Osterspaziergang in Neukölln

„Vom Eise befreit sind Strom und Bäche / Durch des Frühlings holden, belebenden Blick / Im Tale grünet Hoffnungsglück“, beginnt Johann Wolfgang von Goethe seine poetische Beschreibung eines Spaziergangs, den seine Figur Faust an einem Ostersonntag unternimmt.

Für einen Osterspaziergang in Neukölln bietet sich am bevorstehenden Wochenende bei gutem Wetter der Heidekampgraben im Berliner Urstromtal an. Der südliche Teil des Grabens wurde nach der Maueröffnung zwischen den Bezirken Neukölln und Treptow-Köpenick als 2,5 Kilometer langer Grünzug mit Spiel- und Erholungsflächen, Brücken sowie Stegen gestaltet. Die Grünanlage ist Teil des Berliner Mauerweges.

Südwestlich des Gra-bens, der Spree und Britzer Zweigkanal verbindet, liegt die Neuköllner High-Deck-Siedlung mit rund 6.000 Bewohnern. Im Jahr 2012 kartographierte die Gruppe „Naturforscher 40 Plus“ aus der Siedlung mit den Sängernamen insgesamt 36 Nadel- und Laubgehölze zwischen Michael-Bohnen-Ring und Fritzi-Massary-Straße sowie am Heide-kampgraben. Neben bekannten Bäumen, die wie die Birke an ihrer weißen Borke oder wie Linde an ihren herzförmigen Blättern leicht zu erkennen sind, werden vor allem seltene Nadel- und Laubgehölze – wie die Sumpfzypresse oder der gewöhnliche Trompetenbaum (l.), in der Baumkarte ausgewiesen.

=Christian Kölling=

Advertisements