Neuer Glanz in der Alten Post: 50 Millionen Investition zur Revitalisierung der Immobilie im Zentrum Neuköllns

Rund 15 Jahre lang war das ausgedehnte Gelände des ehemaligen Neuköllner Hauptpostamtes zwischen Karl-Marx-Straße und Donaustraße wie ausgestorben. Damals hatte die Post das Grundstück verlassen und war in die Neukölln Arcaden gezogen. Nur sporadisch wurde die brachliegende Immobilien für Kunst- und Kulturveranstaltungen genutzt, wie beispielsweise in den Jahren 2008 und 2009, als die Alte Post zum temporären Kulturhaus wurde. Doch künftig soll in das Areal wieder Leben einziehen, indem Platz für Büros, Einzelhandel, Gastronomie sowie Wohnen geschaffen wird. Dafür investiert das Immobilienunternehmen Commodus, das das Grundstück im von Senat und Bezirk geförderten Sanierungsgebiet Karl-Marx-Straße vor knapp zwei Jahren kaufte, jetzt 50 Millionen Euro in den denkmalgerechten Umbau.

Donnerstagmittag waren vor Ort zu einer Presse-konferenz Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey, der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung Jochen Biedermann (l.) und Commodus-Geschäftsführer Jörg Möller sowie Dr. Matthias Mittermeier (2.v.r.), Managing Partner der Investmentgesellschaft, zusammen-gekommen. Ebenso nahm Daniel Grimm (r.), Development Manager Germany bei Regus und Mieter im Gebäude, am Pressetermin teil.

„Ich freue mich, dass nach 15 Jahren Leerstand bald wieder neues Leben an diesen historischen Ort zurückkehrt“, sagte Bezirksbürgermeisterin Giffey: „Dieses Projekt ist ein Meilenstein für die weitere Entwicklung der Karl-Marx-Straße und ein gutes Beispiel, was in Zusammenarbeit zwischen Bezirk und Unternehmen möglich ist.“ Besonders wichtig sei für den Bezirk, dass das Young Arts Neukölln und die Jugendkunstschule Neukölln weiterhin Mieter in der Alten Post an der Donaustraße bleiben könnten. „Fast 2.000 Kinder nehmen jedes Jahr an den Kursen und Angeboten teil. Für solche Orte muss es auch im Szene-Kiez weiterhin Platz geben“, forderte Giffey. Jochen Biedermann, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, wies daraufhin, dass der Investor sich nicht nur verpflichtet habe, viele Auflagen des Denkmalschutzes einzuhalten. Sein Projekt bringe zudem neues Leben in die Karl-Marx-Straße: „Die Alte Post bleibt nicht nur als markantes Baudenkmal im Herzen Neuköllns erhalten. Mit der künftigen Mischnutzung aus Gewerbe und Gastronomie wird eine der wichtigen Schlüsselimmobilien im Sinne der Sanierungsziele wiederbelebt und setzt ein wichtiges Zeichen für die weitere Entwicklung des Neuköllner Zentrums“, sagte Biedermann.

„Die Baugenehmigung gebe ich nicht mehr aus der Hand“, erklärte Geschäftsführer Möller (r.) zufrieden: „Das Gesamt-projekt ‚Alte Post Neukölln‘ ist in seiner Kombination aus Sanierung und Umnutzung eines denkmalgeschützten Altbaus, dem geplanten Neubau im Hof sowie der Aufstockung eines Bestandsgebäudes einzigartig und von extrem hoher Anforderung an die Projektentwicklung, den Bau und die Vermietung. Das alte Postamt wird nicht sein Gesicht verlieren – die historische Fassade bleibt erhalten“, sicherte er zu. Bereits jetzt, zum Beginn der Sanierung, habe man mit der Firma Regus, dem weltweit größten Anbieter flexibler Bürolösungen, einen Mieter finden können, der langfristig über 4.600 Quadratmeter Bürofläche anmieten werde und ein neues Bürokonzept in Berlin einführen wolle, das bisher aus London oder auch Amsterdam bekannt sei.

Auf einem anschließenden Rundgang, der bis hinauf in die frühere Kantine der Post führte, erläuterte Möller die drei Teile des Gesamtprojektes. Als erstes werde das Bestandsgebäude in der Karl-Marx-Straße, das ehemalige Hauptpostamt, mit einer Gesamtmietfläche von fast 9.000 Quadratmetern umfassend saniert, umgebaut und anschließend einer Mischnutzung zugeführt. Auf circa 5.900 Quadratmetern entstehen moderne, ansprechende Büroflächen. Auf der verbleibenden Fläche ist eine Nutzung durch Einzelhandel und Gastronomie vorgesehen. Auf der Dachterrasse an der Ecke Anzengruberstraße könnten vielleicht schon 2019 die Sonnenschirme eines Gastronomiebetriebes stehen, stellte Möller in Aussicht.

Das zweite Bestandsgebäude in der Donaustraße 42, das ehemalige Telegrafenamt im Hof, soll in einem späteren Bauabschnitt um zwei Wohnetagen mit hochwertigen Maisonette-Wohnungen aufgestockt werden. Als drittes Bauteil ist im Innenbereich des Grundstücks ein Neubau geplant, der auf knapp 5.000 Quadratmetern Wohnraum für Studenten, Young Professionals und Familien bieten werde. Das architektonisch hochwertige, moderne und innovative Wohngebäude soll im derzeit als Parkplatz genutzten Innenhof zwischen der ehemaligen Post und dem früheren Fernsprechamt gebaut werden. „Es wird keine Eigentumswohnungen geben. Wir bieten sowohl Micro-Appartments für Studenten und andere an, wie auch große Wohnungen für gehobene Ansprüche“, kündigte Möller an, ohne auf weitere Details konkret einzugehen.

=Christian Kölling=