Anlass zum Nachdenken über die Nacht und ihre Erhellung

knochenfunde-wollhaarmammut_galerie-im-koernerpark_neukoellnObjekte zwischen Urzeit und Zukunft, die in direkter Verbindung zum Körnerpark stehen, waren ein wesentlicher Bestandteil der gerade zu Ende gegangenen Ausstellung „Ich bin, varim, je suis, Abendrot“ von Susanne Kriemann. Das Fragment eines Oberschenkelknochens und die Gelenkkugel eines Wollhaarmammuts aus der Eiszeit, die beide um 1900 in Franz Körners Kiesgrube gefunden wurden, waren zweifellos das Highlight der Ausstellung. Die beiden Exponate in einer Vitrine konnten mit Hilfe einer Lichtmaschine, die aus Fahrradkette und Kettenblatt, Narbendynamo, LED-Lampe und Kurbel auf einem Stativ bestand, lichtmaschine_koernerpark-neukoellnbeleuchtet werden. Am Samstagabend waren die Lichtmaschinen nun vor den vier Putten im Park ausstellungstext-susanne-kriemann_koernerpark-neukoellnaufgebaut.

Susanne Kriemann, Aleksander Komarov und Maxim Tyminko hatten für die Nacht der Zeitumstellung „Ein Lichtarchiv aus der Zukunft“ mit Illumination und Konzert konzipiert. Auf der Rasenfläche des Parks stand eine große Leinwand, auf der in Neukölln seit der Abenddämmerung die Wanderung des Sonnenuntergangs auf sonnenuntergang-kanada_koernerpark-neukoellndem Globus abzulesen war.

Gegen 23 Uhr, im Körnerpark war es inzwischen stockdunkel, war das Abendrot auf dem 55. nördlichen Breitengrad in Kanada bis zum 68. westlichen Längengrad, der ungefähr an der Ostküste der USA liegt, gewandert. In der abenddaemmerung-kanada_koernerpark-neukoellnGalerie konnte die Bewegung der Abenddämmerung basie-rend auf Daten aus dem Internet am Bildschirm verfolgt werden. „Langsam und immerfort, im Rhythmus der sich drehenden Weltkugel, dehnt sich die Zeit“, dj-mechatok_koernerpark-neukoellnerläuterten die Künstler zu ihrer Projektidee.

Synthetische Orgelklänge, Gesang und Posaune von Gry Nœhr Bagøien und Claus Hugo Nielsen begleiteten die bagoien_nielsen_koernerpark-neukoellnInstallation in Park und Galerie musikalisch ebenso wie DJ Mechatok. Gedacht war die Finisage als Einladung, um an diesem Abend über die Nacht und deren Erhellung nachzudenken und zusammen in der Zeit zu reisen.

Schon am 4. November um 18 Uhr wird in der Galerie im Körnerpark (Schierker Straße 8) die nächste Ausstellung eröffnet: Mit „Linear Momentum“ zeigen Künstlerinnen und Künstler Arbeiten, die die Linie in ihrem Verhältnis zu unserer Bewegung im urbanen und ländlichen Raum darstellt.

=Christian Kölling=