„Viel, viel besser als die Unterbringung in Turnhallen“: Tag der offenen Tür im neuen Neuköllner Tempohome

Auf den Buckower Feldern an der Gerlinger Straße will die WoBeGe, eine Tochter-gesellschaft der Stadt und Land Wohnbauten GmbH, in den nächsten Jahren ein buckower-felder_neukoellnzukunftsweisendes Stadtquartier entstehen las-sen. In der Nachbarschaft hatte das zuerst für Aufregung und Ablehnung gesorgt. “Seitdem der Senat das Verfahren um die Bebauung der Buckower Felder an sich gezogen hat, fühlen sich die Bürger zumindest von der Verwaltung ernstgenommen. Beide Seiten haben Verständnis füreinander entwickelt”, erklärte Tilmann Heuser, Geschäftsführer des BUND-Berlin im Februar 2016. Damals stand das Bau-grundstück an der Grenze zu Brandenburg erstmals als Standort einer temporären hildebrandt_waldukat_giffey_breitenbach_tietze_tdot-tempohome-gerlinger-strasse_neukoellnFlüchtlingsunterkunft zur Diskussion.

Ein Jahr später ist die Flüchlingsunterkunft an der Gerlinger Straße fertig gestellt und bereit für den Bezug: Senatorin Elke Breitenbach, zuständig für Integration, Arbeit und Soziales, sowie das Bezirksamt Neukölln in Kooperation mit dem Betreiber der Gemeinschaftsunterkunft, der Beschäftigungsagentur Berlin-Brandenburg (BABB) e. V., vertreten durch den Geschäftsführer Reiner Waldukat, luden gestern zum Tag der offenen Tür ein. Anwohner und Interessierte konnten Einblick nehmen, wie es in der temporären Siedlung aussieht, die 126 Wohneinheiten mit einer Fläche von je 45 Quadratmetern für insgesamt 504 grundriss-tempohome-gerlinger-strasse_neukoellnBewohner sowie Gemeinschaftsräume für Beratung und Schulung, einen Speisesaal und ein Spielzimmer hat.

„Die Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete ist auf drei Jahre befristet“, versprach Bezirksbürgermeisterin Giffey: „Wir wollen kein Dauerprovisorium für die etagenbett_tdot-tempohome-gerlinger-strasse_neukoellnnächsten 30 Jahre.“ Ab morgen können die Geflüchteten aus den Sporthallen Buckower Damm und Efeuweg sowie aus je einer weiteren Sporthalle in Treptow-Köpenick und Fried-richshain-Kreuzberg endlich in ihr neues Tempohome umziehen. „Viel, viel besser als die Unterbringung in Turnhallen“, kommentierten zahlreiche Besucher die giffey_breitenbach_tdot-tempohome-gerlinger-strasse_neukoellnneuen Unterkünfte einhellig. Senatorin Breitenbach (r.) betonte: „Die Geflüchteten haben nun wieder eine Privat-sphäre, die sie über ein Jahr lang nicht hatten.“

Mehrere zivilgesellschaftliche Initiativen stellten sich mit ihrer Arbeit auf dem Gelände der Gemeinschaftsunterkunft zwischen den schmucklosen flachen Wohncontainern vor. Gleich am Eingang stand die Initiative DaF Buckow – Deutsch als Fremdsprache der evangelischen Kirche. Freiwillige Helferinnen und Helfer bieten in der Dorfkirche Alt-Buckow sowie in der Martin-Luther-King-Gemeinde ehrenamtlich Deutschkurse für daf-buckow_tdot-tempohome-gerlinger-strasse_neukoellnGeflüchtete an, die die Zeit bis zu einem offiziellen Integrationskurs überbrücken möchten. Nebenan war an einem weiteren Infotisch der Interkulturelle Treffpunkt ImPULS vertreten, der u. a. Malworkshops für Kinder und Keramikworkshops für Familien anbietet. Auch das Will-kommensbündnis Südneukölln warb für seine Dialogreihe „Aufeinander zugehen“, die monatlich im Nachbarschafts-treff waschhaus-café in der Eugen-Bolz-Kehre 12 stattfindet.

Fremdenfeindliche Äußerungen waren an diesem Tag der offenen Tür erfreulicherweise nicht zu hören, was sicherlich mit auf die gewachsenen Dialogkultur und das breite ehrenamtliche Engagement vieler Bürgerinnen und Bürger in der Nachbarschaft zurückzuführen ist.

 =Christian Kölling=

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