Unterstützung für den Opferverein Weißer Ring

hartwig_schwarzer_spendenuebergabe-an-weisser-ringEine schockierende Tat auf dem Bahnhof Hermann-straße löste im Dezember letzten Jahres eine öffentliche Debatte über Gewalt und innere Sicherheit in unserer Gesellschaft aus: Als eine Frau abends aus der S-Bahn kommend die Treppe zum Bahnsteig der U8 hinunter geht, tritt ihr ein Mann plötzlich in den Rücken. Das Opfer stürzt, während der Täter und seine Begleiter den Tatort verlassen. Die heimtückische Gewalttat veranlasste jetzt die Neuköllner CDU-Bun-destagsabgeordnete Christina Schwarzer (r.) zu einem Informationsbesuch beim Verein Weißer Ring, der sich für Kriminalitätsopfer engagiert.

„Der Weiße Ring leistet einen unglaublich wichtigen Beitrag für Menschen, die unter Straftaten leiden. Die Arbeit verdient unsere Anerkennung und Unterstützung. Wir als Gesellschaft müssen Opfern solcher schrecklicher Attacken helfen und gleichzeitig unsere Gesetze und Regeln so gestalten, dass Täter schnell ermittelt und hart bestraft werden“, erklärte Schwarzer und übergab der WR-Landesvorsitzenden Sabine Hartwig (l.) eine Spende in Höhe von 500 Euro.

Christina Schwarzer, die unter anderem Obfrau der CDU-Bundestagsfraktion im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist, berichtete aus dem Bun-destag über Initiativen, die die Aufarbeitung von sexuellem Kindesmissbrauch  sicherstellen. „Das Land Berlin muss endlich in den Fonds für Missbrauchs-opfer einzahlen, den der Bund zur Hälfte finanziert“, forderte Schwarzer. Sie fand damit Zustimmung bei Hartwig und ihrer stellvertretenden Landesvorsitzenden linke_schwarzer_hartwig_spendenuebergabe-an-weisser-ringMartina Linke (l.), die sich schwerpunktmäßig um Opfer häuslicher Gewalt und sexuellen Missbrauchs kümmert.

Einen wichtigen Beitrag für die Opferhilfe, darin waren sich beim Gespräch ebenfalls alle einig, leistet die seit zwei Jahren bestehende Gewaltschutzambulanz der Charité. „Deutschland misshandelt seine Kinder“, lautete der Titel einer Streitschrift, die vor drei Jahren für Aufsehen sorgte. Ihre Autoren, die Rechtsmediziner Prof. Dr. Michael Tsokos und Dr. Saskia Etzold, die zur Zeit der Buchveröffentlichung Guddat hieß, arbeiten inzwischen in dieser Gewaltschutzambulanz. Erlittene Verletzungen werden dort so dokumentiert, dass die Betroffenen gerichtsfeste Beweismittel erhalten, falls sie sich zu einer Strafanzeige entschließen. „Rechtsmediziner können Verletzungen wie Hämatome ganz anders beurteilen als Hausärzte“, urteilte die Kriminalbeamtin a.D. Sabine Hartwig. In Neukölln habe Bezirksstadtrat Falko Liecke eigens Rechtsmediziner um Rat gebeten, damit seine Mitarbeiter typische Anzeichen häuslicher Gewalt besser erkennen, pflichtete Schwarzer bei.

Trickdiebstahl, Mobbing oder Mord: Der Weiße Ring will Betroffene und ihre Angehörigen bei der Verarbeitung seelischer, materieller oder gesund-heitlicher Tatfolgen unterstützen. Richtlinien der Arbeit sind in einer Broschüre nachzulesen. Neben der Landesgeschäftsstelle am S-Bahnhof Bellevue gibt es in Neukölln eine ehrenamtlich besetzte Außenstelle als lokalen Ansprechpartner in Sachen Kriminalitätsprävention und Opferhilfe.

=Christian Kölling=

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