Lob, aber auch Kritik für den umgestalteten Weichselplatz

„In Rixdorf is‘ Musike“, spielte der Leierkasten-mann Freitagnachmittag zum Auftakt der Eröffnung des Weichselplatzes im sogenannten Drei-ländereck zwischen Neukölln, Treptow-Köpenick, und Friedrichshain-Kreuzberg. Quer über den Platz, der als gesetzlich geschützte Grünan-lage ausgewiesen ist, war in Höhe Fuldastraße ein weißes Band gespannt: Als Höhepunkt der kleinen Eröffnungsfeier durchschnitten es Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey und Stadtentwicklungsstadtrat Jochen Biedermann gemeinsam mit leitenden Mitarbeitern des Straßen- und Grünflächenamtes.

Knapp eine Million Euro kostete die Sanierung des Platzes unweit der Lohmühlenbrücke, zu dem u. a. ein weitläufiger Kinderspielplatz, der ehemalige Rosen-garten, viele Sitzgelegen-heiten sowie drei Tisch-tennisplatten gehören. Bezirksbürgermeisterin Giffey war zufrieden mit den Ergebnisse und sagte: “Hier ist ein Rückzugsort entstanden, der für die Bewohnerinnen und Bewohner im Kiez ein Lieblingsort werden kann, mit mehr Aufent-haltsqualität und mehr Verkehrssicherheit. Ich wünsche mir, dass die Anlage lange in einem sauberen und gepflegten Zustand bleibt.” Giffey versprach zudem, dass entlang des Neuköllner Schiffahrtskanals die Sanierung des Weges bis zum Wildenbruchplatz folgen werde.

Auch Bezirksstadtrat Biedermann, der für die Quartiersförderung zuständig ist, freute sich, dass die Freizeitangebote der Grünanlage so schnell angenommen und gut genutzt würden: „Gerade der dicht bebaute Neuköllner Norden braucht dringend Inseln der Erholung und Entspannung. Wie richtig die Planungen waren, zeigt sich auch daran, dass sich der neu gestaltete Platz am Weigandufer direkt nach dem Abbau der Baustellengitter zum sportlichen Treffpunkt entwickelt hat.” Es sei keine Selbstverständlichkeit, dass die Bezirke Treptow-Köpenick auf dem Gelände an der Schmet-terlingswiese und Neukölln bei der Ufergestaltung am Weichselplatz eng zusammen gearbeitet haben. Anja Kofbinger, Grünen-Wahlkreisabgeordneten aus dem Berliner Landesparlament, kommentierte ebenfalls positiv: “Ja, ich bin zufrieden, weil der Park endlich saniert wurde.“ Der dunkle Weg am Kanal, auf dem sich nach starkem Regen stets große Pfützen gebildet hatten, sei breiter und übersichtlicher geworden. Auch die vielen Fahrrad-bügel im Eingangsbereich an der Weichselstraße lobte Kofbinger.

Es war allerdings auch Kritik einiger Anwohner zu hören: Lärm an den Tischtennisplatten, Müll auf den Straßen und im Park sowie vor allem rücksichtslose Radfahrer auf dem Weg am Kanal, nerven sie besonders. Jan-Michael Ihl vom Netzwerk Fahrradfreundliches Neukölln fragte Dr. Fritz Felgentreu, der gerade aus der Sitzung des Bundestags gekommen war und anschließend zur Eröffnung der 48 Stunden Neukölln weiter wollte, nach seinen Ideen, wie das ordnungswidrige Radeln am Weichselpatz unterbunden werden könne. Längst nicht allen sei bekannt, dass in Parkanlagen das Radfahren nicht gestattet ist, argumentierte Ihl. Er forderte deshalb, dass das sogenannte Tulpenschild um das Piktogramm „Radfahren verboten“ erweitert werden soll, damit auf das Radfahrverbot hingewiesen wird. Eine Entlastung der Uferpromenade trete schließlich ein, sobald das Weigandufer endlich als Fahrradstraße ausgeschildert werde.

=Christian Kölling=

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