„Kazım, wie schaffen wir das?“: Biographie eines unermüdlichen Kulturmittlers aus Neukölln erschienen

Als Mensch, der beharrlich gegen Fremdheit, Sprachlosigkeit und Gewalt arbeitet und für ein friedliches Miteinander eintritt, ist der Neuköllner Kazım Erdoğan weit über die Grenzen Berlins bekannt geworden. 2012 erhielt er für seine Verdienste um das Zusammenleben in Deutschland das Bundesverdienstkreuz.

Im Ballhaus Naunynstraße wurde Mitte September die Biographie vorgestellt, die die Autorin und Reporterin Sonja Hartwig über Kazım Erdoğan geschrieben hat. Das Ergebnis ihrer Arbeit namens „Kazım, wie schaffen wir das?“ ist weit mehr als ein einfaches Portrait des Psychologen, Sozialarbeiters, Gründer der ersten Selbsthilfegruppe für türkische Männer und Vorsitzender des Vereins Aufbruch Neukölln. Hartwig leuchtet vielmehr das Feld aus, in dem Erdoğan tätig ist. So berichtet sie viel aus und über die Männergruppen, beschreibt die Widerstände, mit denen der Psychologe bei seinen deutschen Kollegen zu kämpfen hatte und dokumentiert Passagen aus einem Gespräch, das eine Männergruppe mit Thilo Sarrazin führte. Und: wer Kazım Erdoğan kennt, der weiß, dass auch ein Traum im Buch nicht fehlen darf.

Sonja Hartwig begleitet Erdoğan , den sie „einen guten Freund“ nennt, seit sechs Jahren. Um herauszufinden, was ihn bei seiner Arbeit antreibt, reiste sie mit ihm sogar nach Kayseri, das Dorf in dem er aufwuchs. „Reden wir miteinander, nur so können wir gegenseitige Ängste und Vorteile abbauen“, so lautet die sich wiederholende Botschaft seines Engagements. „Kazım, wie schaffen wir das?“ ist nicht nur die Biographie eines unermüdlichen und ungewöhnlichen Menschen, sondern auch ein lebendig und abwechslungsreich geschriebenes Buch: Lohnend zu lesen.

Am 25. September um 20 Uhr laden die Autorin Sonja Hartwig und Kazım Erdoğan zur Buchvorstellung in die Neuköllner Oper ein. Eintritt frei, Anmel-dung unter 030-6889 0713 oder stein[at]neukoellneroper.de

=Christian Kölling=

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