Reminiszenz an Raupen und kindliche Rückzugsorte

urban cave_koernerpark neukoellnDie Hochsaison, in der Pfaffenhütchen-Gespinstmotten ihr Unwesen treiben und Spaziergängern Schauer über den Rücken jagen, ist längst vorbei. Ein bisschen erinnert jedoch julia sossinka_urban cave_koernerpark neukoellnJulia Sossinkas Installation auf der Galerieterrasse im Körner- park wieder an die Naturkunst- werke der Raupen. Das ist aber nur ein Nebeneffekt. Mit „Urban Cave“ ging es der Künstlerin vorrangig um die Gestaltung einer Höhle, die viele an ihre Kindheit zurückdenken lassen wird, die zudem aber auch zum Bekrabbeln und Entdecken ihrer Struktur einlädt.

Auf zum neu gestalteten Ufer!

Als „desolat“ beschreibt Neuköllns Baustadtrat Thomas Blesing den Zustand, in teltowkanal neukoellndem sich die Wegeverbindung am Nordufer des Teltowkanals zwischen Britzer Damm und Rungius-straße jahrelang präsentierte. Deshalb wurde sie im letzten Vierteljahr grundsaniert: Statt asphaltierter gibt es jetzt Betonpflaster-Wege, an einigen Stellen wurden neue Bäume und Sträucher gesetzt, an anderen Stellen wiederum gerodet. Zudem, teilte der Baustadtrat mit, habe man Rasenflächen über- arbeitet und Sitz- und Spielelemente aus Sandstein für Groß und Klein geschaffen.

Ein bisschen (mehr) Frieden

galerie im koernerpark_neukoellnDie Galerie im Körnerpark ist kaum wieder zu erkennen. Weg ist der schier endlos lange Saal, getauscht gegen mathilde ter hejine_galerie im koernerpark neukoellnein völlig neues Raumgefühl. Zu verdanken ist es Mathilde ter Heijne und ihrer Ausstellung „Blood, Sweat and Tears – Assembling Past and Future“. Gemeinsam mit einem Netzwerk Kulturschaffender fokussierte die Künstlerin ein 100 Jahre zurückliegendes Ereignis, den ersten Internationalen Frauenfriedenskongress in Den Haag, um ihn mit aktuellen Krisen in Beziehung zu setzen und Weiterlesen

Statt Brotkrumen: Märchenhafte Wegweiser zum Körnerpark

schild_haensel- und gretelpfad neukoelln_werkschule loewenherz„Hänsel und Gretel verliefen sich im Wald“, so beginnt ein inzwischen über 100 Jahre altes Kinderlied, das jonasstr_haensel- und gretelpfad neukoelln_werkschule loewenherzsich auf das Grimm’sche Märchen um das Geschwisterpaar stützt. Nun hat Nord-Neukölln zwar keinen Wald, in dem man sich verlaufen könnte, aber Ortsunkundigen, die vom Tempelhofer Feld in den Körnerpark möchten, kommt ein wenig Orientierungshilfe sicher gelegen. Deshalb zieht sich nun der Hänsel- und Gretelpfad von einer Attraktion zur nächsten.

Konzipiert, angelegt und ausgestaltet wurde er von Schülergruppen der Werkschule Löwenherz, getestet und für gelungen befunden von Neuköllns Weiterlesen

Geschichte der Wende in arabischer Sprache

Eine misslungene Generalprobe, sagen Theaterleute, sei die beste Garantie für eine kameramann_die wende_daz neukoellngelungene Premiere und weitere erfolgreiche Aufführungen. Sofern  diese Regel über das Theater hinaus  gilt, muss die arabischsprachige Ausstellung „Die Wende – der Beginn der deutschen Einheit. Eine friedliche Revolution zur Wiedervereinigung“, ein voller Erfolg werden.

Zur Eröffnung  luden vorgestern der Bezirksstadtrat für Soziales, Bernd Szczepanski, und der Leiter des Deutsch-Arabischen Zentrums (DAZ) Nader Khalil ein. Die Zielgruppe, neu zugezogene Flüchtlinge aus arabischen Ländern, denen auf Weiterlesen

„Wählen Sie nach Verstand und nicht nach Gefühl!“: Vier von vielen, die für Neukölln ins Abgeordnetenhaus wollen

Der Bürgerverein Berlin-Britz besteht bereits seit 1890. Dagegen ist dessen Idee, vor Wahlen zu einem Mehrparteiengespräch einzuladen, noch jung. „Aber auch diese Veranstaltung britzer buergerverein neukoellnhat schon Tradition“, sagte Jürgen Rose. Am vergangenen Mittwoch konnte er erneut Neuköllner Kandidaten für die Abgeordneten-hauswahl und reichlich interessiertes Publikum begrüßen. „Die AFD haben wir bewusst nicht eingeladen, und so bleibt es auch“, positionierte sich der Vereinsvorsitzende gleich zu Anfang.

Vertreter anderer Parteien sind durchaus eingeladen und wären willkommen gewesen, doch: Einerseits haben die Sommerferien begonnen und Weiterlesen

Neues auf der Streuobstwiese im Böhmischen Dorf

Die Streuobstwiese zwischen Richardplatz und Donaustraße ist schon lange sich selber überlassen, was sie nicht gerade schöner machte. Der Karma Kultur e. V. will diesen Zustand nun zusammen mit Anwohnern ändern. Vor zwei Wochen fand ein streuobstwiese boehmisches dorf_neukoellnerstes Treffen statt, bei dem die künftige parallele Nutzung des grünen Refugiums als Hundeauslauf und Nachbarschaftsgarten diskutiert wurde. Weitere Ideen werden in Zettel-Boxen gesammelt, die im Café Dritter Raum und Linus sowie beim Quartiersmanagement Ganghoferstraße stehen. „Das nächste Anwohnertreffen ist für Anfang August geplant“, teilt Kwon Kim von Karma Kultur mit. Bis dahin werde auch mit dem Aufbau einer Infrastruktur begonnen, die es zulässt, gemeinsam mit der Anwohnerschaft die ersten Hochbeete einzurichten.

Was brauchen Seniorinnen und Senioren in Rudow – und was sollen sie bekommen?

Darum ging es bei einer Informationsveranstaltung, zu der am vergangenen Dienstag Dr. Franziska Giffey und Bernd Szczepanski ins Haus Harz eingeladen hatten. haus harz_neukoelln-rudowGemeinsam mit einem Mitarbeiter des Hochbau-amts wollten Neuköllns Bezirksbürgermeisterin und der Sozialstadtrat die Pläne der neuen Seniorenfreizeitstätte vorstellen und sich gleich-zeitig über die Wünsche und Bedürfnisse älterer Menschen im Ortsteil Rudow informieren.

„Die Finanzierung Ihrer neuen Freizeitstätte in Alt-Rudow 60 ist gesichert. Der Senat hat 675.000 Euro für das Projekt bewilligt. Wir können heute also beraten, wie das neue Haus aussehen soll“, teilte Bezirksbürgermeisterin Giffey den zahlreich Weiterlesen

In drei Räumen von Neuköllns Vorzeit bis in die Zukunft

war-ist-wird sein_gegenwart_galerie im saalbau neukoellnMan muss durch die Gegenwart, um in die Vergan-genheit zu kommen. Was macht das Leben in der Karl-Marx-Straße im Jahr 2016 aus? Dieser Frage gehen die Exponate nach, die derzeit im Zentrum der war-ist-wird sein_vergangenheit_galerie im saalbau neukoellnGalerie im Saalbau aus-gestellt werden.

Nur wenige Schritte weiter beginnt, in einem mit schwarzem Stoff verklei-deten Raum, die Historie. Wie lebte es sich im Jahr 1916 in Neukölln, als der erste Weltkrieg auf dem Höhepunkt war und Frauen noch kein Wahlrecht besaßen? Auch diesem Aspekt sind rund 60 Sechstklässler der Hermann-Boddin- und Richard-Schule gemeinsam mit Künstlern, Weiterlesen

Nachfeier des 7. Schillermarkt-Geburtstags

aenderungsschneiderei herrfurthplatz_neukoellnMan schrieb das Jahr 2009, und der Schillerkiez war Neuköllns trister Vorposten zu einem großem Nichts, dem Tempelhofer Feld. Dort war der Flugverkehr zwar bereits 2_eroeffnung schillermarkt 2009-05-16_neukoellneingestellt, aber bis zur Öffnung des Freizeitareals sollte noch ein Jahr vergehen. Auf dem Herrfurthplatz stand noch eine Telefonzelle und rund um den Platz gab es einen Supermarkt, die Filiale des Beschäftigungsträgers Bequit eine Apotheke, eine Kita, eine Änderungsschneiderei, das SPD-Bürgerbüro, einen Kulturverein und eine Eckkneipe.

Noch trostloser sah es allerdings in anderen Straßen des Kiezes aus. Kurzum – mit dem Schillerkiez von heute hatte der Schillerkiez damals kaum Weiterlesen

Völkerverständigung geht durch den Magen

„Wir sind kein Imbiss. Wir machen ein Integrationsprojekt“, klärt Neuköllns Sozial-stadtrat mobile baeckerei_alfred-scholz-platz_brote aus der heimat_neukoellnBernd Szczepanski einige Neugierige auf, die ihn fragen, warum auf dem Alfred-Scholz-Platz heute zwischen Bänken und Tischen Gemüse geputzt wird und im Hintergrund ein imposantes Fahrzeug steht. Auch der SPD-Bezirksverordnete Wolfgang Hecht ist an diesem Mittwochvormittag gekommen, um sich anzuschauen, wie das Bezirksamt Neukölln ein kulinarisches Zeichen für Völkerverständigung und die Integration geflüchteter Menschen setzt. „Essen ver-bindet die Menschen überall auf der Welt. Zusammen mit der Firma Weiterlesen

Nähe von Bienen zu Menschen als Gefahr und Therapie

Die Initiative Berlin summt unterstützt an vielen repräsentativen Standorten Berlins die Aufstellung von Bienenstöcken und wurde 2014 dafür mit dem Naturschutzpreis der ritter_kind_sanfte bienen_vivantes neukoellnStiftung Naturschutz ausgezeichnet. Auch am Vivantes Klinikum Neukölln summt es bereits: Das Krankenhaus hat in zwei Stöcken „sanfte Bienen“ angesiedelt. Vorgestern wurde bei einem Presse-termin erläutert, warum Bienen so wichtig für die Natur sind und wie sie darüber hinaus Kindern in psychiatrischer Behandlung helfen können.

„Bienen streicheln ist fast genauso abenteuer-lich wie einen Löwen streicheln“, sagt Dietmar Ritter, der Hobby-Imker und seit 1981 Krankenpfleger in der Kinderpsychiatrie ist. „Traumatisierte Kinder Weiterlesen

„Wir standen uns extrem selber im Weg“

plakat lesung yigit muk_stadtbibliothek neukoellnAutorenlesungen finden in der Stadtbibliothek Neukölln normalerweise abends statt. Nicht so am vergangenen Donnerstag. „Es ist eine ungewöhnliche Zeit, aber wir haben auch einen ungewöhnlichen Autor zu Gast“, haack_muk_raemer_stadtbibliothek neukoellnbegrüßte Bibliothekar Ralph Haack (l.) das Publikum, bevor er Yiğit Muk (M.) vor-stellte, der seine Karriere vom Hauptschulproll zum Einser-Abiturienten in dem Buch „Muksmäuschenschlau“ veröffentlicht hat. Was weder Haack und Ehrengast Jan-Christopher Rämer (r.), noch die Schulklassen im vollbesetzten Saal der Bücherei ahnen konnten: Es wurde auch eine Weiterlesen

Neuköllner gewinnt 59. Rollberg-Rennen

hermannstr_59. rollbergrennen neukoellnDen Startschuss für das Hauptrennen der Eliteklasse KT und A, B, C des 59. Rollberg-Rennens „Rund um die raemer_start 59. rollbergrennen neukoellnNeukölln Arcaden“ gab ges-tern um 13 Uhr Sportstadt-rat Jan-Christopher Rämer.

Zwei Stunden 24 Minuten und 16 Sekunden später rollte Marcel Kalz vom NRVg voegeding_stoehr_kalz_gessner_59. rollbergrennen neukoellnLuisenstadt 1910 e. V. als Erster nach 105 Kilometern mit deutlichem Abstand über die Ziellinie. Ihm folgten Konrad Geßner (P&S Team Thüringen) und der tschechische Fahrer Jan Stöhr (CK Pribam Fany Gastro Team). Geßner, Stöhr und Kalz waren bis zur letzten Runde Weiterlesen

Rundes Jubiläum zweier Institutionen im Harzer Kiez

„Spielen, lernen, Natur erleben“ ist das Motto in der Wildenbruchstraße 25, wo eine Kita für Ein- bis Sechsjährige und ein offener, pädagogisch betreuter Spielplatz direkt kuschke_liecke_40 jahre wilde ruebe neukoellnnebeneinander liegen. Freitag feierten die zum Eigenbetrieb Südost gehörende Kindertagesstätte Wildenbruchstraße und die vom Bezirksamt Neu-kölln betriebene Wilde Rübe mit einem großen Sommerfest gemeinsam ihr 40-jähriges Jubiläum.

„Im Harzer Kiez sind wir eine Institution“, sagte Brigitte Kuschnick (l., neben Falko Liecke), Leiterin der Wilden Rübe, bei der Begrüßung und illustrierte ihre selbstbewusste Einschätzung mit einer Beobachtung: „Oft kommen Eltern mit Kindern zu uns und erzählen, was sie selber für eine schöne Zeit  Weiterlesen

„Stella“ – ein Stück über die dunkelste Seite deutscher Geschichte in der Neuköllner Oper

Die Nazis waren die Bösen. Die Juden die Opfer. Natürlich stimmt das so im Großen und Stella_Frederike Haas+_A0C6364Ganzen. Doch so leicht zu kategorisieren ist das Leben nie. Denn wo gehört dann Stella Goldschlag hin? Eine Jüdin, die über 100 Juden in Berlin an die Nazi-Schergen verraten hat. Und weshalb verübt diese Frau, die die Nazi-Zeit überlebt hat, fünf Ehen eingegangen ist, im Jahr 1994 mit 72 Jahren Suizid? Wahrlich kein einfacher Stoff, für ein deutsches Singspiel: In der Neuköllner Oper trägt es den Titel „Stella – Das blonde Gespenst vom Kurfürstendamm“, und Peter Lund schrieb die Texte, Wolfgang Böhmer komponierte die Musik und Martin G. Berger führte Regie.

In der Mitte der Bühne ein einstöckiger, länglicher Bau. Doch ist es ein Bau? Nein, es ist auch ein Glaskasten, offen einsehbar für das Publikum, außerdem aber ebenfalls ein Zuhause, in dem Stella Weiterlesen

Handgemachtes für alle Sinne

Weil der Kultkölln – Jahrmarkt der Manufakturen in den letzten beiden Jahren so erfolgreich war, ist er in diesem nicht nur öfter und größer. Mit den Erfindern des kultkoelln-markt_neukoellnSOnntagsmarkts für Mode, Design und Trödel in der LOHmühlenstraße hat er auch einen neuen Veranstalter bekommen, was wiederum dazu führt, dass der vom Wind von seinem Standort vertrie-bene SOLOH bei Kultkölln weiterleben kann. Ende Mai hatte die Märktefusion auf dem Alfred-Scholz-Platz Premiere; morgen wird sie mit dem zweiten von drei Terminen in diesem Jahr fortgesetzt: Von 12 bis 22 Uhr laden etwa 60 Design- und Street-food-Stände zur sensuellen Erkundung der Welt des Handgemachten ein, während das Bühnenprogramm der Roadshow des Fujiama Nightclubs dafür sorgt, dass auditive Erlebnisse nicht zu kurz kommen.

Mehr Platz unterm Regenbogen

einweihung hort-garderobentrakt_regenbogen-schule neukoellnGestern, am Vortag des französischen National-feiertags, gab es an der Neuköllner Regenbogen-Schule schon einen Grund zum Feiern: Nach fast raemer_giffey_einweihung hort-garderobentrakt_regenbogen-schule neukoellneinjähriger Bauzeit bei laufen-dem Betrieb konnte endlich ein neuer Trakt des Horts für den deutsch-französischen Zug der Schule eingeweiht werden.

„Vorher war im Haus großes Gedränge, mit dem neuen Garderoben-Anbau haben wir im Arc-en-Ciel viel mehr Platz“, beschrieb Schulleiterin Dr. Angela Kuttner vor den Ansprachen von Bezirksbürgermeisterin Giffey und Schulstadtrat Weiterlesen

Zwischen Wirklichkeit und Wunschdenken: „Kann nicht auch mal die klassische Wirtschaft bei den Kreativen anklopfen, so dass die mal pitchen muss?“

Das Kreativnetz Neukölln hatte geladen – und zahlreiche Kreative waren gekommen, als am vergangenen Freitag auf dem Vollgut-Gelände der 3. Neuköllner Kreativ-Kongress rheinfeld_brosius_scheper_batz_raab_sieben_3.kreativkongress neukoellnmit dem Motto „Under Construction“ über die Bühne ging. Er verstehe sich als Plattform zum Austausch von Erwartungen und Sichtweisen der Akteure aus Verwaltung, Politik, mittelständischer Wirtschaft und Kultur- und Kreativwirtschaft. „So wird eine Begegnung auf Augenhöhe möglich“, avisierten die Organisatoren in ihrer Einladung.

Die Realität unterschied sich davon jedoch deutlich. Einem Klassentreffen ähnele das hier, charakterisierte mancher die Veranstaltung. „Ich würde mir wünschen, dass sich mehr Wirtschaftsunternehmen Weiterlesen

Dabei sein ist alles

flughafenkiez-olympiade_tempelhofer feldBis zum Beginn der Olympischen Spiele in Rio sind es noch drei Wochen und drei Tage, aber auf dem Tempelhofer Feld werden heute schon Medaillen verliehen: Noch bis zum Nachmittag tragen dort, initiiert vom bwgt e. V., Klassen der Neuköllner Hermann-Boddin- und Albert-Schweit-zer-Schule zum fünften Mal die Flughafenkiez-Olympiade aus. Der Wettkampfgedanke ist dabei allerdings zweitrangig. Im Vordergrund steht die Möglichkeit, an diversen, von Vereinen organi-sierten Stationen im Unterrichtsstunden-Takt klassische oder  Weiterlesen