Geschichte in Bildern in einem neuen Buch über den Flughafen Tempelhof

Heute jährt es sich zum siebten Mal, dass das Tempelhofer Feld wieder für die Bevölkerung zugänglich gemacht wurde. Sicher, die Sportarten die auf der Freifläche zwischen Neukölln, Kreuzberg und Tempelhof betrieben werden, haben sich geändert, aber auch vor gut 100 Jahren ließen hier – nicht anders heute – Hundebesitzer ihre Hunde laufen, machten Familien ein Picknick oder genossen Spazier-gänger die Weite des Feldes.

Nun hat der Sutton Verlag einen Bildband mit dem Titel „Der Flughafen Tempelhof in alten Bildern“ herausgegeben. Gesucht und zusammengestellt hat die etwa 160 Bilder der Autor Dr. Bernd-Rüdiger Ahlbrecht, der auch Vorsitzender der Gesellschaft zur Bewahrung von Stätten deutscher Luftfahrtgeschichte e. V. ist. In acht Kapiteln mit inhaltlichen Schwerpunkten wie „Vom Exerzierplatz zum Flugfeld“, „Brot – Spiele – Katastrophe“ oder „Dem Fluggast zuliebe“ sind Schwarz-Weiß-Photos nebst Erläuterungen abgebildet. Jedem Kapitel hat der Autor auch einen Text vorangestellt, der thematisch in den folgenden Zeitabschnitt bzw. Inhalt einführt.

Ab den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts, erinnert Ahlbrecht, wurde jedoch auf dem Feld Luftfahrt-geschichte geschrieben. Mutige Pioniere stiegen hier mit Luftschiffen in den Himmel, und als die Brüder Wright aus Amerika im Jahr 1909 ihre Flugmaschine vorstellten, kamen wohl bis zu 300.000 Schaulustige zu ihren Flugvorführungen.

Als dann 1928 nahe dem Columbiadamm das erste Flughafengebäude endlich fertig gestellt worden war, war es auch schon wieder zu klein. Wenn man jetzt an führung historische spuren des alten hafens, flughafen berlin-tempelhof, tempelhofer feldden im Bau befind-lichen Flughafen BER denken mag – ja, anscheinend wiederholt sich Geschichte doch.

Von 1936 bis 1941 wurde dann das heutige Flughafengebäude gebaut, an das sich viele, die dort eingecheckt haben oder angekommen sind, noch heute mit Wehmut erinnern. Weltweite Beachtung fand 1948/1949 auch die Berliner Luftbrücke: Über den Flughafen Tempelhof kamen schätzungsweise 70 Prozent aller gelieferten Waren ins abgeschnittene West-Berlin, ruft Bernd-Rüdiger Ahlbrecht in Erinnerung.

In seinem Bildband kann man auch staunend entdecken, dass Orville Wright seine Flugversuche mit Anzug und Krawatte und mit einer einfachen Mütze absolviert hat. Prominente Persönlichkeiten, die THF-Passagiere waren, sind im Kapitel „Very Important Person (VIP)“ ausreichend vertreten; es finden sich Bilder von Adenauer, Jaques Tati, O. W. Fischer und anderen mehr. Aufschlussreich ist ebenfalls die Chronik am Ende des Buches, die auf zwei Seiten noch einmal die große Geschichte der Luftfahrt auf dem Tempelhofer Feld von 1884/85 bis zur Schließung des Flughafens im Oktober 2008 zusammenfasst.

Bernd-Rüdiger Ahlbrechts Buch „Der Flughafen Tempelhof in alten Bildern“ ist beim Sutton Verlag oder im Buchhandel für 20 Euro erhältlich.

Einblicke in die Geschichte und Gegenwart des THF-Towers auf dem Flughafengelände sowie Planungen für das Baudenkmal vermitteln Führungen am kommenden Sonnabend, dem Tag der Städtebauförderung, die jedoch leider bereits ausgebucht sind.

=Reinhold Steinle=

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