Lesen, entdecken, lauschen: BuchBerlin gastiert in Neukölln

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Dass es in Deutschlands größter Stadt keine Buchmesse gibt, hat sich dank Steffi Bieber-Geske im vorletzten Jahr geändert. Im November 2014 veran-staltete die Brandenburgerin mit ihrem Verein Bücherzauber die erste BuchBerlin. „Damals gab es aussteller-belletristik_buch-berlin_estrel-neukoellngerade mal gut 60 Aussteller“, berichtet Janet Blume, Pressesprecherin der Buchmesse in der Hauptstadt.

„Inzwischen hat sich die Zahl mehr als verdreifacht, wobei wir aber immer noch Wert darauf legen, nur unabhängige Kleinverlage und Selfpublisher zuzulassen.“ Damit ist die BuchBerlin – nach den renommierten Mes-sen in Frankfurt, Leipzig und Mainz – nunmehr deutschlandweit zur viertgrößten Veranstaltung ihrer Art herangewachsen. „Anders als die“, so Blume, „haben wir aber noch keinen festen Standort.“ Dass die BuchBerlin an diesem Wochenende im kralinski_bieber-geske_buch-berlin_estrel-neukoellnCongress & Messe Center des Neuköllner Estrel-Hotels von Steffi Bieber-Geske (r.) und Brandenburgs Staatssekretär Thomas Kralinski (l.) eröffnet werden konnte, sei einem glücklichen Zufall zu verdanken: Der PR-Manager des Hotels habe sich gefragt, warum es in Berlin eigentlich keine Buchmesse gibt und sei bei aussteller-kinderbuch-verlage_buch-berlin_estrel-neukoellnRecherchen zu der Erkenntnis gelangt, dass dem doch so ist. „Daraufhin hat er Kontakt zu uns aufgenommen und die Location angeboten. Deshalb sind wir nun diesmal hier.“

Um die 4.000 Besucher erwartet das überwiegend ehrenamtlich arbeitende Organisationsteam des Bücherzauber e. V., das für die dritte Auflage der Berliner Buchmesse gleich ein Novum im Gepäck hatte: Für die Aussteller aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie Autoren und Illustratoren begann das Programm schon vorgestern mit

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einer Tagung. „Viele Kleinverlage und Selfpublisher haben noch einiges an Nach-hilfe nötig, was elementare Dinge der Finanzierung, Buchkalkulation, Vermarktung, Covergestaltung und professioneller Verlags- und Veranstaltungsorganisation sowie den Vertrieb betrifft“, wissen Janet Blume und auch Steffi Bieber-Geske, die seit 2010 adakia-verlag_buch-berlin_estrel-neukoellnChefin des Kinderbuchverlags Biber & Butzemann ist. Bei der Präsenz am Messestand gebe es ebenfalls noch fischlandverlag_buch-berlin_estrel-neukoellnoft Defizite, „Sitting is not selling“ sei daher eine von vielen Erkenntnissen bei den Work-shops und Expertenvorträgen gewesen. „Kleine Verlage und Selfpublisher  haben nur die Chance, sich durch Qualität abzuheben und gestalten oft mit viel Herzblut und Engagement tolle Bücher. Doch der Mangel an Zeit, Budget und Erfahrung macht es mitunter schwer, die Bücher gut im Buchhandel zu platzieren und eine größere Anzahl an Lesern anzusprechen“, ist Steffi Bieber-Geske überzeugt. Autoren würden ihrem Erfolg hingegen selber im Weg stehen, weil sie nicht extrovertiert genug sind und ihnen die Selbstvermarktung

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schwer fällt. Bei der BuchBerlin können sie das bei der Tagung Gelernte nun unmittelbar in die Tat umzusetzen beginnen. Zudem halten einige Aussteller weitere papyrus-autorencoaching_buch-berlin_estrel-neukoellnTipps für den Weg in und durch die Welt des Schreibens parat.

Belletristik, Gay- und Queer-Literatur, Fantasy und Kinderbücher sind die Genres, die den größten Raum in den beiden Ausstellungshallen einnehmen, aber auch für diverse andere Sparten ist Platz. „Besu-cher sollen auf der BuchBerlin einen schönen Tag verbringen, in besonderen Büchern stöbern, Lesungen adinkra-verlag_buch-berlin_estrel-neukoellnbesuchen, tolle Geschenk-ideen für Weihnachten entdecken und mit Autoren plaudern“, beschreibt die Initiatorin ihre Vision. Rund 60 Lesungen für Kinder und Erwachsene laden zum Lauschen ein, bei zahlrei-chen Signierstunden lässt sich der Kontakt zu den Schriftstellern intensivieren. „Die BuchBerlin schafft Räume zum Entschleunigen und Schatzsuchen“, stellte Staatssekretär Thomas Kralinski bei seiner Begrüßungs-ansprache fest: „Das ist hier alles andere als Massenbuchhaltung.“

Die BuchBerlin kann noch heute von 10 bis 18 Uhr im Congress & Messe Center des Estrel-Hotels (Sonnenallee 225) besucht werden. Eintritt: 4 Euro / 2 Euro für Auszubildende, Studenten, Schwerbehinderte, Hartz-IV-Empfänger und Rentner / frei für Kinder bis 16 Jahre und Schüler mit Schülerausweis.

Für eine Verlosung stellen die Organisatoren der BuchBerlin 3 x 2 Eintritts-karten facettenzur Verfügung. Wer daran teilnehmen möchte, schicke eine Mail (Klarnamen angeben!) mit dem Betreff „BuchBerlin“ an: Die ersten drei Absender gewinnen und werden umgehend verständigt; die Karten werden an der Kasse der BuchBerlin hinterlegt.

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