Wiedersehen in Magdeburg

stadthalle magdeburg_foto reinhold steinleWer jetzt in den Sommerferien einmal der Stadt Magdeburg einen Besuch abstattet und die dort aufgestellten Gedenk-tafeln aufmerksam liest, wird auch über Namen dom magdeburg_foto reinhold steinlestolpern, die eng mit Neukölln verbunden sind.

So wirkte beispielsweise der Architekt Bruno Taut als Stadtbaurat von 1921 bis 1924 in Magdeburg. Bereits 1912 hatte er mit Franz Hoffmann die noch existierende Gartenstadt Reform geplant. Johannes Göderitz, ein Mitarbeiter von Taut, schuf wiederum 1926/27 zusammen mit Wilhelm Deffke die Stadthalle Magdeburg (r.). Taut kehrte schließlich 1924 nach Berlin zurück, wo nach seinen Plänen ab 1925 die Hufeisensiedlung in Britz errichtet wurde, in der man viele Straßennamen nach Figuren bzw. Lebensstationen von Fritz Reuter (1810-1874) benannte. Auch zwischen dem Schriftsteller und Namensgeber für die Neuköllner Reuterstraße ist eine Verbindung nach Magdeburg dokumentiert: Er saß ab 1833 eine siebenjährige Gefängnisstrafe wegen „Teilnahme an hochverräterischen burschenschaftlichen Verbindungen und Majestätsbeleidigung“ in verschiedenen Haftanstalten ab und war von 1837 bis 1838 in der Festung der sachsen-anhaltinischen Hauptstadt inhaftiert.

Einem anderen Reuter, nämlich Ernst Reuter, ist in Magdeburg seit 1992 die Ernst-Reuter-Allee gewidmet: Von 1931 bis zur Machtergreifung der Nationalsozialisten im Frühjahr 1933 war der SPD-Politiker Oberbürgermeister von Magdeburg.

=Reinhold Steinle=

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