„Besonders vermüllt ist der Mittelbuschweg“: Auftakt der diesjährigen Putzaktionen im öffentlichen Raum in Neukölln

Pünktlich zum Frühlingsbeginn startete Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey am Sonnabendvormittag gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern des Arnold-Fortuin-Hauses und aus dem Harzer Kiez die neue Saison der Kampagne „Schön wie wir“.

„Es ist nicht in Ordnung, Müll einfach auf die Straße oder in den Park zu kippen“, wiederholte Giffey die Kernbotschaft der im vergangenen Jahr angelau-fenen Sauberkeitsaktion. „Durch das asoziale Verhalten Einiger werden ganze Nachbarschaften verunstaltet. Darunter leiden die Anwohnerinnen und Anwohner und ganz besonders auch die Kinder“, sagte die Bezirksbürger-meisterin. Mitarbeiter des Arbeitsgebietes Interkulturelle Aufgaben (AGIA) der Polizei-direktion 5 hatte den Termin angeregt. Vorausgegangen waren im Februar Gespräche mit den Bewohnern des Arnold-Fortuin-Hauses, das als erfolgreiches kommunales Integrationsprojekt für Roma über die Grenzen Berlin bekannt, über die zunehmende Zahl von Müll-Beschwerden.

Rund 50 Kinder im Grundschulalter halfen beim Frühjahrsputz rund um den Spielplatz an der Kreuzung Harzer-/Treptower Straße eifrig mit. Zur Belohnung wurden sie anschließend in einem blauweiß lackierten Reisebus der Berliner Polizei zum Rathaus Neukölln gefahren, wo sie den Rathausturm besteigen durften. Polizeihauptkommis-sar Christian Horn, Leiter des Arbeitsgebietes Interkulturelle Aufgaben, erklärte: „Wir unterstützen partizipative Integrationsprojekte im Arnold-Fortuin-Haus und versuchen, integrative Arbeit zu leisten.“

Auch der Bezirksverordnete Michael Morsbach , der schon im Vorjahr mit der SPD-Abteilung Rixdorf, die mit rund 350 Mitgliedern größter Ortsverein der Neuköllner SPD ist, beim großen Reinemachen teilgenommen hatte, war wieder dabei. „Nur die Dachpappe lag diesmal in der Ecke, die im letzten Jahr ganz vermüllt war“, bilanzierte Morsbach seine diesjährige Aufräumaktion im Harzer Kiez.

Eine positive Einschätzung des Bezirkspolitikers, die nicht alle teilten. „Dit Schlimme is, dit wird immer schlimmer“, klagte ein Müllwerker, der mit einem zweiten Kollegen sowie einem großen Sperrmüllfahrzeug samt Handschuhen, Westen und Besen – alles auch in Kindergrößen – als Unterstützer für die Kehrenbürger-Aktion der Berliner Stadtreinigung gekommen war. „Besonders vermüllt ist zum Beispiel der Mittel-buschweg“, berichtete der BSR-Mitarbeiter aus seinem Arbeitsalltag. Statt den Müll illegal am Straßenrand oder in Grünanlagen einfach abzuladen, sollte man ihn lieber zum Recyclinghof der Stadtreinigung in der Gradestraße bringen.

„Weit über 100 Aktionen mit mehr als 2.000 Beteiligten hat es im vergangenen Jahr gegeben“, bilanzierte Bezirksbürgermeisterin Giffey zum Auftakt in der Harzer Straße. Wer in dieser Saison eine Putzaktion in seiner Nachbarschaft initiieren will, wird per Internet bei der Hilfe zur Selbsthilfe unterstützt.

=Christian Kölling=

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