Grundstein für Wohnpark und Skepsis gelegt

„Bauunternehmungen gehören im Allgemeinen nicht zum Kerngeschäft der Kirche“, sagte Weihbischof Dr. Matthias Heinrich, als vorgestern im Beisein von rund 100 publikum_grundsteinlegung-wohnpark-st-marien_neukoellngeladenen Gästen auf dem Gelände der ehema-ligenbauarbeiten-ex-frauenklinik-neukoelln Frauenklinik am Mariendorfer Weg fei-erlich der Grundstein für den Wohnpark St. Marien gelegt wurde. Bauherr des Wohnbau-projekts in Neukölln, das den Neubau von 1 1/2- bis 5-Zimmer-Wohnungen, Studenten-Appartements, einer Kita mit 65 Plätzen sowie ein Familienzentrum umfasst, ist vielmehr die katholisch geprägte AVILA-Gruppe, modell-wohnpark-st-marien_neukoellnderen Vorstand der charismatische Dr. Douglas Fernando ist.

Im Januar 2015 erwarb Fernando das Areal am Mariendorfer Weg von der Comer Group für die petruswerk. Katholische Wohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft mbH, einem Unternehmen der AVILA Group. Das Petruswerk entwickelte ein Wohnungsbauprojekt, das über 600 neue Wohnungen vorsieht. Dort soll in Sichtweite des Tempelhofer Feldes ein neues städtisches Quartier entstehen, in das die historischen Gebäude der fernando_grundsteinlegung-wohnpark-st-marien_neukoellneinstigen Frauenklinik entsprechend den Vorgaben des Denkmal-schutzes einbezogen werden.

„Wir wollen friedlich, freundlich und harmonisch mit den Anwohnern leben“, wünschte Dr. Douglas Fernando (r.) bei der feierlichen Zeremonie. „Wir sind stolz auf das Projekt. Wir freuen uns. Und wir werden es immer unterstützen“, entgegnete Bezirksbürgermeisterin Dr. Franziska Giffey. Angetan ist die Bezirksbürgermeisterin vor allem von der sozialen Komponente des Projektes, blesing_giffey_weihbischof-heinrich_fernando_grundsteinlegung-wohnpark-st-marien_neukoellndenn es soll eine Infrastruktur für Studenten, Kinder und Familien entstehen. Zweitens freue sie sich darüber, dass am Mariendorfer Weg, wo lange Zeit Vermüllung und Vandalismus herrschten, jetzt sekt-empfang_grundsteinlegung-wohnpark-st-marien_neukoellnendlich wieder Leben einzieht, ließ Giffey wis-sen. Beim anschließenden Sektempfang vor dem alten Klinikportal wurde in verschiedenen Redebeiträgen erläutert, wie der sozial-integrative und karitative Ansatz im christlichen Wohnquartier gestaltet werden soll.

Skepsis gab es nur am Rande. Die Bezirksverordnete Marlis Fuhrmann war zur Grundsteinlegung mit einem T-Shirt gekommen, dessen Aufdruck an zwei gescheiterte Projekte Fernandos erinnerte. Zum einen musste sich das österreichische Tochterunterunternehmen des deutschen Petruswerks wegen finanzieller Probleme aus dem Bau des Wissenspark Salzburg-Urstein im Jahr 2016 fuhrmann_grundsteinlegung-wohnpark-st-marien_neukoellnzurückziehen. Zum anderen stieg das deutsche Petruswerk 2013 in Greifswald, wo AVILA zu den großen privaten Investoren gehört, aus dem Bauvorhaben Straze aus. „Mein Verdacht ist, dass Fernando in Neukölln die alte Frauenklinik verkau-fen will“, begründete Fuhrmann (l.) ihren Protest. „In dem denkmalgeschützten Gebäudekomplex würden dann überall Eigentumswohnungen entstehen“, befürchtet die Bezirksverordnete der Linken. Auch mit dem „sozialintegrativen Konzept“, das Fernando auf einer Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses im Februar 2015 vorstellte, ist Fuhrmann nach wie vor unzufrieden. Sie will statt blumiger Worte klare Zusagen, wieviele Sozialwohnungen im St. Marien-Wohnpark entstehen und nannte ihre Forderung: „250 Sozialwohnungen, die AV-Wohnen-fest sind, wären angemessen.“

=Christian Kölling=