Sprengstoff auf umstrittenem Neuköllner Baugrundstück

Chemnitz, Passau, Bremen oder Osnabrück: Auch mehr als 70 Jahre nach Kriegs-ende halten allein seit Ende Oktober Fliegerbomben aus dem 2. Weltkrieg in kampfmittelraeumdienst_bombenentschaerfung-heidelberger-str_neukoellnunterschiedlichen Regionen Deutschlands immer wieder das öffentliche Leben in Atem. Die verrosteten Bomben, die oft bei Bauarbeiten im Boden gefunden bombe_bombenentschaerfung-heidelberger-str_neukoellnwerden, sind im Erdreich kaum zu erkennen. Und hat man die großen bau-chigen Bombenbehälter in der Erde bemerkt, sehen sie eher wie antike Fundstücke als wie todbringende Waffen aus.

Montag stießen Bauarbeiter nun in Neukölln an der Bezirksgrenze zu Treptow-Köpenick wieder einmal auf eine alte Fliegerbombe. Nach ihrer Entdeckung auf dem Grundstück Heidelberger Sraße 17 wurde die Bombe von baustelle-heidelberger-str_bombenentschaerfung-heidelberger-str_neukoellnSpezialisten der Polizei mit einer blauen Plane abgedeckt. Der Sprengkörper lag ausgerechnet auf dem gerade umstritten abgeräumten Grundstück zwischen Wildenbruch- und Bouchestraße, auf dem bis vor kurzem die Häuser des WBV Neukölln standen. Die Wohnungen, die zwar klein, aber dafür auch mit heidelberger_bouchestr_bombenentschaerfung-heidelberger-str_neukoellnschmalem Geldbeutel bezahlbar waren, hatten ausgedient und werden durch größere, teurere ersetzt.

„50 Kilo Weltkriegsbombe in Neukölln gefunden. Für die Entschärfung wird der Bereich um die Heidelberger Str. morgen ab 8 Uhr evakuiert“, hatte die Berliner Polizei bereits am Montagabend über Twitter angekündigt. Gestern Mittag, kurz nach 13 Uhr, lautsprecherwagen_bombenentschaerfung-heidelberger-str_neukoellnkonnte sie die drei erfolgreichen Bezwinger der Bombe über den Kurznachrichtendienst vorstellen. In der Zwischenzeit wurde die Öffentlichkeit mit einem runden sperrung-wildenbruchstr_bombenentschaerfung-heidelberger-str_neukoellnDutzend Tweets informiert.

Ebenso reibungslos wie die Bombenentschärfung verlief – sicherlich auch wegen der transparenten Öffentlichkeitsarbeit – die vorausgegangene Evakuie-rung der Umgebung im Umkreis von 200 Metern. Ein Gebiet, in dem rund 2.600 Menschen gemeldet sind. Bereits um 8 Uhr hatte die roentgen-schule_bombenentschaerfung-heidelberger-str_neukoellnSchulleitung der Röntgen-Oberschule das Gebäude an der Wildenbruchstraße vollständig geräumt und verschlossen. Schülerinnen und Schüler wussten über das Internet schon Bescheid und waren gar nicht erst supermarkt_bombenentschaerfung-heidelberger-str_neukoellngekommen. Der Super-markt nebenan musste erst um halb 10 auf polizeiliche Anordnung bis auf Weiteres schließen. Zu dieser Zeit rückten der Kampfmittelräumdienst, die Lautsprecherwagen und knapp 200 Polizistinnen und Polizisten mit weiteren Helfern für die Evakuierung an. Die beiden Buslinien 104 und 166 der BVG wurden ebenso wie der Autoverkehr umgeleitet. Zwar fiel es fiel kaum auf, wie die Anwohner bereits seit 8 Uhr langsam sperrkreis_bombenentschaerfung-heidelberger-str_neukoellnaber stetig ihre Wohnungen verließen, aber fast jeder im Gebiet war auf der Straße mit einem Rucksack oder einer Reisetasche unterwegs. Mitarbeiter des Roten Kreuzes waren zusätzlich gekommen, um hilfs-bedürftige Menschen beim Verlassen ihrer Wohnungen zu unterstützen. Anwohner, die nicht wussten wohin, umleitung-wildenbruchstr_bombenentschaerfung-heidelberger-str_neukoellnkonnten für die Dauer der Entschärfung in der Sporthalle an der Oderstraße unterkommen.

„Die ältere Dame guckt ja noch aus dem Küchenfenster“, bemerkte ein Mann, der auch bei der Räumung: „Die guckt ja genau auf die Bombe!“, rief er gleichermaßen amüsiert wie irritiert. Gegen 12 Uhr war nach Angabe der Polzei das gesamte Areal in den Straßenzügen Karl-Kunger-Straße – Wildenbruchstraße – Sülzhayner Straße – Bouchestraße allerdings tatsächlich geräumt. Nun konnten die Spezialisten vom Kampfmittelräumdienst die beiden bombe_feuerwerker_bombenentschaerfung-heidelberger-str_neukoellnZünder der Bombe entfernen und sprengen, sodass die kaum einen Meter lange Bombe mit dem Sprengstoff anschließend gefahrlos abtransportiert werden konnte. Aus Sicherheitsgründen war zwischen 11.30 und 12.30 Uhr sogar der Luftraum über dem Gebiet gesperrt. Außerdem hatten Techniker der abgedeckte-bombe_bombenentschaerfung-heidelberger-str_neukoellnGasag den Verlauf von Gasleitungen rund um den Ort der Entschärfung untersucht.

Spektakuläre Bombenentschärfungen gab es in Berlin zuletzt in Kreuzberg und in Zehlendorf. Besonders häufig traf es das brandenburgische Oranienburg, wo seit der Wende bisher 196 Blindgänger geräumt werden mussten. „Die Stadt war im Zweiten Weltkrieg wegen ihrer Rüstungsbetriebe Ziel zahlreicher Luftangriffe der Alliierten“, berichtete der rbb erst Ende September. Schätzungen zufolge liegen in ganz Berlin aber weiterhin etwa 3.000 unentdeckte Blindgänger im Boden.

=Christian Kölling=

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