Probates Mittel: Öffentlichkeit

„Rund 800 Autorinnen und Autoren wurden 2015 weltweit verfolgt, bedroht, inhaftiert oder gar ermordet, weil sie ihr Recht auf freie Meinungsäußerung wahrnahmen“, goesswald_writers-in-prison_museum-neukoellnerinnerte Dr. Udo Gößwald (r.), Leiter des Museum Neukölln: Vorgestern, am Internationalen Tag der Menschenrechte, endete dort mit der Abend-veranstaltung „Writers in Prison – Zur Situation inhaftierter  Autor*innen“ die Vortragsreihe zur Jahresausstellung „Die Magie des Lesens“.

China, Saudi-Arabien und der Iran, aber auch Ägypten, Honduras und die Türkei werden neben anderen Ländern immer wieder beschuldigt, das elementare Menschenrecht auf freie Meinungsäußerung zu missachten und missliebige Schriftsteller zu verfolgen. Prof. Dr. Sascha Feuchert (l.), PEN-Vizepräsident und Writers-in-Prison-/Writers-at-Risk-Beauftragter, feuchert_writers-in-prison_museum-neukoellnberichtete in seinem Vortrag über die besorgniserregende Lage regimekritischer vorleser_writers-in-prison_museum-neukoellnAutoren und ihrer Schicksale.

Zudem wurden Texte der iranischen Lyrikerin Mahvash Sabet, die über Grausamkeit und Verzweiflung, aber auch Würde und Hoffnung ihres Lebens im Gefängnis berichtete, des Bloggers Raif Badawi vorgetragen, der in Saudi-Arabien wegen freier Meinungsäußerungen und Abkehr vom Islam zu 10 Jahren Haft und 1-000 Peitschen-hieben verurteilt wurde. Ebenso des Essayisten, Literaturwissenschaftlers und Friedensnobelpreisträgers Liu Xiabo, der bereits 1989 an den Protesten auf dem Tian’anmen-Platz teilnahm und 2008 das Bürgerrechtsmanifest Charter 08 mit duo-dong-west_writers-in-prison_museum-neukoellnunterzeichnete. Das Duo Dong-West, bestehend aus der Sängerin Vivien Lee und dem Pianisten Volker Greve, begleitete den Abend mit eigenen Kompo-sitionen.

„Sie können den Inhaftierten ganz konkret helfen, wenn Sie uns dabei unterstützen, Öffentlichkeit für die bedrohten Autorinnen und Autoren herzustellen“, appellierte Sascha Feuchert an die rund 50 Besucher der Veranstaltung im Museum Neukölln. Diktaturen würden öffentliches Aufsehen scheuen. Berichte über die Zustände in den Gefängnissen führten immer wieder dazu, dass die Wärter freundlicher und die Haftbedingungen etwas erträglicher würden. „Teilen Sie zum Beispiel unsere Meldungen bei Facebook und Twitter“, bat deshalb der PEN-Vizepräsident.

=Christian Kölling=

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