingsbücher von 24 Menschen aus dem Bezirk, unter ihnen beispiels-weise die Neuköllnerin Christa Emde (r.).

Jetzt sucht das Museum auf dem Gutshof Britz für seine kommende Ausstellung „Schulzeit in Neukölln 1968 – 2018“ wieder besondere Erinnerungsstücke. Sammlungsleiterin Julia Dilger erklärt: „Die neue Ausstellung des Museums Neukölln wird sich im nächsten Jahr mit den letzten 50 Jahren der Neuköllner Schulgeschichte beschäftigen. Dafür sind wir auf der Weiterlesen

Mitarbeit erwünscht: Lenkungsgruppe bisher ohne Gewerbetreibende aus der Karl-Marx-Straße

„Ich habe Angst, dass Neukölln zu erfolgreich wird. Wir starten zu sehr durch.“ Mit dieser überraschenden Aussage appellierte Willi Laumann vom Berliner Mieterverein am vergangenen Dienstagabend beim 20. Treffen der [Aktion! Karl-Marx-Straße] an alle Bewohner und Geschäftsleute im Sanierungsgebiet Sonnenallee/Karl-Marx-Straße, sich sehr viel stärker als bisher in die Politik einzumischen. Laumann kandidierte neben sechs anderen Personen für die A!KMS-Lenkungsgruppe, die am Ende der Veranstal-tung per Akklamation bestätigt wurde.

Schwerpunktmäßig ging es bei der turnusmäßigen Sitzung der [Aktion! Karl-Marx-Straße], die im KinderKünsteZentrum in der Ganghofer-straße stattfand, allerdings um die Bedeutung von Netzwerken Weiterlesen

Premiere des Dokumentarfilms „Überleben in Neukölln“

„Überleben in Neukölln“ heißt der neueste Film des Regisseurs Rosa von Praunheim, der am vergangenen Donnerstag im Kino Moviemento auf der Kreuzberger Seite des Kottbusser Damms uraufgeführt wurde.

Dass Praunheim um die politische Wirkung von Filmtiteln weiß, zeigte er mit seinem Spielfilm „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“, der Anfang der 1970er Jahre den Weg für die politische LGBTI-Bewegung ebnen half, die heute für ein selbstbestimmtes Leben von Lesben, Schwulen (englisch: Gays), Bisexuellen, Trans-Menschen und Intersexuellen eintritt. Diesmal Weiterlesen

Perspektiven für die Zukunft von Neuköllner Jugendlichen

Individuelle Unterstützung für junge Menschen mit schwierigen Ausgangsbedingun-gen am Übergang von der Schule zum Beruf verspricht das Programm Jugend stärken im Quartier (JUSTiQ), an dem das Jugendamt Neukölln beteiligt ist. Gefördert wird es vom Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ), dem Bundesministe-rium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktor-sicherheit (BMUB) sowie dem Europäischen Sozialfonds. Am vergangenen Mittwoch eröffnete Jugendstadtrat Falko Liecke die Ausstellung gemeinsam mit einer Vertreterin des BMFSFJ. Kernstücke der Präsentation sind die Mikroprojekte der Jahre 2016 und 2017, in denen Jugendliche ihre Weiterlesen

1. BuchBerlin Kids macht neugierig auf die 4. BuchBerlin an diesem Wochenende

Bereits zum vierten Mal treffen sich heute und morgen im Estrel Convention Center an der Sonnenallee in Neukölln kleine Verlage und Selfpublisher bei der BuchBerlin, die inzwischen zu einem wichtigen Treffpunkt der unabhängigen Verlags-Szene gewor-den ist. In diesem Jahr sind rund 300 Verlage aus dem gesamten deutschsprachigen Raum auf der Buchmesse vertreten, die mit dieser Teilnehmerzahl zwar mit einem deutlichen Abstand, aber nichtsdestotrotz inzwischen die Drittgrößte nach Weiterlesen

Neuköllner Handlungskonzept gegen Jugendkriminalität im Praxistest

Prävention und Intervention bei Kinder- und Jugend-kriminalität haben in Neukölln seit langem einen hohen Stellenwert. Im März 2016 berief Jugendstadtrat Falko Liecke (r.), dem u. a. die bezirkliche Jugend-gerichtshilfe untersteht, eine Pressekonferenz ein, an der der damalige Innensenator Frank Henkel und Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey teilnah-men, um das neue Neuköllner Handlungskonzept für den Umgang mit „kiezorientierten Mehrfachtätern“ vorzustellen, das das Bezirksamt Neukölln zuvor einhellig beschlossen hatte.

Das damals vorgestellte Neuköllner Handlungskon-zept wird jetzt in der Praxis umgesetzt. Zur Vorstellung der Weiterlesen

„Jetzt ist auch Kreativität gefragt“: Neuköllns Bundestagsabgeordneter plädiert für neue Lösungen

Nach dem für ihre Partei enttäuschenden Bundestagswahlergebnis suchten die Abgeordneten der SPD-Bundestagsfraktion in der vergangenen Woche das persönliche Gespräch mit den Bürgerinnen und Bürgern in ihren Wahlkreisen. „Wofür soll sich die SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag einsetzen und wie gewinnt sie wieder stärkeres Vertrauen bei den Menschen?“, sollten die Abgeordneten in der Aktions-woche „Fraktion im Dialog“ erfragen.

Auch der Neuköllner Bundestagsabgeordnete Dr. Fritz Felgentreu, der seinen Wahlkreis erfolgreich verteidigen konnte, ging an zwei Tagen von Weiterlesen

Dieses Jahr in Berlin: Möllner Rede im Exil erinnert an die Opfer

Zum 25. Jahrestag der Möllner Brandanschläge wurde am vergangenen Sonntag die Möllner Rede im Exil mit Unterstützung der Initiative zur Aufklärung des Mordes an Burak Bektas im Berliner Hebbel Theater gehalten, um an die Opfer zu erinnern. Auf der Veranstaltung sprachen Faruk Arslan sowie sein Sohn Ibrahim, der ebenfalls Überlebender des Brandanschlags war, bei dem seine Schwester, seine Cousine und seine Großmutter ums Leben kamen.

Am 23. November 1992 setzten zwei Neonazis in Mölln das Haus der Familie Arslan in Brand. Bei dem Anschlag wurden die 10-jährige Yeliz Arslan, die 14-jährige Ayse Yilmaz und die 51-jährige Bahide Weiterlesen

„Die in Deutschland am weitesten verbreitete Form der Diskriminierung ist die Abwertung von Langzeitarbeitslosen“

In Deutschland entscheide vor allem die soziale Herkunft, über welche Zugänge zu Bildung und zu kulturellen und materiellen Ressourcen ein Kind verfügt, erklärt die Bundeskoordination Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage einleitend zu ihrem neuesten Themenheft „Klassismus – Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft“. In den vergangenen Jahren seien große Anstrengungen unternommen worden, um die Gesellschaft für unterschiedliche Formen der Diskriminierung zu sensibilisieren. „Während inzwischen viele Maßnahmen gegen Rassismus oder Homophobie ergriffen werden, wird der Klassismus, so der Fachbegriff für die Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft, nach wie vor stiefmütterlich behandelt“, beklagt die Weiterlesen

Bunter Benefiz-Kleinkunstabend zugunsten der Flüchtlingsarbeit in St. Christophorus

„Das war ein schöner Abend!“, verabschiedeten sich zwei Zuschauerinnen letzten Freitag am Ende des diesjährigen Kleinkunstabends der Katholischen Kirchen-gemeinde St. Christophorus. Alle Jahre wieder richtet das „Forum Asyl mit St. Christophorus“ den Benefiz-Kleinkunstabend zugunsten der Flüchtlings- und Kirchenasyltätigkeit aus. Kirchenasyl gewährt die Gemeinde am Reuterplatz in begründeten Einzelfällen als „Ultima Ratio“ seit über 20 Jahren.

Die Benefizveranstaltung im verwinkelten Gemeinde-raum, der direkt unter der Kirche liegt, ist fast ebenso alt und längst eine Institution. Die Stimmung ist stets gut, das vor der Aufführung angebotene  Weiterlesen

Zukunftsinvestition für Neuköllns ältestes Gymnasium mit großer reformpädagogischer Tradition

Rund 8 Millionen Euro wurden in die Komplett-Sanierung des Ernst-Abbe-Gymnasiums investiert, das damit eines der wichtigsten Projekte im Sanierungs-gebiet Karl-Marx-Straße/Sonnenallee ist.

Am vergangenen Freitag-vormittag fand zum Ab-schluss der sechsjähri-gen Sanierungsarbeiten ein großer Festakt in Neuköllns ältestem Gymnasium statt, das 1899 im damaligen Rixdorf als höhere Lehranstalt für Knaben gegründet wurde und 1902 den Namen Kaiser-Friedrich-Realgymnasium erhielt. Katrin Lompscher (o.), Senatorin für Stadtentwicklung Weiterlesen

Die Karl-Marx-Straße auf dem Weg zur erfolgreichen Einkaufsstraße – und zwischen Anspruch und Wirklichkeit

„Unsere Ära geht zu Ende“, steht in roten Buchstaben auf einem Plakat vor der Hohenzollern-Apotheke am U-Bahnhof Karl-Marx-Straße: „Am 30. November müssen wir unsere Apotheke nach 117 Jahren leider schließen“, informiert die Apothekerin Dr. Sabine Göhr-Rosenthal ihre Kunden und dankt für die Treue sowie das erwiesene Vertrauen. Schräg gegenüber bzw. direkt neben der Apotheke lagen einst die traditionsreichen Neuköllner Geschäfte Koffer Panneck und die Bickhardt‘sche Buchhandlung. Beide schlossen Ende der 1990er Jahre ihre Türen für immer.

Der Name der Apotheke verweist auf den ersten Standort, an dem sie am 20. Oktober 1900 gegründet wurde. Es war am Hohenzollernplatz 1, dem Weiterlesen

Bald auch ein Stolperstein für den Apotheker Adolf Mockrauer in Britz?

Kurz vor dem 79. Jahrestag der Reichspogromnacht wurden mehr als ein Dutzend Stolpersteine in Neukölln gestohlen. Die Taten lösten viel Entsetzen, Unverständnis und Empörung, aber auch eine breite Welle der Solidarität und Spendenbereitschaft aus. Allein die Anwohner*inneninitiative Hufeisern gegen Rechts meldete, dass seit dem 7. November innerhalb von 5 Tagen 1.245 Euro Spendengelder bei ihr für den Ersatz der in Britz entwendeten Stolpersteine eingegangen seien.

„Die Wiederverlegung ist damit gesichert“, teilte die Initiative gestern mit. „Hinzu kommen weitere 110 Euro, die mit der Bitte an uns verbunden sind, einen Stolperstein für den jüdischen Apotheker Adolf Mockrauer in die Wege zu leiten.“ Vor dessen Weiterlesen

Anfrage in der Neuköllner BVV: Drohen dem JobCenter Neukölln bald mehr Widersprüche und Klagen?

Diese Frage hat die Fraktion der Linken in Neukölln auf die Tagesordnung der Bezirksverordnetenversammlung am kommenden Mittwoch gebracht. Hintergrund der Befürchtung: Seit dem 23. Oktober 2017 bescheinigt das Jobcenter des Bezirks die Abgabe von Unterlagen nicht mehr schriftlich. Diese Regelung gilt auch in sensiblen Fällen, wenn z. B. eine Hartz 4-Bedarfsgemeinschaft unter Androhung von Sanktionen oder der Einstellung von Zahlungen mit Fristsetzung zur Abgabe von Unterlagen aufgefordert wird.

„Auf meine Nachfrage bei einer Mitarbeiterin der Geschäftsführung des JobCenters Neukölln wurde mir das Ende der bisherigen Praxis und die Weiterlesen

„Der Raub der Stolpersteine hat deutlich gemacht, wie aktuell der Gedenktag an die Pogromnacht vom 9. November 1938 ist“

„Diese Tat ist an Dummheit, Geschichtsvergessenheit und Menschenverachtung kaum zu überbieten“, verurteilte Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey den Diebstahl von über einem Dutzend Stolpersteinen in der Nacht von Sonntag zu Montag in Neukölln. Die Bürgermeisterin sprach am Donnerstagabend vor der ehemaligen Albrecht-Dürer-Apotheke in der Britzer Buschkrugallee 179 bei einer Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Reichspogromnacht.

In der Nacht zum 10. November 1938 zerschlugen Neuköllner Nationalsozialisten die Schaufensterschei-ben sowie die Einrichtung des Geschäftes und verprügelten den jüdischen Apotheker Adolf Mockrauer. Ein Terror-Überfall unter unzähligen, der veranschaulicht wie – beginnend mit der Weiterlesen

Pünktlich zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution: Neukölln reflektiert seine kommunistische und linksradikale Vergangenheit

„Neukölln ist ein perfektes Laboratorium für die Beschäftigung mit der Geschichte des Kommunismus“, erläuterte Katharina Hochmuth, Projektkoordinatorin der Stiftung Aufarbeitung, zur Eröffnung der Ausstellung „Der Kommunismus in seinem Zeitalter“, für die am Dienstagnachmittag – exakt der 100. Jahrestag der Oktoberrevolution vom 7. November 1917 – im Obergeschoss der Neuköllner Stadtbibliothek nur ein kleiner Besucherkreis zusammengekommen war. Die Ausstellung, die auf beide Etagen der Helene-Nathan-Bibliothek verteilt ist, will den Aufstieg und Niedergang der kommunistischen Bewegung umfassend beschreiben und so zu einem tieferen Verständnis der DDR-Diktatur beitragen. Sie Weiterlesen

Kündigung zum Jahresende: Verliert die Weiße Siedlung zwei wichtige soziale Einrichtungen?

„Wir bitten um eine Verlängerung der Mietzeit!“, steht in großen Buchstaben auf einem Plakat, das ein Dutzend älterer Frauen und Männer des Nachbarschaftstreff Sonnen-blick Neukölln in die Kamera halten. Dienstag-nachmittag trugen die Seniorinnen und Senioren aus der Einrichtung in der Weißen Siedlung am Dammweg zusammen mit den Jugendlichen aus dem benachbarten Jugendtreffpunkt Sunshine Inn ihren Protest auf die Straße. Anlass der eilig organisierten Kundgebung: Sowohl der Sonnen-blick als auch das Sunshine Inn müssen unerwartet bis zum Jahresende aus ihren Räumen raus, denn der Eigentümer, die Brandenburg Properties 10 S.a.r.l., hat die Mietverträge mit Weiterlesen

Britzer Stolpersteine ausgegraben und gestohlen

Zahlreiche Stolpersteine, die in Neukölln an Opfer des Nationalsozialismus erinnern, wurden in der Nacht zu Montag aus dem Pflaster gebrochen und gestohlen. Ein Passant meldete Montagvormittag bei der Polizei den Diebstahl zweier Stolpersteine, die in der Steinbockstraße zur Erinnerung an Lucie und Arthur Hecht verlegt wurden.

Nachmittags teilte die Anwohner*inneninitiative Hufeisern gegen Rechts in einer Presserklärung mit, dass in der Nacht vom 5. zum 6. November alle sieben in der Hufeisensiedlung verlegten Stolpersteine entwendet wurden. Auch ein Gedenkstein, der erst am 9. September zur Erinnerung an Wienand Kaasch in der Parchimer Allee 94 Weiterlesen

Einziges Jugendfreizeitheim im Süden Neuköllns nach Vollsanierung wieder eröffnet

„Alles Gute für den Neustart!“, Tanja Schleef-Ruppert (l.), Erzieherin und Leiterin des Kinderclubhauses Zwicke, hörte ebenso wie ihre Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer am vergangenen Mittwoch-nachmitag viele gute Wünsche und Lob zur Wiedereröffnung ihres Hauses am äußersten Ende des Zwickauer Damms, kurz vor der Landesgrenze zu Brandenburg.

„Es ist wunderschön geworden“, bekannte Jugendstadtrat Falko Liecke (M.). „Wir haben es wirklich gut rausge-putzt“, sagte Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey (r.). Zur Weiterlesen