Ende der Neuköllner Flüchtlingsunterkunft im ehemaligen C&A-Haus absehbar?

Die Erleichterung war groß, als kurz vor Weihnachten 2015 der Malteser-Hilfsdienst mit einfachen Mitteln eine Notunterkunft für Flüchtlinge im ehemaligen C&A-Haus an der Karl-Marx-Straße einrichten konnte: Der mehr-stöckige Bau war eine günstige Alternative zur damals gängigen Unterbringung in Turnhallen und der einstige Konsumtempel in Sichtweite des Rathaus Neukölln erschien grundsätzlich für eine mehrjährige Nutzung geeignet. Jetzt ist das Ende der Notunterkunft im Gespräch, wie Staatssekretär Daniel Tietze von der Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales kürzlich auf eine Schriftliche Anfrage der Neuköllner Abgeordneten Dr. Susanna Kahlefeld (Grüne) antwortete: „Ein voraussichtlicher Schließungstermin ist für Ende Oktober diesen Jahres angedacht. Für die Bewohnerinnen und Bewohner wird eine Unterbringung in Sozialraumnähe angestrebt. Eine finale Entscheidung gibt es hierzu noch nicht.“

Vor allem Bettwanzen machen der Flüchtlingsnotunterkunft seit Mitte letzten Jahres zu schaffen. „In den Monaten Juni bis Dezember 2016 wurden insgesamt 17 Bekämpfungsmaßnahmen durch eine beauftragte Firma vorgenommen. Von Januar bis April dieses Jahres wurden bisher sechs Bekämpfungsmaßnahmen doku-mentiert“, teilte Staatssekretär Tietze der Abgeordneten Kahlefeld (M.) mit. „Es ist zu konstatieren, dass der Befall drastisch zurückgegangen ist“, resümierte der Staatssekretär und fügte eine lange Liste von Maßnahmen an, die bis zum vorgesehenen Einbau einer Hitzeschleuse im August reichen.

Augenblicklich sei im Sozialbereich nur eine Sozialarbeiterin in Vollzeit in der Unterkunft angestellt, davor seien drei Vollzeitmitarbeiter beschäftigt gewesen. „Grund für die Reduzierung ist die niedrige Bewohneranzahl aufgrund des Belegungsstopps, welcher durch den Bettwanzenbefall veranlasst wurde“, erklärte Tietze.

=Christian Kölling=