Ganz im Zeichen des Reformators Martin Luther: evangelischer Gottesdienst für Menschen mit und ohne Demenz

Zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, richtet die evangelische Martin-Luther-King Kirche in der Gropiusstadt einen Gottes-dienst speziell für Menschen mit dementieller Erkrankung und ihre Angehörigen aus. Am vergangenen Freitag-nachmittag stand der Theologe Martin Luther ganz im Mittelpunkt. Kein Wunder, denn die evangelische Kirche begeht gerade das Reformationsjahr, und das Reformationsfest am morgigen Dienstag ist in diesem Jahr ausnahmsweise auch in Berlin ein gesetzlicher Feiertag.

Am 31. Oktober 1517 schlug Martin Luther seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche in Wittenberg (Sachsen-Anhalt). Vor allem bestritt er die herrschende Ansicht, dass eine Erlösung von der Sünde durch einen Ablass in Form einer Geldzahlung möglich sei.

„Wir überlegen uns immer etwas Anschauliches, mit dem wir die Besucher des Gottesdienstes ansprechen können“, erläutert Pfarrer Andreas Schiel (l.), wie engagierte Gemeindemitglieder, Mitarbeiter der Diakoniestation Britz, Buckow, Rudow sowie der Diakonie Haltestelle zusammen mit ihm den Gottesdienst vorbereiten. Diesmal erhalten alle Gottesdienstbesucher einen bunten Anhänger mit dem Bild einer Rose, das Luther einst als Siegel verwendete „Die sogenannte Luther-Rose ist Merkzeichen seiner Theologie“, erklärt Pfarrer Schiel.

Ganz wichtig ist auch die Musik, die Jörg Becker (r.) beim Gottesdienst diesmal zusammen mit Antonia Batilla spielt“, erläutert der Pfarrer weiter. Der Kirchenmusiker Becker ist teils in der benachbarten Blumhardt-Gemeinde und teils beim Diakoniewerk Simeon beschäftigt. „Ich mache in verschiedenen Senioren-Einrichtungen des Diakoniewerkes Simeon seit sieben Jahren regelmäßig Musik. Auf Wunsch in Kleinst- und Singegruppen“, berichtet Becker. Er kennt den Musikgeschmack und die Gefühlswelt der Senioren deshalb sehr genau. An diesem Nachmittag spielt Becker neben den Kirchenliedern „Eine feste Burg ist unser Gott“ und „Vom Himmel hoch, da komm ich her“, für die Luther die Texte schrieb, auch den populären Schlager „Tulpen aus Amsterdam“.

Nach dem Gottesdienst gab es im Gemeindesaal einen gemütlichen Ausklang bei Kaffee und Kuchen.

Rund 4.800 Frauen und Männer ab 65 Jahren, so schätzt die Neuköllner Gesundheitsverwaltung, sind im Bezirk von Demenz betroffen. Um die Erkrankten sowie ihre Familien und Freunde besser zu unterstützen, rief Gesundheitsstadtrat Falko Liecke kürzlich eine eine Demenz-Initiative mit ins Leben. Die Haltestelle Diakonie ist eine von fünf Einrichtungen, die mit dem Vivantes Klinikum Neukölln kooperieren.

Das Bezirksamt Neukölln lädt gemeinsam mit zahlreichen Kooperations-partnern am 15. November von 14 bis 17 Uhr zur Veranstaltung „Aus dem Zurück in die Zukunft – Menschen mit Demenz im Wandel der Generationen“. Veranstaltungsort ist das Bürgerzentrum Neukölln , Werbellinstr. 42, 12053 Berlin; Anmeldung und Information: 030 / 6897700

=Christian Kölling=