„Wir sind bekannt dafür, dass wir den Menschen helfen“

Einmal wöchentlich findet in der Neuköllner Martin-Luther-Kirche die Lebens-mittelausgabe von „Laib und Seele“ statt. Am vergangenen Mittwoch besuchte giffey_siebert-bright_hecht Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey das Tafelangebot und informierte sich zudem gemeinsam mit dem SPD-Bezirksverordneten Wolfgang Hecht bei Pfarrerin Anja Siebert-Bright und Pfarrer Alexander Pabst sowie bei Mitgliedern des Gemeindekirchenrates über die anderen Angebote und Projekte der Kirche in der Fuldastraße.

„O wie Otto“, ruft Carola Thumm-Soehle, die seit 2004 in der Gemeinde aktiv ist und seitdem die Ausgabestelle von „Laib und Seele“ organisiert, laut in den Kirchsaal. In dieser Woche können Bedürftige mit Nachnamen von M bis Z an der Essensausgabe teilnehmen. In der martin_luther_kirchsaalkommenden Woche sind Mittellose, Hartz-4-Empfangende und Geringverdiener unter 800 Euro mit den Nachnamen von A bis L an der Reihe. „Bei uns kann man selbst aussuchen, was man haben will“, hebt ein freiwilliger Helfer von Tafel-Leiterin Thumm-Soehle das Besondere an dieser Lebensmittelausgabe hervor, die hinter dem Altar aufgebaut ist.

Am Rand des Raumes hat Dieter Düwel von der Stromsparhilfe Neukölln der Caritas sein Informationsmaterial auf einem Tisch ausgebreitet. Die Einrichtung bietet Beratungsgespräche für den Stromspar-Check an und stellt duewelauf Wunsch einen Einsparplan mit einfachen Tipps und Tricks zum Stromsparen auf. Ein aktuelles Angebot, auf das Düwel besonders gerne hinweist, ist der  150 Euro-Gutschein für die Anschaffung eines neuen A+++-Kühlgerätes, mit dem nach Angabe des Energieberaters mindestens 200 Kilowattstunden Strom pro Jahr gespart werden können.

Die im Jahr 1909 erbaute evangelische Martin-Luther-Kirche ist von montags bis freitags zwischen 8 und 22 Uhr mit den unterschiedlichsten Angeboten für alle Menschen offen. Es gibt ein Café in der Kirche, und Luther‘s Laden in der Kirche verkauft zu seinen Öffnungszeiten  fair gehandelte Waren aus asiatischen, lateinamerikanischen und afrikanischen Ländern der sogenannten „Dritten Welt“. Rund 200 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer bringen sich gemeinsam mit fünf bezahlten Mitarbeitern aus dem ersten Arbeitsmarkt und 15 MAE-Kräften in die Gemeindearbeit ein. „Unser Gemeindemotto lautet: Da mache ich mit“, erklärt Pfarrerin Anja Siebert-Bright der Bezirksbürgermeisterin: „Wir sind bekannt dafür, dass wir den Menschen helfen.“ Die Martin-Luther-Gemeinde versteht ihre Kirche bewusst als offenes Haus. Dementsprechend hoch sind aber auch die laufenden Kosten für den Unterhalt des Gebäudes. „Wir wollen nicht über diese Kosten klagen – gute Arbeit kostet gutes Geld, sondern uns darüber freuen, dass es uns gelingt, sie Jahr für Jahr mit viel Mühe und Arbeit aufzubringen“, teilt martin_luther_kirchturmPfarrerin Siebert-Bright auf der Webseite ihrer Gemeinde mit.

Zusätzlich müssen auch dringend Mittel für die Sanierung der über 100 Jahre alten Kirche akquiriert werden. Mit Unterstützung des Neuköllner SPD-Bundestagsabgeordneten Dr. Fritz Felgentreu konnte die Gemeinde im Sommer bereits Geld für die Sanierung ihrer denkmalgeschützten Fassade beim Bund einwerben. Zur Sanierung des Kirchturms, der sich weit sichtbar über die Dächer im Norden Neuköllns erhebt, wurde die Aktion Turmrettung gestartet.

„Pickepacke voll wird die Martin-Luther-Kirche auch in diesem Jahr bestimmt am 1. Advent“, kündigen Alexander Pabst und Anja Siebert-Bright an. An diesem Tag werden viele hundert Besucherinnen und Besucher zum größten Adventsbasar in ganz Berlin erwartet. Der Erlös des Basars kommt zu 75 Prozent der sozialen Arbeit der Gemeinde zugute. Dazu gehört zum Beispiel die Lebensmittelausgabe „Laib und Seele“, das Obdachlosen-Nachtcafé, die Kinder-, Jugend- und Seniorentreffs, sowie andere Angebote und Projekte. Die restlichen 25 Prozent des Erlöses gehen an  die südafrikanische Partnergemeinde in Soweto.

Am 27. November wird von 9.30 bis 16 Uhr  zum großen Adventsbasar in der Martin-Luther-Kirche eingeladen: Der Gottesdienst für Groß und Klein beginnt um 10 Uhr, der Verkauf um 11.15 Uhr.

Die Stromsparhilfe Neukölln ist in der Aronsstr. 128 beim Caritasverband für das Erzbistum Berlin e. V. zu erreichen: Tel.: 030 – 666 34 040 (Mo. – Fr. 9 – 15 Uhr)

=Christian Kölling=