So vielfältig und bunt wie die Bevölkerung Neuköllns

schwingenschloegl_salonmusik-im-koernerpark_zitronencafe-neukoellnHerbsttage können bekanntlich trist sein. Jeden Sonntagabend gibt es zum Glück aber im Neuköllner Körnerpark bis einschließlich 18. Dezember einen musikalischen Lichtblick: Salonmusik im Zitro-nencafé heißt die Veranstaltungsreihe des Fachbe-reiches Kultur des Bezirksamtes, die bereits im dritten Jahr läuft.

Kulturamtsmitarbeiterin Bettina Busse sowie der Musiker  und Komponist Paul Schwingenschlögl (r.) haben für den Herbst ein Programm zusam-mengestellt, das so vielfältig und bunt wie die Bevölkerung Neuköllns ist. Die Musikerinnen und Musiker kommen aus Deutschland, Spanien, Südkorea, Neuseeland, Spanien, Griechenland, Bulgarien, Chile sowie den USA. Und: Sie beherrschen virtous eine Vielzahl musikalischer Stilrichtungen von Klassik bis Moderne. Den Auftakt machte am zweiten Oktober-Sonntag im Zitronencafé das Duo Ehrhardt & Garcia. Der spanische Sänger Sergio Usle García und der Berliner Gitarrist Steffen ko_jin_salonmusik-im-zitronencafe_koernerpark-neukoellnEhrhardt trugen Tangos und spanische Volkslieder vor, die außerhalb Spaniens kaum gespielt werden.

Am vergangenen Sonntag traten die in Berlin lebenden Koreaner Sung-Jun Ko (l.) und Sung-Eun Jin (r.) im Körnerpark auf. Beide sind ebenso von ko_salonmusik-im-koernerpark_zitronencafe-neukoellntraditioneller korea-nischer und orienta-lischer Musik inspiririert wie von moderner Rockmusik. Der Multi-Instrumentalist Sung-Jun Ko wechselte zwischen dem Gayageum, einer klassischen 12-saitigen koreanischen Wölbbrettzither, jin_salonmusik-im-koernerpark_zitronencafe-neukoellnund Oud, einer mittelalter-lichen arabischen Laute. Der Percussionist Sung-Eun Jin, der seine Karriere als Jazz/Rock-Drummer begann, begleitete ihn auf dem Handpan. Das ist modernes im Jahr 2000 entwickeltes Instrument aus Stahlblech, bei dem sich auf der oberen Halbschale Klangfelder befinden, die ähnlich wie bei der ko_jin_salonmusik-im-koernerpark_zitronencafe-neukoellnSteelpan mit Hämmern ins Blech eingearbeitet sind.

„Wir versuchen möglichst viele musikalische Stilrichtungen in unserem internationalen Programm zu berücksichtigen“, sagte Schwingelschlögl: „So erreichen wir ein breites Publikum. Für jeden ist etwas dabei. Die Leute kommen gezielt zu unseren Konzerten.“ Letzten Sonntag begleitete der aus Wien stammende Profimusiker die beiden Koreaner selbst auf der Trompete bei einem Stück. Auch Sung Yujin, Mitglied schwingenschloegl_ko_salonmusik-im-koernerpark_zitronencafe-neukoellndes AsianArt Ensemble in Berlin und Gayageum-Lehrerin des Multi-Instrumentalisten Ko, spielte spontan bei einem Musikstück mit.

Neun lebendige Musiknachmittage stehen bis Mitte Dezember noch bevor. Am kommenden Sonntag sind die Entertainerin Hattie St. John aus Neuseeland und der aus Bayern stammende Pianist Martin Zentner in Neukölln zu Gast. Die beiden präsentieren ein abwechslungsreiches Programm aus Swing, Latin und Blues. Paul Schwingenschlögl ist im Trio Dernier Métro zusammen mit der Sängerin Petra Zeigler und Julian Gretschel (Klavier, Posaune) noch einmal am 6. November im Zitronencafé zu erleben.  Gespielt werden klassische französische Chansons, italienische Canzoni, argentinische Tangos, Jazzstandards, skurrile Schlager, Perlen des Pop und überraschende eigene Kreationen.

Wer auf das vollständige Programm neugierig geworden ist, das mit dem Auftritt der Sopranistin Cassandra Hoffmann und des Pianisten Julian Gretschel abschließt, die die Weihnachtszeit mit einem interkulturellen musikalischen Programm einläuten, findet hier alle Informationen.

=Christian Kölling=