Infomobil des Deutschen Bundestags macht Station in Neukölln

besprechungsraum_infomobil-deutscher-bundestag_neukoelln„Letzte Woche waren wir im Allgäu, am 4. und 5. Oktober sind wir in Neukölln zu Gast und in der nächsten Woche geht es nach Stendal“, berichtet Klaus-Ulrich Heukamp, franz_gruppe_infomobil-deutscher-bundestag_neukoellnder zusammen mit seinen Kollegen Dominik Franz (2. v. r.) und Gunter Smits auf dem Alfred-Scholz-Platz das Infomobil des Deut-schen Bundestages als Honorarkraft betreut. Ins-gesamt zählt das Team der freiberuflichen Berater, die für das Referat Öffentlichkeitsarbeit des Bundestags tätig sind, derzeit 60 gleichberechtigt arbeitende Personen. „Wir können hier eine ganze Schulklasse ohne Probleme unterbringen, wenn alle dicht zusammenstehen“, veranschaulicht Heukamp das Fassungsvermögen des geräumigen, 450 PS starken felgentreu_infomobil-deutscher-bundestag_neukoellnund 16,5 Meter langen Trucks der Marke Mercedes Benz. Das Infomobil hat eine überdachte Bühne, einen Großbildschirm für die Vorführung von Filmen, sowie mehreren Bildschirme mit Quiz- und Informations-angeboten. Sogar ein kleiner Besprechungsraum, der heukamp_infomobil-deutscher-bundestag_neukoellnmit einem Vorhang gegen neugierige Blicke von außen geschützt werden kann, ist für persönliche Gespräche vorhanden.

„Ich habe meine Sprechstunde heute hierher verlegt“, sagt Dr. Fritz Felgentreu, Neuköllner Bundestags-abgeordneter, der als SPD-Kandidat bei der vergangenen Bundestagswahl das Direktmandat im Wahlkreis 82 gewann. Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey giffey_infomobil-deutscher-bundestag_neukoellnsowie Karin Korte und Derya Caglar, die beide bei den Abgeordnetenhauswahlen gerade neu für die SPD in das Landesparlament einzogen, begleiten den Parlamentarier. Rasch haben sich einige Neugierige auf dem Platz gesammelt, und die Teilnehmer von zwei Deutschkursen einer nahegelegenen Sprach-schule finden schnell den Weg in das Infomobil. Nach einem Einführungsvortrag fragt einer der Kurs-teilnehmer nach dem Wahlrecht für Ausländer. Felgentreu weist auf bestehende verfassungs-rechtliche Bedenken hin und empfiehlt: „Ich kann kuerschners-volkshandbuch_infomobil-deutscher-bundestag_neukoellnIhnen nur raten, nutzen Sie den frühestmöglichen Zeitpunkt und werden Sie deutscher Staatsbürger.“

Das breite Informationsangebot bietet für alle Altersgruppen und Bildungsniveaus etwas. Bezirks-bürgermeisterin Giffey gefallen die Comic-Figuren Karla, Karlchen und Kalle Adler, die Schulkinder die Grundlagen des Parlamentarismus einfach und verständlich erklären. Aber auch eine alte Ausgabe von Kürschners Volkshandbuch aus der dritten Legislaturperiode des Bundestages, in dem die ersten West-Berliner Bundestagsabgeordneten aufgeführt sind, hat das Infomobil mit an Bord.

Fritz Felgentreu erinnert an die frühere Neuköllner SPD Politikerin und AWO-Gründerin Marie Juchacz, die nach der Einführung des Frauenwahlrechts in der Weimarer Republik neben Klara Zetkin die einzige Frau im Reichstag war und als Erste eine Rede im Parlament hielt: „Wussten Sie, dass die SPD-Fraktionsspitze im sondererlaubnis_infomobil-deutscher-bundestag_neukoellnMarie-Juchacz-Raum tagt?“, fragt er in die Runde. Der Raum befindet sich in einem der vier Türme des Reichs-tagsgebäudes, auf dem die Europa-Flagge weht. Heute kann das Infomobil noch bis etwa 14 Uhr auf dem Alfred-Scholz-Platz besucht werden. Niemand sollte sich übrigens Sorgen machen, dass das „demograhische Pflaster“ vom – nur im übertragenen Sinne schwergewichtigen – Infomobil in Mitleidenschaft gezogen wird. „Wir haben schon auf Plätzen gestanden, unter denen sich direkt Tiefgaragen befinden“, beruhigt Klaus-Ulrich Heukamp, und das Bezirksamt hat bei Erteilung der Sondererlaubnis alles genau geprüft.

 =Christian Kölling=