Mehr als 20 Ensembles in Britz beim Jazzfest Neukölln

„Schon wieder ein Jahr vorbei?“, fragte Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey (l.) gestern Abend zur Eröffnung des Jazzfest Neukölln 2017 und erinnerte sich, wie ihr giffey_busch_jazzfest-neukoellnalljährlich das Festival im Kulturstall des Britzer Schlosses wieder gute Laune in der kalten Jahreszeit beschert. Ein wenig brachte sie Daniel Busch (r.) mit ihrem Stimmungsbericht in Verle-genheit. „Weit mehr als 100 Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker in über zwanzig Ensembles, können wir im 90. Jubiläumsjahr der Musikschule Neukölln präsentieren“, gab der Festivalleiter und Leiter der Musikschule Paul Hindemith sachlich bekannt. Im Kulturstall sei wieder das Who-is-who der Berliner Jazzszene vertreten. „Hochkarätige Jazz-Professoren mehrerer deutscher Musikhochschulen, Jazzdozenten unserer Schule und Preis-träger des Nachwuchswettbewerbes StuVo-Jazz-Contest sind gekommen“, sagte der gabriel-song-lines_jazzfest-neukoellnMusiker, der einst Jazz studierte.

Gestern, zum Auftakt des dreitägigen Festivals, reihten sich neun jeweils 30-minütige Kurzkonzerte zu einem abwechslungsreichen Programm aneinander. „Ich habe Lust, die Sonne zu beschwören, bei diesem kalten Wetter“, stimmte Angela Gabriel, Sängerin der Gruppe Song-Lines (l.) ihre Zuhörer im Foyer des Kulturstalls auf ihre Mischung aus Latin, Pop und Jazz ein. Gute Laune war der kleinste gemeinsame Nenner aller auftretenden Bands. Neben der Bühne saß „Mister Jazzfestival himself“, wie Gabriel ihren Musikerkollegen Busch nannte, mit busch_jazzfest-neukoellnseiner Posaune für eine Einlage am Ende ihres Auftritts bereit. Daniel Busch sollte anschließend noch mit der Gruppe Hit‘n‘Honk als Posaunist auf der Bühne des großen Saals auftreten. Die extra für das Jazzfest gegründete achtköpfige Formation brachte afrikanische Trommeln und Rhythmen mit europäischen Blas-instrumenten zu einer besonderen Weltmusik zusammen. Urplötzlich waren Klänge und Rhythmen aus Accra, Havanna, New jazzology_jazzfest-neukoellnOrleans, Istanbul und Rio in Berlin.

Ein besonderes Highlight wird am heutigen Sonnabend – wie schon in den Vorjahren – wieder der StuVo-Jazz-Contest sein; die abschließende Sieger-ehrung nimmt Kulturstadtrat Jan-Christopher Rämer vor.  Die Abkürzung StuVo-Jazz steht für Studien-vorbereitende Abteilung Jazz: Am Eröffnungsabend stellten sich die Neuköllner Gruppen Jazzology (l.) und Hotchpotch der StuVo-Jazz der Paul Hindemith Musikschule dem Publikum vor. Während Jazzology alte und neue Jazztraditionen mischte, interpretierte Hotchpotch alle möglichen Vorlagen auf jazz-funk-rockige Art.

Wir brauchen Jazz-Nachwuchs für die Blasinstrumente“, appellierte Musikschul-leiter Daniel Busch eindringlich an das Publikum: „Sagen sie es bitte allen weiter!“ An der Musikschule Paul Hindemith gibt es laut Busch rund 100 Jazzmusiker, 30 davon sind Dozenten. Das Jazzfest Neukölln ist eine gelungene Werbung für die Nachwuchssuche: Lust an musikalischen Experimenten, originelle Improvi-sationen, virtuose Soli, musikalische Freiheit, Spontanität und Kreativität, aber auch exzentrische Klänge und Geräusche – alles was mit dem Begriff Jazz gemeinhin in Verbindung gebracht wird, wurde an diesem Abend geboten. Das Publikum wechselte nach jeder Band vom Saal ins Foyer und wieder zurück; so blieb peters-peppers_jazzfest-neukoellnes in Bewegung und die Musiker konnten sich auf ihren Soundcheck konzentrieren.

Den Abend beendete die siebenköpfige Swingband Peters Peppers (r.) mit Stücken von Benny Goodman, Count Basie, Duke Ellington, Glenn Miller und anderen Größen. „Am Sonnabend gibt es wieder eine absolute Vielfalt“, versprach Daniel Busch am Ende.

Das Programm des Jazzfest Neukölln 2017 im Kulturstall Schloss Britz (Alt-Britz 73) hält heute wieder einen musikalischen Ohrenschmaus bereit: Ab 19.30 Uhr stellen die drei Berliner Gewinner des StuVo-Jazz- Contests 2017 eine Stunde lang ihr Können unter Beweis. Anschließend präsentiert der künstlerische Leiter des Jazzinstitut Berlin, Prof. Peter Weniger (Saxophon), sein aktuelles Projekt „Deluge“. Eine Premiere beim Jazzfest Neukölln ist ab 22 Uhr der Auftritt des Ternion-Quartetts unter der Leitung des Posaunen-Virtuosen Prof. Geoffroy de Masure. (Eintritt: 12 Euro/erm. 7 Euro)

Zum Abschluss des Festivals werden am morgigen Sonntag ab 11 Uhr gleich zwei Großformationen erwartet: Die Berlin Edition der Ralf Hesse Big Band sowie die Flintstones Big Band. (Eintritt: 8 Euro/erm. 5 Euro)

=Christian Kölling=

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