Weltweite Proteste gegen alternative Fakten

„Wir brauchen mehr Wissenschaftler, deren Eltern nicht studiert haben“, forderte die Soziologin Prof. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissen-schaftszentrums Berlin (WZB), am Sonnabend bei der Abschlusskundgebung des March for Science am Brandenburger Tor. Um Solidarität mit denen zu zeigen, denen die Grundlagen ihrer wissenschaftlichen Arbeit entzogen worden sind, gab es unter dem Motto March for Science am 22. April weltweit rund 500 Kundgebungen für Wissenschaftsfreiheit. Die Proteste gegen die Leugnung wissenschaftlich belegter Tatsachen und die Verbreitung „alternativer Fakten” waren einheitlich auf den alljährlichen Earth Day (Tag der Erde) terminiert. „An der Freiheit der Wissenschaft lassen wir nicht rütteln“, hatte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller zuvor in seiner Begrüßungsansprache erklärt.

Ausdrücklich wies Allmendinger in ihrer Rede auf die von WZB und Bürgerstiftung Neukölln gemeinsam initiierte Reihe „Fokus Neukölln“ hin, die ein gutes Beispiel für den Dialog zwischen Einwohnern und Forschern sei.

Zur Demonstration, an der laut Polizeiangaben in Berlin mehrere Tausend Menschen teilnahmen, war auch Giulia Silberberger gekommen, deren humoristische Aufklärungskompagne „Der goldene Aluhut“ den Besuchern im Heimathafen Neukölln mehr wissenschaftlich fundiertes Wissen vermitteln will, ohne ihnen dabei jedoch das Zweifeln auszutreiben.

=Christian Kölling=

Advertisements