Neuköllner Hannah-Arendt-Gymnasium mit dem Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ausgezeichnet

„Eigentlich waren wir nur auf der Suche nach einem Text, der die Werte unserer Schule wiedergibt“, gestand Oberstudiendirektor Nachtigall am Mittwochmittag bei gruppe_schule-ohne-rassismus_hannah-arendt-gymnasium-neukoellneinem Festakt anlässlich der Verleihung des Titel „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ der Aktion Courage e. V. in der Aula des Hannah-Arendt-Gymnasium im Rudower Frauenviertel. Die Suche nach dem Text für ein Schulprofil führte Nachtigall, der grundsätzlich von Zertifikaten für einmal erbrachte Leistungen und unverbindlichen Absichtserklärungen nichts hält, zur Berliner Landeskoordination der Initiative Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage. Die Initiative, die sich bewusst gegen jede Form von Diskrimierung, Mobbing und Gewalt wendet, unterstützt vor allem Kindern und Jugendlichen dabei, das Klima in der Schule aktiv mitzugestalten. Jede Schule kann den Titel „Schule ohne Rassismus – nachtigall_schule-ohne-rassismus_hannah-arendt-gymnasium-neukoellnSchule mit Courage“ erhalten, sofern sie einige Voraussetzungen erfüllt: Mindestens 70 Prozent aller Menschen, die zur Schule als Lehrer, Schüler oder technisches Personal gehören, haben mit ihrer Unterschrift verbindlich erklärt, dass sie sich zukünftig gegen jede Form von Diskriminierung an ihrer Schule aktiv einsetzen, bei Konflikten eingreifen und regel-mäßig Projekttage zum Thema durchführen werden. Für die Verleihung des Titels muss außerdem ein Paten benannt werden, der die Schule dauerhaft in ihrem Engagement unterstützt. Das Hannah-Arendt-Gymnasiumbosse_schule-ohne-rassismus_hannah-arendt-gymnasium-neukoelln konnte als Schulpaten den Musiker Axel Bosse (r.) gewinnen, der mit seinen Auftritten immer wieder Flüchtlinge unterstützt und gegen Rechtsradikalismus öffentlich Position bezieht.

„Der Titel ist nicht das Ende, sondern der Beginn einer Reise“, bestärkte Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey in ihrer Rede zum Festakt die Schüler, Lehrer und Eltern in ihrem Engagement. „Eine wichtige Rolle im Schulleben des Hannah-Arendt-Gymnasiums spielen die Werte Verantwortungs-bewusstsein, Zivilcourage, Hilfsbereitschaft und Respekt, da sie diese mit der Namensgeberin, Hannah Arendt, verbinden und verpflichten“, sagte Giffey. Bildungsstadtrat Jan-Christopher Rämer (l.) gratulierte herzlich zur Titel-verleihung raemer_bosse_giffey_nachtigall_schule-ohne-rassismus_hannah-arendt-gymnasium-neukoellnmit den Worten: „Ich teile die Werte, welche das Hannah-Arendt-Gymnasium in ihrem Schulprofil verankert hat und wünsche mir, dass sich möglichst viele Schulen – in welcher Form auch immer – mit der Thematik auseinandersetzen und so zu einem toleranten Schulklima gelangen.“

In Berlin gibt es derzeit 84 „Schulen ohne Rassismus – Schulen mit Courage“, sieben davon in Neukölln, teilte Rafael Rickfelder von der Landeskoordination der Initiative mit: „Der Titel ist kein Preis und keine Auszeichnung für bereits geleistete Arbeit, sondern er ist eine Selbstverpflichtung für die Gegenwart und die Zukunft. Einmal pro Jahr müsse deshalb ein Projekt zum Thema Diskriminierungen durchgeführt werden, um langfristig gegen Rassismus und jede andere Ideologie von Ungleichwertigkeit vorzugehen. „Es ist aber nicht so, dass wir eine Schule allein im Regen stehen lassen“, versicherte Rickfelder. Jede Schule, die den Titel trägt, sei vielmehr Teil eines Netzwerkes, das dauerhaft Verantwortung für das Klima an den Schulen und in ihrem Umfeld übernehmen will.

Im Anschluss an die Feierstunde mit Musikprogramm präsentierten bei einem Schulfest die Schülerinnen und Schüler in den Klassenräumen des Hannah-Arendt-Gymnasiums ihre verschiedene Herkunftsländer mit landestypischen Speisen, Spielen und Rätseln.

=Christian Kölling=