Nähe von Bienen zu Menschen als Gefahr und Therapie

Die Initiative Berlin summt unterstützt an vielen repräsentativen Standorten Berlins die Aufstellung von Bienenstöcken und wurde 2014 dafür mit dem Naturschutzpreis der ritter_kind_sanfte bienen_vivantes neukoellnStiftung Naturschutz ausgezeichnet. Auch am Vivantes Klinikum Neukölln summt es bereits: Das Krankenhaus hat in zwei Stöcken „sanfte Bienen“ angesiedelt. Vorgestern wurde bei einem Presse-termin erläutert, warum Bienen so wichtig für die Natur sind und wie sie darüber hinaus Kindern in psychiatrischer Behandlung helfen können.

„Bienen streicheln ist fast genauso abenteuer-lich wie einen Löwen streicheln“, sagt Dietmar Ritter, der Hobby-Imker und seit 1981 Krankenpfleger in der Kinderpsychiatrie ist. „Traumatisierte Kinder überwinden beim Bienenstreicheln ihre Ängste und finden positive Verstärkung.“ Ritter nimmt in der kind_biene_sanfte bienen_vivantes neukoellnRegel nur ein Kind aus der Tagesklinik mit zu den Bienenstöcken. „Die Kinder müssen sich am offenen Bienenstock konzentrieren, wenn sie von den Waben frischen Honig naschen oder die Bienen streicheln“, erläutert der Imker. „Sie dürfen keine hektischen Bewegungen machen, um nicht gestochen werden.“ Das sei gut für die Kinder, mit denen im Alltag oft niemand zurecht kommt, und werde von ihnen als Belohnung empfunden. „Honig schmeckt besser als Schokocreme“, weiß Ritter. Ein Smoker am Boden nebelt zur Sicherheit die Insekten ein. „Die Bienen denken, es brennt, wenn sie den Rauch wahrnehmen, und saugen sich mit Honig voll. Dadurch werden die Tiere ruhiger und schwerfälliger“, erklärt der kind_wabe_sanfte bienen_vivantes neukoellnImker, der im Mai 2015 die Bienenstöcke in einem ruhigen Winkel des Neuköllner Krankenhauses auf einer Wiese zwischen Kastanien und Linden aufstellte.

„Früher als Kind hatte ich andauernd Bienenstiche, weil ich im Garten barfuß gelaufen bin“, gesteht Dr. Friderike Benzel, Oberärztin der Dermatologie im Neuköllner Krankenhaus. „Bei einem Bienenstich müssen Sie rasch den 2 bis 4 Milimeter langen Bienenstachel entgegen der Stichrichtung entfernen und den Giftsack abkratzen, damit kein Bienengift mehr in den Körper gelangt“, lautet ihr Erste-Hilfe-Tipp. Anschließend sei es gut, die Schwellung fleißig zu kühlen. „In Mund und Rachen können Bienen- und Wespen-stiche lebensbedrohlich sein – lutschen Sie Eis, und suchen Sie schnell ärztliche benzel_sanfte bienen_vivantes neukoellnHilfe auf!“, warnt die Vivantes-Webseite, wo auch weitere Hintergrundinformation abgerufen werden können.

„Wichtig ist es, zu unterscheiden, ob Sie allergisch sind oder nicht“, sagt Dr. Benzel (l.). Rund 25 Prozent der Bevölkerung seien gegen Insektenstiche leicht aller-gisch; etwa 1 Prozent bis 3,5 Prozent litten bei Insektenstichen unter einer schweren Allergie. Bei ihnen träten sofort nach dem Stich starke Allgemeinreaktionen auf. Zu den Anzeichen einer so genannten Anaphylaxie gehören Zittern, Kreislaufbeschwerden, Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Atemnot bis hin zum lebensgefährlichen allergischen Schock. „Achten Sie auf Jucken an den Fußsohlen und Handflächen!“, rät die Medizinerin. So lasse sich eine starke allergische Reaktion selbst besser erkennen. Speziell für Insektengift-Allergiker mit schwerer Anaphylaxie gibt es bei Vivantes eine honigbienen_neuköllner imkervereinstationäre Kurzzeit-Hyposensiblilisierung mit anschlie-ßender ambulanter Therapie.

Durch Berlin summt soll aber insbesondere die große positive Bedeutung der Bienen für den Menschen gewürdigt werden. Honig ist wegen seiner antibak-teriellen und entzündungshemmenden Wirkung unter anderem als Heilmittel bekannt. Vor allem aber erbringen Bienen eine enorme Bestäubungsleistung: Rund ein Drittel der menschlichen Nahrungsmittel wird durch die Bestäubung gesichert und ein Großteil der Kulturpflanzen ist davon abhängig.

=Christian Kölling=

Advertisements