Blumen pflanzen gegen Nazis in der Hufeisensiedlung

„Küßt die Faschisten, wo ihr sie trefft“, schrieb 1931 der Publizist Kurt Tucholsky in seinem Gedicht „Rosen auf den Weg gestreut“. Vielleicht ganz in diesem Sinne hat Sebastian H. aus der Britzer Hufeisensied-lung, Mitte September an der Ecke Fritz-Reuter-/Parchimer Allee ein kleines Blumenbeet gegen Nazis angelegt. Weil sein Schild „Pflanzen gegen Nazis“ immer wieder zerstört wurde, schrieb er ans FACETTEN-Magazin und an die Berliner Woche. „Ich lasse mich nicht einschüchtern: Am Anfang waren die Pflanzen raus-gerissen, jetzt ist der sehr stabile Plastikaufsteller zerstört worden“, teilte der Britzer unserer Redaktion kürzlich via Facebook mit.

Gestern, am Donnerstag-nachmittag, standen zwar die Blumen, aber das Schild war weg. Vor seiner Aktion half Sebastian H. bei der Pflege des Beets am Gedenkstein für Erich Mühsam mit, das zwei Ecke weiter kurz hinter der Kreuzung Dörchläuchtingstraße Ecke Parchimer Allee auf der linken Straßenseite steht. Mühsam, der eine Zeit lang in der Hufeisensiedlung wohnte, war 1934 im KZ Oranienburg nördlich von Berlin ermordet worden.

Am 9. November lädt die Anwohnerinitiative Hufeisern gegen Rechts um 17 Uhr zu einem Gedenken an die Reichspogromnacht 1938 ein. Die Veranstaltung, die unter dem Motto: „Der 9. November mahnt: Nie wieder Rassismus! Nie wieder religiös oder politisch motivierte Gewalt!“ steht, findet vor der ehemaligen Albrecht-Dürer-Apotheke (Buschkrugallee 179) statt.

=Christian Kölling=

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