Jobbörse für Geflüchtete und Migranten als breite Brücke zwischen Arbeitgebern und Arbeitsuchenden

Über 5.000 Teilnehmer und 211 Aussteller machten bei der Jobbörse für Geflüchtete mit, die das Estrel gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Berlin-Süd im Februar plenum_jobboerse-refugees-migranten_estrel-berlin-neukoellndieses Jahres ausgerichtet hatte. In knapp sechs Wochen, am 25. Januar, wird in dem Neuköllner Hotel zur zweiten Jobbörse für Geflüchtete und Migranten eingeladen. „75 Prozent der Messe-fläche sind bereits gebucht. Von Handwerk über Gastgewerbe, Industrie und Gesundheit bis hin zu Dienstleistungen und Handel ist ein breites Branchenspektrum vertreten“, erklärte das Estrel Berlin jetzt in einer Pressemitteilung. Informationen zur Vorbereitung auf die Jobbörse 2017, zu der ungefähr ebenso viele Aussteller wie bei der ersten Veranstaltung erwartet werden, gab es bereits kürzlich beim Arbeitgeberforum zur Integration tunnel convention hall 2_estrel berlin-neuköllnGeflüchteter im Hotel an der Sonnenallee.

„16.000 bis 17.000 Geflüchtete sind im System in Berlin angekommen. Davon stehen rund 6.000 dem Arbeitsmarkt zur Verfügung“, sagte André Hanschke, Projektleiter Arbeitgeber-Service „Asyl“ bei der Agentur für Arbeit Berlin-Süd, der auf dem Arbeitgeberforum über die Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten, Asylsuchenden und Geduldeten berichtete. Hanschke bietet mit seinen Kollegen bei der Arbeitsagentur Hilfe und Unterstützung für Arbeitgeber in ganz Berlin an. Wege und Unterstützung, um Geflüchtete in Arbeit und Ausbildung zu bringen, zeigte auch Henning Paulmann vom ARRIVO Servicebüro auf, das insbesondere auf die Beratung mohamadi_fourestie_jobboerse-refugees-migranten_estrel-berlin-neukoellnvon kleinen und mittelständischen Unternehmen spezialisiert ist.

„Die Arbeit ist nicht das Problem. Eher die Sprache“, berichtete Mohamad Mohamadi (l.) aus Afghanistan in seinem Praxisbericht über die Ausbildung junger Menschen im Gastgewerbe: „Ich wollte immer Chefkoch werden.“ Sorgen bereiten dem Flüchtling aus Afghanistan und Alexander Fourestié (r.) von der kiezküche GmbH zudem die unsichere Bleibeperspektive und die problematische Situation auf dem Wohnungsmarkt. „Ich kann eine Ausbildung machen. Aber ich habe trotzdem Angst vor Abschiebung, jeden Tag“, sagte Mohamadi. Fourestié erklärte: „Von 20 Teilnehmenden unserer Maßnahme leben 16 im Wohnheim.“ Während die Schutzquote bei Flüchtlingen aus Syrien 98 Prozent betrage, würden bei hackl_tuschke_jobboerse-refugees-migranten_estrel-berlin-neukoellnAsylsuchenden aus Afghanistan nur 48 Prozent der Asylverfahren anerkannt.

Dr. Hagen Tuschke (3. v. r.) vom Vivantes Institut für berufliche Bildung im Gesundheitswesen referierte in der abschließenden Podiumsdiskussion über kultur-sensible Pflege und Betreuungsangebote und die erfolgreiche berufliche Integration Geflüchteter. Bei Vivantes, dem drittgrößten Arbeitgeber in Berlin, wurden z. B. in der Pflegeausbildung Modellprojekte mit Vietnamesen erfolgreich durchgeführt. Veronika Hackl (l. neben Tuschke), die bereits von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Joachim Gauck zu Veranstaltungen eingeladen wurde, berichtete u. a. aus der Schreinerei Franz Bettenbauer im tiefsten Bayerischen Wald über die Erfahrungen mit der Integration Geflüchteter.

Rund ein halbes Jahr nach Inkrafttreten des Integrationsgesetzes vom 31. Juli 2016, wird Anfang 2017 erstmals verlässlich zu beurteilen sein, ob und wie das neue Gesetz wirkt. Die Jobbörse für Geflüchtete und Migranten kommt dafür genau zum richtigen Zeitpunkt.

Die 2. Jobbörse für Geflüchtete und Migranten findet am 25. Januar von 10 bis 16 Uhr im Estrel Berlin (Sonnenallee 225) statt; der Eintritt ist frei.

=Christian Kölling=

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