Geburtstag mit zwei Nullen

100.geburtstag ahrens_szczepanski_neukoellnDer Erste Weltkrieg sollte noch mehr als zwei weitere Jahre dauern, als in Schildow Anne und Gustav Beetz Eltern einer Tochter wurden. Hildegard nannten sie ihr jüngstes von drei Kindern, das am 20. Juni 1916 zur Welt kam, und eben die feiert heute ihren 100. Geburtstag. Wobei die große Feier erst am Wochen-ende stattfinden wird, weil Besuch von weither erwartet wird. Eng wurde es trotzdem auch schon am Ehrentag von Hildegard Ahrens in deren kleiner Wohnung im Schillerkiez.

Zu den ersten Gratulanten zählten Neuköllns Bezirks-bürgermeisterin Dr. Franziska Giffey und Sozialstadtrat Bernd Szczepanski (r.). Eine Vertreterin der Genezareth-Gemeinde, die der Jubilarin ab und zu im Haushalt hilft, sowie Nachbarn schlossen sich an. Schon vorher hatten Hildegard Ahrens‘ jüngster Sohn nebst seiner Frau sowie ein Nachbar, der längst zu einem guten Bekannten ahrens_giffey_szczepanski_neuköllnwurde, der rüstigen Rentnerin Glückwünsche und Geschenke überbracht.

Rund 40 Über-100-Jährige leben aktuell in Neu-kölln, teilt Szczepanski mit, der persönlich ab dem 95. Geburtstag zum Gratulieren kommt – wenn es erwünscht ist. Hildegard Ahrens brachte er nicht nur ein Präsent des Bezirks mit, sondern auch ein Glückwunschschreiben sowie einen 50 Euro-Schein von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller. Das sei usus, sagt er. hildegard ahrens_neukoellnKeineswegs üblich ist indes, dass die Zeitzeugen eines ganzen Jahrhunderts noch so fit wie Hildegard Ahrens sind. „Viel Naturkost und immer Mittagessen“, antwortet sie auf Franziska Giffeys Frage nach dem Patentrezept für ein so langes Leben. Ausflüge, die natürlich mit der Zeit kürzer werden, der regelmäßige Kaffeeklatsch mit Bekannten und Nachmittage, an denen Karten gespielt werden, gehören außerdem dazu. „Und momentan ge-nießt sie es sehr, bei uns im Garten zu sein“, ergänzt 100.geburtstag ahrens_giffey_szczepanski_neukoellnder 63-jährige Sohn Wolfgang.

„Ich muss unter Menschen sein“, sagt Hildegard Ahrens, die einst das Schneidern zu ihrem Beruf machte und damit in die Fußstapfen ihres Vaters trat. Ihr erster Mann, der Vater von Wolfgangs 76-jährigem Brude, fiel im Zweiten Weltkrieg. Wegen ihres zweiten Mannes zog sie 1984 von Köpenick nach Neukölln.

Mehr über Hildegard Ahrens und weitere Gleichaltrige erzählt die Ausstel-lung „Geb. 1916 – Gesichter eines Jahrhunderts“ von Iona Dutz und Josephine Raab, die vom 1. bis 25. Juli im Kreativraum im Körnerpark (Schierker Str. 8) zu sehen ist; Öffnungszeiten: Di. – So. 10 – 20 Uhr.

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