Vor und wieder zurück: Selbstversuch im SEV im Neuköllner Süden

Weil die Berliner Verkehrsbetriebe bis einschließlich 17. September 2017 die Tunneldecke zwischen den U-Bahnhöfen Grenzallee und Britz Süd sanieren, ist auf dem Streckenabschnitt seit Montagmorgen der U-Bahnverkehr unterbrochen. Eine sechsmonatige Vollsperrung des U-Bahnhofs Parchimer Allee, die ursprünglich direkt anschließend ab dem 18. September geplant war, um die Station mit einem Fahrstuhl barrierefrei auszubauen, ist erfreulicher-weise hinfällig.

„Die BVG hat ihre Planungen für den Einbau eines Aufzugs am Bahnhof Parchimer Allee optimiert“, teilte das Verkehrsunternehmen am 31. August in einer Pressemeldung mit der Überschrift „Kein Grund an die Decke zu gehen“ mit. Trotz der beengten Platzverhältnisse werden nun in der gesamten Bauphase bis April 2018 die Züge in Richtung in Richtung Rathaus Spandau am Bahnhof halten, sodass die Station auch während des barrierefreien Ausbaus erreichbar bleibt. Die BVG erklärt: „Fahrgäste aus Richtung Spandau mit dem Ziel Parchimer Allee können bis zum Bahnhof Britz-Süd fahren und von dort eine Station zurück. Fahrgäste, die vom Bahnhof Parchimer Allee in Richtung Rudow unterwegs sind, fahren bis Blaschkoallee und von dort zurück.“

„Viele Neuköllnerinnen und Neuköllner haben sich bei mir wegen der angekündigten Vollsperrung des U-Bahnhofs Parchimer Allee gemeldet. Ich habe mich direkt an die BVG gewendet, die nun die Sperrung zurückgenommen hat“, teilte der Bundestagsabgeordnete Dr. Fritz Felgentreu (SPD) auf seiner Facebookseite mit. Dazu veröffentlichte er den Screenshot einer Mail, in der die BVG die Rücknahme ihrer Vollsperrungspläne mitteilte. Felgentreus Fazit: „Einsatz lohnt sich.“

Auch bei der CDU Alt-Britz gingen zahlreiche Anfragen zur Vollsperrung ein: “Nach Kontaktaufnahme durch unsere Bundestagsabgeordnete Christina Schwarzer und unseren Ortsvorsitzenden Christopher Förster konnte die BVG jetzt eine gute Lösung finden“, meldete die Parteigliederung via Facebook.

Über Twitter ließ schließlich der Landesparlamentarier Georg Kössler (Grüne) seine Follower wissen, dass er sich neulich über die Vollsperrung des Bahnhofes Parchimer Allee bei der BVG beschwert habe. „Heute BVG-PM: Umbau doch im Betrieb!“ twitterte er und verwies auf seine Webseite, auf der technische Details zum Bahnhofsumbau zu erfahren sind.

Und wie funktioniert der Ersatzverkehr zwischen Grenzallee und Britz-Süd, wo seit Montag barrierefreie Busse zum Einsatz kommen? Ich bin Dienstagnachmittag zwischen 16 und 17 Uhr auf der Strecke gewesen. Der Fahrgastandrang war groß. Die Fahrzeit des Busses ist selbstverständlich sehr viel länger als die der U-Bahn. Es waren aber ausreichend Busse eingesetzt, und wer einen Augenblick warten konnte, bekam einen Sitzplatz und ausreichend Stellfläche für Kinderwagen, Rollstuhl oder sperriges Gepäck. Da der U-Bahnhof Grenzallee noch keinen Aufzug hat, fahren die Ersatzbusse in Richtung Rathaus Spandau für eine barrierefreie Anbindung weiter bis zur Haltestelle Lahnstraße am U-/S-Bahnhof Neukölln.

Die Sperrung der U7 ist nun auch in der Bezirks-verordnetenversammlung zur Sprache gekommen. “Ist die derzeitige Baumaßnahme auf der U-Bahnlinie 7 inklusive der Teilstreckensperrung zwischen Grenzallee und Britz-Süd eine von der BVG wohlkalkulierte und terminpräzise geplante Maßnahme zu Ferienende und Schulbeginn?“, fragte der SPD-Bezirksverordnete Jürgen Koglin gestern in einer mündlichen Anfrage (Drs. 0292/XX). Oder hätte die Planung auf die großen Ferien vorgezogen bzw. auf die Herbstferien verschoben werden können?

=Christian Kölling=

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