Aktion und Reaktion: Prompte Antwort auf fünf Anschläge

hermannplatz_demo-gegen-rechte-gewalt_neukoellnDeutlich mehr als 1.000 Menschen demonstrierten gestern Abend in Neukölln unter dem Motto „Gemeinsam gegen rechte Hetze und Gewalt“.  Unter ihnen auch der Neuköllner Bundestagsabgeordnete felgentreu_demo-gegen-rechte-gewalt_neukoellnDr. Fritz Felgentreu (SPD) sowie Anne Helm, die fünf Jahre lang Bezirksverordnete in Neukölln war und seit September für Die Linke dem Berliner Abgeordnetenhaus angehört.

Anlass der Demo, die am Hermannplatz startete, durch den Reuterkiez ging und am Neuköllner Rathaus endete: In der Nacht zum Montag gab es fünf Anschläge mit vermutlich rechts-extremem Hintergrund in Neukölln. Ziele waren die Rudower Buchhandlung Leporello, das Lokal K-Fetisch in der Wildenbruchstraße, die Evangelische Kirchen-gemeinde transparent-demospitze_demo-gegen-rechte-gewalt_neukoellnRudow und zwei Wohnungen inner- und außerhalb des S-Bahn-Rings.

Vier Steinwürfe zerstörten die Scheibe der Buchhandlung im Neuköllner Süden, sodass sie ausgewechselt werden musste. Erst Anfang des Monats hatte bei Leporello eine Veranstaltung der Initiative „Neuköllner Buchläden gegen Rechtspopu-lismus und Rassismus“ stattgefunden. Ebenfalls heimgesucht wurde das linke Café-Kollektiv k-fetisch_demo-gegen-rechte-gewalt_neukoellnK-Fetisch, wo die unbekannten Täter Brandbeschleuniger auf dem Fensterbrett entzün-deten, nachdem sie eine Jalousie hochgehebelt hatten. Glücklicherweise erlosch das Feuer, obwohl die Scheibe durch die Flammen bereits gesprungen war.

„Droht Neukölln nun eine Neonazi-Anschlagserie?“, fragte anschließend die B.Z. Berlin. Grund der Sorge: Im August hatte die Neonazi-Gruppe Freie Kräfte Berlin-Neukölln eine Karte mit „Feinden“ im Internet veröffentlicht. Beim Brandanschlag auf das K-Fetisch nahmen die Täter offenkundig die Gefährdung von Menschenleben in Kauf, da das Lokal in einem Wohnhaus ist.

=Christian Kölling=

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