Was brauchen Seniorinnen und Senioren in Rudow – und was sollen sie bekommen?

Darum ging es bei einer Informationsveranstaltung, zu der am vergangenen Dienstag Dr. Franziska Giffey und Bernd Szczepanski ins Haus Harz eingeladen hatten. haus harz_neukoelln-rudowGemeinsam mit einem Mitarbeiter des Hochbau-amts wollten Neuköllns Bezirksbürgermeisterin und der Sozialstadtrat die Pläne der neuen Seniorenfreizeitstätte vorstellen und sich gleich-zeitig über die Wünsche und Bedürfnisse älterer Menschen im Ortsteil Rudow informieren.

„Die Finanzierung Ihrer neuen Freizeitstätte in Alt-Rudow 60 ist gesichert. Der Senat hat 675.000 Euro für das Projekt bewilligt. Wir können heute also beraten, wie das neue Haus aussehen soll“, teilte Bezirksbürgermeisterin Giffey den zahlreich erschienenen giffey_szczepanski_senioren-info-veranstaltung rudow_neukoellnSeniorinnen und Senioren mit. Doch eine ernüchternde Nachricht folgte schon einige Sätze später und wurde mit leisen Unmuts-äußerungen quittiert: Obwohl Giffey sich eine Eröffnung zum Ende 2017 gewünscht hat, wird der alte dorfschule rudow_neukoellnneue Seniorentreff auf dem Gelände der Alten Dorfschule Rudow voraussichtlich erst im September 2018 eröffnen.

Beim Bau seien mehrere Interessen zu berücksichtigen, weil die Grundstücke der Dorfschule und des daran angrenzenden Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes in der Neuköllner Straße 333 zusammengelegt würden, schwarz_giffey_senioren-info-veranstaltung rudow_neukoellnerläuterte Schwarz (M., neben Giffey) detailiert. Unter bestimmten bau-planrechtlichen und denkmalfachlichen Auflagen, so der Hochbauamt-Mitarbeiter, könnte dort aber ein einstöckiges Gebäude ohne Keller mit 150 Quadrat-metern Grundfläche errichtet werden. „Rudow hat einen hohen Anteil von Senioren. Das wird in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auch so bleiben“, leitete Sigmar Gude von TOPOS Stadtplanung als Moderator der Veranstaltung die anschließende Befragung ein.

Gut vorbereitet stellte die Sprecherin der Besucher einen Katalog mit Wünschen und forderungen_senioren-info-veranstaltung rudow_neukoellnForderungen für die neue Freizeitstätte vor: Schmackhaftes Essen, ein Empfangstresen am Eingang, behindertengerechte Toiletten und eine Liege für Notfälle, standen ebenso auf der Liste wie drei Besucher-Parkplätze und ein großer Gemeinschaftsraum, in dem Tanzveranstaltungen ebenso wie Filmvorführungen möglich sind.

„Wir wollen ein möglichst breites Angebot für die ältere Generation in Rudow haben. Es kommt uns darauf an, die Gemeinschaft zu stärken“, stellte Sozialstadtrat Szczepanski die Erwartungen des Bezirksamtes vor. Er wolle deshalb für den Internet-Zugang WLAN installieren und für die Raucher eine überdachte Terrasse bauen lassen. Auch die neue Stadtteilbibliothek auf dem Grundstück Alt-Rudow 45, für die der feierliche erste Spatenstich am vergangenen spatenstich stadtteilbibliothek rudow_neukoellnDonnerstag erfolgte, soll nach ihrer Fertigstellung in das Programmangebot für die älteren Menschen in Rudow einbezogen werden.

Noch Anfang letzten Jahres waren die Rudower Senioren gegen die Planungen des Bezirksamtes Sturm gelaufen, als sie erfuhren, dass ihre Freizeit-stätte abgerissen wird, um Platz für die Bibliothek zu schaffen. Dieser Konflikt ist nun glücklicherweise beigelegt. Gegen den neuen modernen Bildungsort, für den 1,8 Millionen Euro investiert werden, wurden in der vergangenen Woche keine Bedenken mehr vorgebracht. Schließlich wird der neue Seniorentreff an der Alten Dorfschule fast doppelt so groß wie das derzeitige Ausweichquartier im Haus Harz.

=Christian Kölling=

Advertisements