Bronze-Medaille für eine Neuköllner Ehrennadel-Trägerin

Eine unprätentiöse Halle am Mariendorfer Weg. Direkt gegenüber waren erst Flüchtlinge und im letzten Winter eine Notunterkunft für Obdachlose untergebracht, ebjc-trainingsstaette_mariendorfer weg_neukoellndirekt nebenan ist die Hermann-Sander-Schule, eine sportbetonte Ganztagsgrundschule. Erster tafel ebjc-trainingsstaette_mariendorfer weg_neukoellnBerliner Judo-Club steht auf einer dezenten Tafel, die besagt, dass sich hier die Trainingsstätte des Vereins befindet.

Seit gestern Abend ist dessen prominentestes Mitglied, Laura Vargas Koch, um einen sportlichen Erfolg reicher: In Rio erkämpfte sich die 26-jährige Mittelgewichtlerin die Bronze-Medaille. Es war bereits das zweite Mal, dass die Judoka auf brasilianischem Boden Edelmetall gewann; im August 2013 wurde sie hier Vize-Weltmeisterin. Knapp vier Monate später wurde Vargas Koch im Schloss Britz mit der Neuköllner Ehrennadel die höchste Auszeichnung des Bezirks verliehen. Sie stelle, so die Begründung, „für die Neuköllner Jugend ein wichtiges Vorbild“ dar und habe bewiesen, „dass man mit Ehrgeiz, Fleiß, Ausdauer und Zielstrebigkeit sehr viel erreichen“ könne. Das gilt nach wie vor, der Wohnort der angehenden Mathematikerin mit Doktortitel liegt dagegen längst fernab von Berlin – geblieben ist die Verbundenheit zum Verein im Mariendorfer Weg.

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