Dr. Fritz Felgentreu wieder als „Neuköllner in Berlin“ im Bundestag

Mit einem stahlgrauen Tourenrad kurvte Dr. Fritz Felgentreu, Neuköllner SPD-Bundestagsabgeord-neter, gebürtig 1968 in Kiel und seit der Wende in Neukölln politisch beheimatet, in den letzten Wochen durch seinen Bundestagswahlkreis Nummer 82. Vergangenen Freitag – zwei Tage vor der Wahl – sah ich ihn mit einem roten Damenrad auf dem Harzer Kiezfest in Neukölln. „Das ist das Fahrrad meiner Frau. Mein Rad hat vorne eine Acht“, erklärte Felgentreu. Der persönliche Einsatz hat sich für den alten und neuen SPD Bundestagsabgeordneten offensichtlich gelohnt. Mit 26,8 Prozent der Erststimmen zog er wieder in Deutschlands politische Schaltzentrale, den Deutschen Bundestag, ein. Ein Ort der früher „Bonn“ und heute kurz „Berlin“ genannt wird. Seine Konkurrentin Christina Schwarzer (l.) von der CDU kam dagegen mit 24,4 Prozent nur auf den undankbaren 2 Platz. Auch ihr Platz 6 auf der CDU-Landesliste reichte nicht für einen Sitz im Parlament.

Überraschend gut schnitt die bisher kaum öffentlich bekannte Die Linke-Kandidatin Judith Benda (2. v. l.) ab. Mit 16,6 Prozent der Erststimmen kam die gebürtige Neuköllnerin mit Wohnsitz im Reuterkiez, die heute für die Linke in Brüssel arbeitet, auf Platz 3. Die Grüne-Kandidatin und Landesparlamentarierin Dr. Susanna Kahlefeld (r.) erreichte mit 11,0 Prozent der Stimmen den Platz 4, noch vor dem Diplom-Politologen Frank Hansel (AfD), auf den 10,7 Prozent der Erststimmen entfielen.

CDU (22,3 %) und SPD (19,5 %) verloren – auch in Neukölln – bei den Zweitstimmen massiv. Die Linke (18,3 %), aber auch AfD (11,1 %) und FDP (7,7 %) konnten zum Teil erhebliche Zuwächse verzeichnen, während die Grünen (13,1 %) nahezu unverändert blieben. Bei den ganz kleinen Parteien, die die 5 Prozent-Hürde klar verfehlten, schnitt die Satire-Partei „Die Partei“ mit 3.453 Wählerinnen und Wählern – oder 2,5 Prozent – vor der Tierschutzpartei (1,5 %) deutlich am Besten ab. Die Wahlbeteiligung in Neukölln lag mit 71 Prozent zwar 2,5 Prozentpunkte höher als 2013; insgesamt lag sie im ehemaligen Arbeiterbezirk aber 5,2 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt.

Alle Ergebnisse zum Nachlesen hier!

=Christian Kölling=

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