Völkerverständigung geht durch den Magen

„Wir sind kein Imbiss. Wir machen ein Integrationsprojekt“, klärt Neuköllns Sozial-stadtrat mobile baeckerei_alfred-scholz-platz_brote aus der heimat_neukoellnBernd Szczepanski einige Neugierige auf, die ihn fragen, warum auf dem Alfred-Scholz-Platz heute zwischen Bänken und Tischen Gemüse geputzt wird und im Hintergrund ein imposantes Fahrzeug steht. Auch der SPD-Bezirksverordnete Wolfgang Hecht ist an diesem Mittwochvormittag gekommen, um sich anzuschauen, wie das Bezirksamt Neukölln ein kulinarisches Zeichen für Völkerverständigung und die Integration geflüchteter Menschen setzt. „Essen ver-bindet die Menschen überall auf der Welt. Zusammen mit der Firma Domberger Brot-Werk hecht_szczepanski_brote aus der heimat_neukoellnmachen wir deshalb die Aktion Brote aus der Heimat, fügt Szczepanski (r., neben Wolfgang domberger_brote aus der heimat_neukoellnHecht) hinzu.

Florian Domberger (r.) und sein Kompagnon Björn Wiese machten sich Anfang des Jahres aus Augsburg mit einer ausgemusterten Feldbäckerei der Schweizer Armee auf den Weg nach Berlin. Vierzehn Tage später waren sie in der Hauptstadt. Seitdem touren sie mit der Feldbäckerei aus den 1960er Jahren in Berlin und Umgebung, um hauptsächlich historische Märkte zu besuchen. Kürzlich war Domberger mit seinem Freund und Geschäftspartner Wiese in Charlottenburg für eine Brote aus der Heimat-Aktion: „Ich habe mich unheimlich aufgeregt, als im sächsischen Clausnitz ein Bus mit geflohenen Menschen von etwa 100 Gegner eines neuen Asylbewerberheimes belagert wurde“, begründet Florian Domberg sein thermostat mobile baeckerei_domberger-brot-werk berlin_brote aus der heimat_neukoellnEngagement. „Man kann über die Flüchtlingspolitik unterschiedlicher Meinung sein, aber niemand darf Menschen bedrohen, die auf der Flucht sind.“

Domberger stellt die mobile Bäckerei mit ihrem Backofen, der konstant 300 Grad Celsius liefert, zur harpering_baecker aus eritrea+ bosnien_brote aus der heimat_neukoellnVerfügung. Alles weitere tragen die Geflüchteten selber bei, damit die Aktion gelingt. Bäckerinnen und Bäcker aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und Bosnien arbeiten in der engen Backstube nebeneinander und werden dabei harpering_brote aus der heimat_neukoellnvon Patrick Hannemann und Mattis Harpering unterstützt, die beide bei Märkisches Landbrot beschäftigt sind. „Herr Weckmann hat 50 Kilo Weizen vom Typ 550 gespendet. Der ist als Vielzweckmehl verwendbar“, erklärt Harpering. Nach einer Stunde sind die ersten Brote fertig. Im Handumdrehen hat sich eine Schlange an der Essensausgabe gebildet. Zum Probieren kann zwischen duftenden Köstlichkeiten aus verschiedenen Ländern szczepanski_brote aus der heimat_neukoellngewählt werden. Zum Brot gibt es Salat und Humus dazu. Spenden sind willkommen und können in eine große Dose geworfen werden.

Die Idee zum Aktionstag entstand, als Sozialstadtrat Bernd Szczepanski bei einem Treffen zwischen Bio-Bäckern und dem Jobcenter war. „Die Bio-Bäcker haben gerade massiven Nachwuchs-mangel und suchen dringend gute Leute. Deshalb wollen wir mit dieser Aktion auch auf Arbeitsplätze im Bäckerhandwerk aufmerksam machen“, erklärt Szczepanski. Florian Domberger sagte über den Einsatz der Geflüchteten beeindruckt: „Die Menschen haben ein enormes praktisches Wissen und fangen einfach an!“

=Christian Kölling=

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