Proteste am Weltlehrertag

„In Neukölln leben die meisten Minijobber, die zusätzliche Hilfe zum Lebensunterhalt benötigen“, musste das FACETTEN-Magazin kürzlich berichten, und damit sich daran integrationskurs_honorarkraefte-protest-berlinetwas ändert, sind viele Lösungen gefragt. Gestern, am Weltlehrertag, protestierten Honorarlehrkäfte aus ganz Berlin mit Unter-stützung der Gewerkschaften GEW und ver.di vor dem Brandenburger Tor dagegen, wie Lehrkräfte zweiter Klasse behandelt zu werden. Die Honorar-Lehrerinnen und -Lehrer fordern unter Berufung auf UNESCO-Standards, dass alle Lehrerkräfte die gleiche oder eine gleichwertige soziale Absicherung genießen müssen, unabhängig von der Art der Schulen bzw. der Kurse, in denen sie unterrichten.

pollmann_honorarkraefte-protest-berlinAndré Pollmann (l.), Landesbezirksfachbereichsleiter für Bildung, Wissenschaft und Forschung der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di in Berlin und Brandenburg kritisierte: „Das Land Berlin muss sich den Vorwurf gefallen lassen, jahrzehntelang prekäre Arbeit gefördert zu haben.“ Mit Blick auf die sehr wahrscheinlich kurz bevorstehenden rot-rot-grünen Koalitionsverhandlungen forderte er, eine vergleichhbare Bezahlung freier prekaere-arbeit_honorarkraefte-protest-berlinMitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wie sie bis 1992 in Berlin üblich gewesen sei. Die Weiterentwicklung der Sozialstandards für Freie nach dem Volks-hochschulmodell sowie die Festanstellung als Option für langjährig beschäftigte freie Dozentinnen und Dozenten.

Teilweise erfolgreich hatten Honorarkräfte aus Sprach- und Integrationskursen im Frühjahr mit einem bundesweiten Protest für eine bessere Bezahlung gekämpft. skandal_honorarkraefte-protest-berlinDie vom Innenmisterium per Weisung verfügte Erhöhung ihrer Honorarsätze auf 35 Euro sei aber nicht ausreichend, kritisierte u. a. ein Bündnis aus Lehrkräften, die Deutsch als Fremdsprache bzw. Zweitsprache unterrichten: „Solange wir in der Regel als Honorarkräfte unter prekären Bedingungen arbeiten, wird unser Beruf so unattraktiv bleiben, dass der Mangel an qualifizierten Lehrkräften eher zu- als abnimmt“, teilten sie in einer Erklärung zum Weltlehrertag mit.

=Christian Kölling=