Ehrung für einen Neuköllner Lebensretter

Ein Wohnungsfenster, aus dem dunkler Rauch quillt, dazu die Information, dass sich noch jemand im Haus befindet: Alain Rappsilber zögerte nicht lange, als er in der Urbanstraße, unweit seines Büros, am 9. Dezem-ber letzten Jahres zum Augen- und Ohrenzeugen wurde. Der Schornsteinfeger rannte ins Treppen-haus, kämpfte sich bis zu einer Bewusstlosen vor und wurde deren persönlicher Glücksbringer, weil er ihr das Leben rettete.
Zur Nachahmung sei eine solche Tat aber nicht empfohlen, mahnt er heute und gibt zu: „Ich selber hatte es auch anders eingeschätzt, da ich nicht wusste, dass die Frau vor ihrer brennenden Wohnung im Dachgeschoss war.“ Andere Mieter, die aus dem Haus kamen, hatten ihm gesagt, dass „dort noch jemand auf der Treppe ist“, was den in Neukölln wohnenden Chef der Firma Kiezkehrer vermuten ließ, die Dame wäre weiter unten, in der 1. oder 2. Etage.

Für sein selbstloses Eingreifen wurde Alain Rappsilber gestern im Neuköllner Rathaus die Rettungsmedaille des Landes Berlin verliehen. „Es ist dem Bezirk eine besondere Ehre, auf Bitten der Senatskanzlei die Verleihung der Medaille vor-nehmen zu dürfen“, teilte Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey mit. „Alain Rappsilber ist ein tolles Beispiel für Zivilcourage. Unsere Gesellschaft lebt durch solche Vorbilder.“

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