Prominente Schnippelhilfen im Neuköllner Ricam Hospiz

rettig_becker_brueckner_giffey_ricam-hospiz neukoellnAn Neuköllns Bezirksbürgermeisterin lag es nicht, dass am Johannistag das Mittagessen im Ricam Hospiz verspätet auf den Tisch kam. Und Thomas Brückner (2. v. r., neben Ricam-Chefin Dorothea Becker) war ebenfalls unschuldig daran. Auch Frank Winkler und Klaus Rettig, die Köche des Hauses, waren zunächst im Plan, um pünktlich um halb 1 auftischen zu können. Doch dann mussten sie erfahren, dass ein Pressetermin die gewohnten Arbeitsabläufe gehörig ins Wanken bringen kann.

Insofern lieferten Dr. Franziska Giffey und der Estrel-Direktor also schon die Ursache für die Verzögerung. Denn sie hatten bei der letzten Hospizgala verabredet, an diesem Tag gemeinsam für Ricam-Patienten und die Sponsoren der Hospizküche ein Spargel-gericht zu kochen, um wintergarten ricam-hospiz neukoellndas Engagement für Hospize zu würdigen.

Letztere hatten es sich bereits im Wintergarten gemüt-lich dachterrasse ricam-hospiz neukoellngemacht. Auf der sich anschließenden Dachter-rasse der 1998 als erstes stationäres Hospiz in Berlin eröffneten Einrichtung ließ es sich an diesem bislang heißesten Tag des Jahres nur kurz aushalten. „Eigentlich Salatwetter“, bestätigt die Neuköllner Bezirksbürgermeisterin, die zwar gerne für Mann und spargel-saucen johannistag_ricam-hospiz neukoellnSohn kocht, doch ob ihres Jobs nur noch selten Zeit dafür findet: „Jeden Abend schaff ich es nicht, aber Sonntag werde ich es wieder tun.“ Ihr Sohn, erzählt Giffey, habe schon angemeldet, dass es gerne mal wieder Spargel geben dürfe. Auch Thomas Brückner, der im giffey_brueckner_ricam-hospiz neukoellnSeptember sein 20-jähriges Jubiläum in der Doppelspitze der Geschäftsführung des Estrel-Hotels feiert, beweist durch routinierte Handgriffe, dass der Umgang mit Töpfen, Pfannen, Messern und Sparschälern für ihn kein Neuland ist: Nach seiner Ausbildung zum Hotelkaufmann arbeitete er ein Jahr lang in der spargel johannistag_ricam-hospiz neukoellnKüche eines 5-Sterne-Hotels am Bodensee.

Frank Winkler ist bereits seit 15 Jahren als Koch im Ricam Hospiz tätig. Für rund 25 Leute, wie am Johannistag, kocht er jedoch selten. Normalerweise sind es 10 weniger, denn genau 15 Einzelzimmer stehen im Haus für unheilbar kranke Menschen mit nur noch geringer Lebenserwartung bereit. Trotzdem erfüllte die alte Küche die Ansprüche rettig_brueckner_giffey_winkler_ricam-hospiz neukoellnirgendwann nicht mehr. „Sie war nur als Teeküche geplant“, erklärt Winkler (r.). „Seit wir im Dezember 2014 die neue Küche bekommen haben, gibt es zwei Backöfen, acht statt vier Kochplatten und viel mehr Arbeitsfläche.“ Das habe die Bedingungen deutlich verbessert – und durch die offene Gestaltung der Küche können die Patienten ihm und Klaus Rettig (l.) bei der Zubereitung der Speisen zusehen. Was auf den Tisch im Gemeinschaftsraum oder Wintergarten kommt oder auf Wunsch auch im Zimmer serviert wird, hängt von den Menschen ab, die ricam-hospiz neukoellnhier ihre letzte Lebensphase verbringen: „Ich frag sie, was sie essen möchten und versuche auch Sonderwünsche zu erfüllen.“ Das Hauptaugenmerk liege immer darauf, frische und möglichst regionale Zutaten zu verwenden. Folglich kam der Spargel für das Essen am Johannistag natürlich aus Beelitz.

„Ohne die vielen Sponsoren hätten wir eine neue Küche niemals finanziell stemmen können“, sagt Ricam-Pressesprecher Maik ricam hospiz neukoellnTurni. Maßgeblichen Anteil daran hatten ein Küchenstudio und verschiedene Handwerksbetriebe, aber auch die Belegschaften zweier Firmen initiierten Sammlungen, um die Neuköllner Institution zu unterstützen, die Kranke auf ihrem letzten Stück Lebensweg begleitet.

Um dieses Bestreben erweitern zu können, das derzeit in einer ambulanten und einer stationären Einrichtung realisiert wird, plant das Ricam bereits etwas Neues: Auf dem Gelände des ehemaligen Gemeindezentrum der Dreieinigkeitsgemeinde in Rudow soll ein palliatives Tageszentrum entstehen, um eine Versorgungslücke zwischen der ambulanten und stationären Unterbringung zu schließen.

=ensa=

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