Neue Klimaschutzvereinbarung zwischen Berlin und der BSR

130 Millionen Euro wird die Berliner Stadtreinigung (BSR) in den nächsten Jahren für den Klimaschutz investieren. Dr. Tanja Wielgoß (r., neben Stefan Tidow), Vorstandsvorsitzende des Unter-nehmens, erklärte gestern beim Abschluss der 3. Klimaschutzvereinbarung zwischen der BSR und dem Land Berlin: „Wir ruhen uns nicht auf den Erfolgen der letzten Jahre aus, sondern legen nochmal eine Schippe drauf. Das ist nicht einfach, nachdem schon zwei Klimaschutz-perioden hinter uns liegen. Wir müssen uns mittlerweile sehr strecken, um auch an die höher hängenden Früchte zu kommen.“ Die BSR will bis 2025 weitere 67.000 Tonnen CO2 einsparen.

Die Stadtreinigung war 2007 das erste landeseigene Unternehmen, das mit dem Land Berlin eine Klimaschutzvereinbarung abschloss. Seither wurden die CO2-Emissionen des Unternehmens bereits um insgesamt 237.000 Tonnen reduziert. Ein wesentlicher Aktivposten des Klimaschutzprogramms sind die BSR-Beschäftigten, die als Klimalotsen in ihren jeweiligen Organisationseinheiten dabei helfen, die Energie-sparziele zu erreichen.

„2014 bis 2016 beispielsweise hat die Projektgruppe ‚Gutes Klima‘ mit den Klimalotsen insgesamt für Einsparungen von 647.834 kWh Strom und Wärmeenergie auf den Liegenschaften gesorgt“, erklärte Pressesprecher Dr. Thomas Klöckner. Weitere Einsparpotenziale lägen nun unter anderem im Fuhrpark. Um die dritte Klimaschutzvereinbarung, die eine Laufzeit bis 2025 hat, für das Land Berlin zu unterzeichnen, war Stefan Tidow, Staatssekretär für Umwelt und Klimaschutz, gekommen. „Weltweit ziehen immer mehr Menschen in die Städte, deswegen ist der Beitrag der Metropolen zum Klimaschutz ent-scheidend“, erklärte er vor seiner Unterschrift. „Berlin will bis zum Jahr 2050 klimaneutral werden. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, müssen viele Berliner Akteure gemeinsam handeln“, sagte er weiter und unterstrich: „Klimaschutz-vereinbarungen mit landeseigenen Unternehmen wie der BSR setzen ein Zeichen für diese gemeinsame Anstrengung für mehr Klimaschutz in Berlin.“

Kristian Kijewski, Umweltbeauftragter der Berliner Stadtreinigung, und Christian Westphal, Produktmanager im Fuhrpark, stellten anschließend auf dem Firmengelände einige umweltschonende Fahrzeuge vor. Mittelpunkt ihrer Präsentation war ein grünes elektrischbetriebenes Dreirad, das als Prototyp erstmals auf dem IGA-Gelände eingesetzt wird. In einem Modellversuch hat die BSR zur Zeit die Reinigung von 12 Berliner Parkanlagen übernommen. Zur umweltfreundlichen Fahrzeugflotte gehört ein orangefarbenes E-Bike ebenso wie ein komfortabler BMW i3. Ein Sperrmüllfahrzeug mit elektrisch angetriebenem Aufbau verbessert ebenso die Klimabilanz. Neben Elektromotoren für Fahrzeuge setzt die BSR, die Ende 2016 knapp 40 Prozent PKW mit alternativen Antrieben hatte, vorallem auf Biogas.

Und in Neukölln?! Im Rahmen des Klimaschutz-programmes wurde am Standort Rollbergstraße beispielsweise moderne Lüftungstechnik eingeführt: „Damit können wir fast 42 Prozent Energie einsparen. Nach Umsetzung der Maßnahme wird neben einer deutlichen Reduktion der Energiekosten von 14.024 kWh pro Jahr auch eine CO2-Einsparung in Höhe von circa 166 Tonnen über die gesamte Lebensdauer erreicht.“ Darüber hinaus wies Pressesprecher Klöckner für alle, die alte Sachen haben, die für den Sperrmüll vielleicht zu schade sind, auf den Tausch- und Verschenkmarkt der Stadtreinigung im Internet hin.

=Christian Kölling=

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