„Bei uns brauchen Sie keinen Opern-Führerschein!“: Kooperation von Neuköllner Oper und Stadtbibliothek gegen Berührungsängste

Als ein Unikum der pulsierenden Berliner Kulturszene hat sich die Neuköllner Oper mit ihrem Spielort im Zentrum des einstigen Arbeiterbezirkes in den letzten 40 Jahre tatsächlich weltweit einen Namen gemacht – zumindest in musikinteressierten Kreisen. Am vergangenen Donnerstagabend ließ Andreas Altenhof (r.), Mitglied des dreiköpfigen Direkto-riums der Neuköllner Oper, im Mehrzweckraum der Helene-Nathan-Bibliothek die wichtigsten Stationen dieser Erfolgsgeschichte Revue passieren. „Bei uns brauchen Sie keinen Opern-Führerschein“, brachte Altenhof den Anspruch der Neuköllner Oper auf eine anschauliche Formel. Bernhard Glocksin, künstlerischer Leiter des etwas anderen Opernhauses, war ebenfalls anwesend, und Christopher Crsto Ciraulo (l.) zeigte in seiner Rolle des MacHeath einen Ausschnitt aus der aktuellen Aufführung „La BETTLEROPERa“ von Moritz Eggert und John Gay, die die Musik und die Songtexte schrieben.

Kulturstadtrat Jan-Christopher Rämer war ebenso gekommen wie der Fotograf Sinisa Wagners dessen beeindruckende Opernaufnahme gerade in der oberen Etage der Stadtbibliothek ausgestellt werden. „Es ist eine charmante Idee, in unserer Hauptbibliothek einen Appetithappen aus der laufenden Neuköllner Opernproduktion serviert zu bekommen. Ich wünsche mir, dass das neue Veranstaltungsformat auf fruchtbaren Boden stößt“, sagte Rämer, der die Bettleropera bereits als Premierengast gesehen hatte. Die Aufführung zeigt „The Beggar`s Opera“ als internationales KörperMusikTheater. Zehn deutsche und italienische Darsteller-Tänzer-Sänger und die Musiker des Freiraum Syndikats treffen in dieser Neuinszenierung aufeinander und präsentieren eine zeitlose Geschichte von Oben und Unten, Liebe und Verrat, Geld und Trieb im neuen Gewand.

=Christian Kölling=