Mit vereinten Kräften

zuerich-gs_proneubritz-fruehjahrsputz_carl-weder-park_neukoellnLange bevor das Neuköllner Bezirksamt mit seiner Schön wie wir-Kampagne dazu appellierte, vor der eigenen Tür zu kehren, hatte der proNeubritz e. V. den Kampf um mehr Sauberkeit im Kiez bereits aufgenommen. Nur punktuell und temporär zwar, aber immer mit einem Erfolg, der sich in Säcken messen ließ.

Es müsse 2009 gewesen sein, als der Ortsteil-verein erstmals an einem Samstag die Anwohner zum Frühjahrsputz im Carl-Weder-Park aufrief, schätzt Bertil Wewer: „Erst seit letztem Jahr machen wir ihn freitags und vor allem mit Kindern aus umliegenden Kitas und Schulen.“ Die Nachbarn würden die Aktion zwar nach wie vor begrüßen, sich aber beim Mitmachen sehr zurückhalten, hecht_wewer_langenbrinck_caglar_zuerich-gs_proneubritz-fruehjahrsputz_carl-weder-park neukoellnumreißt der proNeubritz-Vorsitzende die Realität.

Ganz anders die Mädchen und Jungen der Kita Kleiner Fratz und von zwei Klassen der Zürich-Grundschule. Sie schlüpften gestern in orange-farbene Kehrenbürger-Westen, um mit Besen schuelerinnen zuerich-gs_proneubritz-fruehjahrsputz_carl-weder-park neukoellnund Holzzangen den Dreck anderer zu beseitigen. Ebenfalls unter die Müllsammler gingen neben proNeubritz-Vereinsmitgliedern und drei Stadt-teilmüttern Neuköllner SPD-Politiker: Der Bundestags-abgeordnete Dr. Fritz Felgentreu ließ es sich auch kurz vor der Eröffnung seines Bürgerbüros nicht nehmen mitzuhelfen; Joschka Langenbrinck kam als Vereins- und Abgeordnetenhaus-Mitglied in Personalunion, und Derya Caglar und Wolfgang Hecht repräsentierten die Bezirksverordnetenversammlung von zuerich-gs_proneubritz-fruehjahrsputz_carl-weder-park neukoellnNeukölln. Für den frühen Nachmittag hatte außerdem Dr. Franziska Giffey, die Initiatorin der bezirklichen proneubritz-fruehjahrsputz_carl-weder-park neukoellnSchön wie wir-Aktion, ihre Unter-stützung angekündigt.

„10 bis 15 Säcke werden wir der BSR wohl wieder zur Abholung hinstellen“, kalkuliert Bertil Wewer. Dabei wirkt der Park-abschnitt zwischen Rungiusstraße und Britzer Damm auf den ersten Blick nicht wie das Vorzeigemodell einer Dreckecke. Es sind überwiegend Kleinigkeiten, die entlang des Wegs und auf den Rasenflächen fallen gelassen werden: Zigarettenkippen, Kronkorken, Eispapier und eingetütete oder unverpackte Hundekacke. Die Art des Mülls habe wewer_proneubritz-fruehjahrsputz_carl-weder-park neukoellnsich verändert, sagt Wewer (l.): „Anfangs stießen wir beim Frühjahrsputz auch auf Spritzen oder mussten uns um den Abtransport von Sperrmüll kümmern.“ Das komme nun gar nicht mehr vor.

An anderen Stellen im Kiez ist ausgedientes Mobiliar auf Bürgersteigen aber sehr wohl noch ein Ärgernis. Deshalb war der diesjährige Großputz im Carl-Weder-Park zugleich Auftakt einer neuen Aktion des proNeubritz e. V.: Der Verein hat Aufkleber drucken lassen, die einerseits unmissver-ständlich das Unrechtsbewusstsein bei Sperrmüll-Entsorgern wecken sollen und sie auf die kostenlose Alternative namens BSR-Recyclinghof hinweisen. Andererseits will der Sticker mit dem plakativen 5.000 Euro-Schein, der auf Abgeladenes am Straßenrand geklebt werden soll, aber auch alle motivieren, dem Wachsen von Sperrmüllbergen vor der eigenen Haustür nicht nur zuzusehen, sondern sie zu melden, wenn sie noch Hügel sind.

=ensa=

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