Ausgezeichnetes Engagement für Integration und Inklusion in Neukölln

Obwohl die Neuköllner Bürgerstiftung erst im November 2005 als erste Stadtteil-Bürgerstiftung Deutschland gegründet wurde, vergab sie bereits 2004 ihren ersten Neuköllner Bürgerpreis für zivilgesellschaftliche Initiativen im Rollbergviertel und in der Gropius-stadt. Mit der Verleihung des Bürgerpreises 2012 brach diese Tradition ab. Donnerstagabend wurde nun beim Stiftungsmitglied Fipp e. V. in den Son-nenhöfen nahe dem S-Bahnhof Sonnenallee der inzwischen 9. Neuköllner Bürgerpreis verliehen.

Zahlreiche Vorschläge waren bei der sechsköp-figen Jury eingegangen, wie Deniz Eroglu (r.) mitteilen konnte, der für die operative Geschäftsführung der Bürgerstiftung zuständig ist. Nachdem Kornelia Hmierlorz als Gastgeberin vom Fipp e. V., Friedemann Walther für den Vorstand der Bürgerstiftung sowie Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey (l.) mit ihren Begrüßungsreden das Programm eröffnet hatten, würdigte die Jury-Vorsitzende Annemarie Hörning-Pfeffer alle Nominierten einzeln. Geehrt werden Vereine und Initiativen, die Verant-wortung übernehmen in ihrer Hausgemeinschaft, im Quartier, in Schulen, in karitativen, sportlichen und religiösen Gemein-schaften oder als Unternehmen. Das verbindende Motto, unter dem die Preisverleihung traditionell steht, hieß in diesem Jahr „Gesellschaft gestalten“, um besonders das Engagement für Integration und Inklusion in Neukölln hervorzuheben und zu ehren.

„Wir brauchen eine Gesellschaft, die stolz ist auf jedes Mitglied“, redete die in Celle geborene Schauspielerin und Kabarettistin Idil Baydar (r.) dem Publikum ins Gewissen und brachte in ihrer Rolle als Jilet Ayse Kreuzberger Charme nach Neukölln. „In Deutschland musst Du nicht woanders geboren sein. Hast Du trotzdem Migrationshintergrund. Ausländischer Name genügt“, lautete ihre unmissverständliche Botschaft. Alles wäre besser, wenn sich die Menschen mit Verständnis, Achtung und Liebe begegnen würden.

Der Sonderpreis 2017 der Jury wurde an das Neuköllner Schüler_innennetzwerk für Geflüchtete (l.) vergeben. Der 2. Preis ging an die Freiwilligen von German Now, die sich in Berlin um eine kostenfreie Vermittlung erster Deutschkenntnisse für geflüchtete Menschen – unabhängig von Herkunftsland oder offiziellem Status – kümmern. Den 1. Preis teilen sich das Palotti mobil, eine Selbsthilfe-Initiative, in der Bedürftige Bedürftigen helfen, sowie die Selbsthife-Initiative Sonnenfamilien (r.), in der sich Eltern mit überwiegend türkischem und arabischem Migra-tionshintergrund aus der High-Deck-Siedlung zusam-mengefunden haben, um über die Behinderung des eigenen Kindes zu sprechen und um sich gegenseitig zu unterstützen. Mit einem Get-together am reich-haltigen Buffet klang der Abend aus.

=Christian Kölling=

Advertisements