„Wir brauchen eine vernünftigere Straßenverkehrsordnung, die die Radfahrer und Fußgänger mitnimmt“

hofreiter_critical mass-aktion gruene neukoellnEin eigenes Bild vom Ernst des Radfahrerlebens in Neukölln konnte sich gestern Nachmittag Anton „Toni“ Hofreiter bei einer Fahrradtour vom U+S-Bahnhof Neukölln zum Hermannplatz machen. Der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundes-tag, der von 2011 bis 2013 Vorsitzender des Ausschusses für Verkehr, Bau und Stadt-entwicklung war, betonte die Bedeutung der Bundespolitik auch für den kommunalen Verkehr zu Fuß und mit dem Rad: „Die Berliner Bundespolitik stellt den Rechtsrahmen. Wir brauchen eine vernünftigere Straßenverkehrsordnung, die die Radfahrer und Fußgänger mitnimmt.“ Die Bundespolitik gebe zudem den Finanzrahmen vor. Hofreiter erklärte: „Erhalt der Verkehrswege vor Ausbau und grundsätzlich mehr finanzielle Mittel für die kahlefeld_koessler_hofreiter_szczepanski_kofbinger_critical mass-aktion gruene neukoellnKommunen kommen indirekt dem Rad- und Fußverkehr zugute.“

In die Tour mit dem Bundestagsabgeordneten (M.) zu dem die Neuköllner Grünen eingeladen hatten, reihte sich auch Sozialstadtrat Bernd Szczepanski (2. v. r.), der täglich per Fahrrad im Bezirk unterwegs ist. Außerdem nahmen die Abgeordneten Susanna Kahlefeld (l.) und Anja Kofbinger (r.) sowie Georg Kössler (2. v. l.) teil. Kössler, Initiator der Aktion und Direktkandidat der Grünen für das Berliner Abgeordnetenhaus im Wahlkreis 3, forderte mehr und sichere Parkgelegenheiten für Fahrräder sowie klar gekennzeichnete Fahrradwege. Dem Fahrradfahren gehöre die Zukunft: „Neukölln kann Vorbild-Bezirk für moderne Fahrradpolitik werden, denn viele Leute legen kurze Strecken zurück oder steigen an den U-Bahnhöfen um“, sagte Kössler. Auch Jochen Biedermann, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung der Neuköllner BVV, und Rhea Niggemann, Sprecherin des Grünen Kreisverbands Neukölln, radelten mit.

Die Gruppe kam ohne Schwierigkeiten auf über 15 Teilnehmer und konnte als sogenannte Critical Mass starten. Mehr als 15 Radfahrer dürfen nach § 27 StVO einen geschlossenen Verband bilden, der allerdings für andere Verkehrsteilnehmer deutlich erkennbar sein muss. Für Radfahrer eines Verbandes gilt u. a. nicht die radweg_neuköllnRadwegbenutzungspflicht nach § 2 Abs. 4 StVO, und sie dürfen auf der Fahrbahn zu zweit neben-einander fahren.

Kritisch, aber nicht grundsätzlich gegen den Radverkehr auf der Fahrbahn gerichtet, waren schließlich die spontanen Zwischenrufe von Regina Neuwald, die den Neuköllnern als Live-Kommentatorin des jährlichen Rixdorfer Stroh-ballenrollens bekannt ist. Neuwald forderte lautstark mehr Platz für Fußgänger auf den Bürgersteigen. Ob das vielleicht ein Thema für eine Nachfolgeveranstaltung ist?

=Christian Kölling=

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Eine Antwort

  1. Hallo ,
    meine lautstarke Forderung war : keine Radfahrer auf den Gehwegen und dieses bitte ernsthaft und ständig kontrollieren, dann reicht der Platz nämlich für die Fußgänger aus. Diese immense Gefährdung an Leib und Seele durch rücksichtslose Radfahrer auf den Gehwegen ist für mich auch ein Zeichen der gegenwärtigen politischen Vernachlässigung der Bürger und dem Erhalt der demokratischen Gesellschaft.

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