Neue Uferpromenade am Neuköllner Schiffahrtskanal mit einem Eröffnungsfest eingeweiht

Beim bundesweiten Tag der Städtebauförderung fanden allein in Neukölln am vergangenen Sonnabend sechs Veranstaltungen statt. „Die Berlinerinnen und Berliner können viele Projekte kennenlernen, mit denen unsere Stadt lebenswerter wird“, erklärte die Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, Katrin Lompscher (Die Linke), zum Aktionstag.

Eines dieser Projekte gab Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey (SPD) bereits mittags für die Öffentlichkeit frei: An der Sonnenbrücke, gegenüber vom Hotel Estrel, weihte sie mit Stadtrat Biedermann, Estrel-Direktor Thomas Brückner, und Dr. Armin Seitz, dem Vorsitzenden des Unternehmensnetzwerkes Neukölln Südring, einen 140 Meter langen und 2,5 Meter breiten Abschnitt der Uferpromenade am Neuköllner Schiffahrtskanal ein. Zur feierlichen Eröffnung, die auch Bezirksverordnetenvorsteher Lars Oeverdieck (l.) und Martin Hikel (r.), Vorsitzender der SPD-Fraktion in der Neuköllner BVV, besuchten, gab es auf der Event-Fläche des Hotels ein großes Bühnenprogramm, an dem Doppelgänger der Blues Brothers aus der Reihe Stars in Concert und Bands der Neuköllner Musikschule Paul Hindemithtreppenanlage sonnenbrücke nord, sonnenterrasse estrel hotel, neukölln mit ihrem Leiter Daniel Busch teil-nahmen.

In einer öffentlich-privaten Partnerschaft mit dem Hotel Estrel war 2010 eine große öffentliche Treppenanlage auf dem Grundstück des Estrel entstanden. An diese Anlage mit Springbrunnen und Sitzgelegenheiten auf der nördlichen Seite der Sonnenbrücke schloss bereits ein 60 Meter langes Stück der Uferpromenade an, das bis zum Biergarten des Estrels und der Anlegestelle für Fahrgastschiffe reicht. Diese Ufer-promenade wurde nun bis zur Altmetallumladestation der Firma Alba verlängert, wo sie im rechten Winkel zur Ziegrastraße hin abknickt.

So wie bei der Freitreppe übernimmt das Estrel als Grundstückseigentümer die Unterhaltung und Pflege der Anlage und gewährleistet die öffentliche Nutzung der jetzt insgesamt 230 Meter langen Uferpromenade. Der Schrottplatz behält seinen direkten Zugang zum Neuköllner Schiffahrtskanal. Der bisher unbefestigte und zugewucherte Gehweg auf der westlichen Seite der Ziegrastraße wurde bis zum Kiehlufer erneuert.

In zwei kleinen Pavillons gab es während des Eröffnungsfests Informationen des Bezirkes über die Ergebnisse des Programmes Stadtumbau Neukölln-Südring 2005 – 2016 sowie Ausbildungsplatz-angebote des Unternehmensnetzwerkes Neukölln Südring. „Die große Herausforderung für die nächsten Jahre besteht darin, die Zusammenarbeit zwischen und innerhalb der ‚Old Economy“ und den innovativen Start-ups und Jungunternehmen zu befördern und weiter zu intensivieren“, erklärte Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey in ihrem Vorwort zur Broschüre „Branchenvielfalt Neukölln – Der Wirtschaftsstandort und seine Unternehmen“. Bezirksstadtrat Biedermann hob in der Abschlussdokumentation „Stadtumbau Neukölln-Südring 2005-2016” hervor: “Seit 2005 wurden 17,3 Millionen Euro Fördermittel im Stadtumbaugebiet Neukölln-Südring investiert. Das hat sich sichtbar gelohnt: Das Gewerbegebiet ist heute wieder stark nachgefragt und wird als gute Adresse innerhalb des Bezirks und darüberhinaus wahrgenommen.“ Der Erfolg des Programmes sei auch maßgeblich von der Bereitschaft der ansässigen Unternehmen und der Bewohnerschaft geprägt, notwendige Veränderungen mitzutragen und mit Engagement mitzugestalten.

„Vor zwanzig Jahren erhielten wir noch 50 Bewer-bungen auf jeden Ausbildungsplatz. Heute bekommen wir überhaupt keine Bewerbungen mehr“, musste dagegen Armin Seitz, der nicht nur Vorstand des Unternehmensnetzwerkes, sondern auch Geschäftsführer der Moll Marzipan GmbH ist, in seinem Pavillon feststellen. Dabei umfasse das Neuköllner Ausbildungsplatzangebot ein ganz breites Spektrum, erläuterte Seitz. Gesucht würden Auszubildende mit Interesse an physikalischen und technischen Prozessen sowie handwerklichem Geschick und gutem MSA oder Abitur als Mechatroniker für Kältetechnik ebenso wie Azubis als Fachkraft für Möbel-, Küchen- und Umzugsservice, wofür ein Haupt-schulabschluss ausreiche.

Im Zuge der zukünftigen Erweiterung des Estrel Hotelkomplexes auf der Südseite der Sonnenallee ist dort eine ebenfalls öffentlich nutzbare Uferpromenade in Richtung Neuköllner Schleuse geplant.

Ein weiteres Projekt, den Blauen Bolzplatz in der Weißen Siedlung, eröffnete Senatorin Lompscher am Tag der Städtebauförderung zusammen mit dem Neuköllner Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Soziales Jochen Biedermann (Grüne). Das FACETTEN-Magazin berichtet darüber am Mittwoch.

=Christian Kölling=

 

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