1. Mai mit Rock aus und Demos in Neukölln

Für richtig gute Stimmung sorgte auf dem traditionellen Maifest des DGB am Brandenburger Tor in diesem Jahr die Big Band Neukölln – Refugees makes music International mit San Ra Weckert. Der Hardrock-Klassiker „TNT“ der Band AC/DC steht immer noch auf dem Programm der 2009 gegründeten Big Band, die von der Musikerin und Pädagogin Weckert geleitet wird, die nicht nur Musik machen, sondern vor allem auch Selbstvertrauen an Kinder und Jugendliche vermitteln will. Im Anschluss an den Auftritt der Big Band, die ab 11 Uhr die Haupt-bühne bespielte, sprachen Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (l.), die stellvertretende DGB-Bundesvorsitzende Elke Hannack (r.) sowie die aus der Türkei ange-reiste Sakine Esen Yılmaz, ehe-malige Generalsekretärin der Lehrergewerkschaft Eğitim Sen.

Zu den Besuchern des Gewerk-schaftsfestes, das unter dem Motto „Wir sind viele, wir sind eins“ stand, zählte u. a. Berlins Sozialsenatorin Elke Breitenbach. Selbstverständlich durfte auch diesmal an der Bühne das Traditionsbanner der „Industrie Gewerkschaft Bau-Steine-Erden Neukölln“ nicht fehlen, das alljährlich an der Spitze der Mai-Demonstration mitgeführt wird. Zu den zahlreichen Gewerkschaftsgliederungen und Initia-tiven, die einen Stand auf der Straße des 17. Juni hatten, gehörte auch die Initiative Hufeisern gegen Rechts aus Britz.

Am Nachmittag und Abend führten zwei aus Kreuzberg kommende Demonstrationen auch durch Neukölln: Zuerst zog eine Demo vom Lausitzer Platz mit – nach Veranstalterangaben – 3.000 Teilnehmern durch die Bürknerstraße und über den Kottbusser Damm bis zum Endpunkt der Kundgebung kurz vor dem Kottbusser Tor. Die deutlich größere Revolutionäre 1. Mai Demo kam gut drei Stunden später – begleitet von einem massiven Polizei-aufgebot – vom Oranienplatz über die Hobrechtbrücke für einen Abstecher in den Reuterkiez. Die Demonstrationsteilnehmer gingen durch die Friedelstraße bis zum Haus des von Räumung bedrohten Kiezladen Friedel 54 an der Ecke Weserstraße. Dann bog der Demonstrationszug aus der Weserstraße kommend in die Pannierstraße ein, um gegen 20.30 Uhr den Reuterkiez über die Hobrechtbrücke in Richtung Reichenberger Straße wieder zu verlassen.

Ihre Bilanz der Demonstrationen und Feste zum 1. Mai in der Hauptstadt wollen Berlins Innensenator Andreas Geisel und Polizeipräsident Klaus Kandt heute Mittag bei einer Pressekonferenz vorstellen.

=Christian Kölling=

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