Kultur als Lebenselixier

gruppenfoto_werkausstellung-dritter-fruehling_stadtbibliothek-neukoelln„Alter stellt überhaupt keine Grenze dar, um neue künstlerische Techniken zu lernen und sich kreativ weiterzuentwickeln“, ist Carsten Fedderke, Vorsitzen-der des Dritter Frühling e. V. überzeugt. Seit 20 Jahren bietet der Verein künstlerische Werkstätten und Seminare für lebenserfahrene Menschen über 50 Jahren an und wird dabei vom Neuköllner Kulturamt unterstützt. „Kultur als Lebenselixier ist unser Motto. Verstärkt geht unser Wunsch auch dahin, die Arbeit mit Menschen unterschiedlicher kultureller Herkunft auszubauen. Positive Erfahrungen machen Mut, in dieser Richtung weiter zu gehen“, heißt es in der Selbstdarstellung des gemeinnützigen Vereines, der bildende Kunst, Schauspiel, Musik, Fotografie, Grafik und Kunstgeschichte in seinen Seminarangeboten vereinen raemer_fedderke_werkausstellung-dritter-fruehling_stadtbibliothek-neukoellnwill.

„Es ist schon eine kleine Tradition, dass ich in jedem Jahr als erstes die Ausstellung mit der Präsentation der künstlerischen Werkstätten des Dritten Frühlings eröffne“, sagte Neuköllns Kultur- und Bildungsstadtrat Jan-Christopher Rämer (2. v. l., r, Carsten Fedderke) gestern in der Neuköllner Stadtbibliothek. Auch Evelyn stussak_werkausstellung-dritter-fruehling_stadtbibliothek-neukoellnStussak (r.), Fachbereichsleiterin Bibliotheken im Bezirk, war zur Ausstellungseröffnung für ein Grußwort gekommen. Das Schwerpunktthema der 20 Werk-stattseminare im vergangenen Jahr lautete „(K)eine Heimat“. Migration, Heimat, Fremde und Vielfalt sind Themen, die momentan sehr viele Menschen bewegen. Ein weiterer Schwerpunkt war die kreative Arbeit zum blume-keramikvase_werkausstellung-dritter-fruehling_stadtbibliothek-neukoellnhundertjährigen Jubiläum des Körnerparks.

Mit der Keramikerin und Teespezialistin Andrea Herrmann, die in Korea Töpfer besuchte, die auf traditionelle Weise Teegeschirr herstellen, töpferten einige lebenserfahrere Menschen, die sich nur ungern „Senioren“ nennen lassen, zusammen mit Sabine Schubert einfache Geschirrelemente aus Ton in der Töpferei des Gemeinschaftshauses Gropiusstadt. In einer Tanz- und Kunstwerkstatt, die im Kreativraum der Galerie im Körnerpark sowie in der Alten tanzgruppe_werkausstellung-dritter-fruehling_stadtbibliothek-neukoellnDorfschule in Rudow stattfand, studierten Werkstatt-Teilnehmerinnen eine Tanzimprovisation unter Leitung der Tanzpädagogin und Choreographin Karin A. Mocke ein. Anstoß für die Themenwahl der Werkstatt war die Beobachtung, dass wir uns ständig zwischen Ver-trautem und Fremdem bewegen – nicht nur auf Reisen oder in der Begegnung mit Menschen anderer Kulturen: „Neue Nachbarn, ein unbekanntes Computerprogramm, ein exotisches Gericht – es gibt vieles, dem wir zunächst fremd gegenüberstehen.“

Wer einen Eindruck gewinnen möchte, wie die Seminarteilnehmer mit vielfältigen künstlerischen Mitteln das Fremde erforschten, sich den Kulturen anderer Kontinente näherten, aber auch architektonisch interessante Orte in Berlin wie die Tuschkastensiedlung von Bruno Taut erkundeten, kann die Ausstellung noch bis zum 25. Februar in der Stadtbibliothek Neukölln (Karl-Marx-Str. 66) besuchen. Öffnungszeiten: Mo. – Fr. 11 – 20, Sa. 10 – 13 Uhr.

=Christian Kölling=

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