Sonnenallee, Hindenburg, Drogenberatung, Stadtgrün, Schlaglöcher: Weites Feld Kommunalpolitik in Neukölln

„ارع الشمس soll die Sonnenallee wieder heißen“, fordert die Neuköllner AfD-Fraktion in einem ihrer Anträge zur heutigen öffentlichen Sitzung der Bezirksverordneten-versammlung, die um 17 Uhr im Rathaus Neukölln beginnt. Wörtlich heißt es im Antrag, der den Titel “Sonnenallee soll Sonnenallee bleiben!“ trägt: „Das Bezirksamt wird aufgefordert, seinen Einfluss dahingehend geltend zu machen, dass in amtlichen oder amtlich erscheinenden Veröffent-lichungen wie die Neuköllner Bezirksbroschüre des Apercu-Verlags ‚Neukölln – interessant, interkulturell und innovativ‘ die Bezeichnung ‚Sonnenallee‘ künftig nicht mehr mit ‘شارع العربي‘ sondern, wenn sie denn schon in sinngemäßer Übersetzung erfolgen soll, mit ‘شارع الشمس‘ wiedergegeben wird.“ Was dem AfD-Antrag trotz ausführlicher Begründung nicht zu entnehmen ist: „شارع العربي“ heißt ins Deutsche übersetzt „Arabische Straße“. Zum Glück gibt’s heute aber Google und das Internet. Dort ist auch ein Link auf ‘فى الجزء الأصغر من شارع الشمس‘ zu finden, was übersetzt „Am kürzeren Ende der Sonnenallee“ heißt und bekanntermaßen der Titel des Buches von Thomas Brussig ist.

Weitere Themen auf der Agenda der Bezirksverordneten sind – neben dem Tagesordnungspunkt „Die Bürgermeisterin hat das Wort“ – u. a. die Einrichtung eines Standortes für ein Drogenberatungs- und Konsummobil, mehrere Anträge zum Rad- und Fußverkehr in Neukölln, eine Große Anfrage zum Programm der Städtebauförderung „Zukunft Stadtgrün“, eine Anfrage zur Instandhaltung von Straßen und Gehwegen sowie Antrag der Linken, den Namen Hindenburg von der Berliner Ehrenbürgerliste zu streichen.

=Christian Kölling=

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