Neukölln feiert das Erbe des Grubenkönigs

ausstellung 100 jahre koernerpark_neukölln arcaden

Wer Leute mal so richtig überraschen will, die im Neuköllner Norden gähnende Leere zwischen Hippem und Problemen vermuten, der führt sie gerne zum Körnerpark. Die verblüffte Feststellung „So was Schö-nes gibt’s in Neukölln?!“ kennt auch Jan-Christopher körnerpark-brunnen_neuköllnRämer, der mehr als 10 Jahre in unmittelbarer Nachbarschaft des Klein-ods wohnte.

Gestern eröffnete der Kul-turstadtrat in den Neukölln Arcaden eine Ausstellung, die vom Mobilen Museum Neukölln zum 100-jährigen Bestehen des Körner-parks gestaltet wurde und auf 16 Schautafeln die wechselvolle Geschichte des 3,6 Hektar großen Gartendenkmals darstellt. „Sie ist aber auch der Auftakt zu einem großen Fest“, kündigt Rämer, eingerahmt von Neukölln Arcaden-Managerin Franziska Krause und goesswald_raemer_krause_ausstellung 100jahre koernerpark_neukoelln arcadenDr. Udo Gößwald, dem Leiter des Museums Neukölln, an: Vom 4. Juni bis 11. September wird der Bezirk seine Parkperle mit einem 100-tägigen Jubiläumsprogramm gebüh-rend ausstellung 100 jahre körnerpark_neukoelln arcadenfeiern.

Man schrieb den 17. No-vember 1910, als Kaiser Wilhelm II. den Schen-kungsvertrag zwischen dem Grundstücksbesitzer Franz Körner und der Stadtge-meinde Rixdorf genehmigte. Aus der ausgenutzten Kies-grube zwischen Jonas- und Schierker Straße solle eine öffentliche Grünanlage werden, bestimmte der Geschäfts-mann und Hobby-Botaniker, der schon vorher einen Obst- und Blumengarten auf dem Gelände angelegt hatte. Ein halbes Jahr später starb Körner, der zuvor jedoch noch miterleben durfte, dass am Rande einer Kiesgrube in Britz, die er als Mitglied eines Konsortiums erworben hatte, eine Straße nach ihm benannt ausstellung 100 jahre koernerpark_neukoelln arcadenwurde. Fünf Jahre nach dem Tod des „Gruben-königs“, im Juli 1916, wurde der Körnerpark eröffnet.

„Körner ist mit Kies reich geworden, weil es Grundlage für den Baustoff der gesamten Stadt war“, bemerkt Dr. Udo Gößwald und erinnert daran, dass der Körnerpark früher einer der bekanntesten Orte in Berlin gewesen sei und häufig auf Postkarten abgebildet wurde. Anhand der Ausstellung könne man nun die gesamte Geschichte der Grünanlage verfolgen, die seit jeher ein Ort war, an dem ausstellung 100jahre körnerpark_neukoelln arcadensich die Bürger versam-melt haben und noch heute das Charakteristikum „Ein Park für alle“ mit Leben füllt.

Die Wanderausstellung lenkt aber nicht nur das Augenmerk auf die Epochen der Nutzung des Körnerparks als Ruheoase und Kulturstandort, sondern erinnert auch an eine gänzlich glanzlose Zeit von Körners Erbe: an Vernachlässigung, Zerstörung und Verfall. Anfang der 1970er Jahre war es, als aus dem einstigen Schmuckstück Neuköllns ein Schandfleck geworden war. Nachdem ein langes Kompetenzgerangel zwischen dem ausstellung 100jahre koernerpark_neukoelln arcadenBerliner Senat und dem Bezirk beendet werden konnte, wurde 1975 ein Sanierungsplan erstellt und 1977 mit den Arbeiten zur Wiederherstellung des ausstellung 100jahre koernerpark_neukölln arcadenOriginalzustands der Parkanlage begonnen.

Dass der Körnerpark heute – trotz der Belas-tung durch eine immens gestiegene Nutzerzahl, Parkord-nungsverstöße und Vandalismusschäden – so aussieht wie er aussieht, sei vor allem der täglichen Arbeit der Parkpfleger zu verdanken, hob Jan-Christopher Rämer hervor: „Deshalb ist das Fest zum 100-jährigen Geburtstag nicht nur eines vom Fachbereich Kultur, sondern auch vom Grünflächenamt.“

Die Wanderausstellung „100 Jahre Körnerpark“ ist noch bis zum 23. April in den Neukölln Arcaden in der Karl-Marx-Str. 66 zu sehen.

Informationen über die nächsten Stationen und die Begleitveranstal-tungen zur Ausstellung hier. Ab Anfang Mai wird für 5 Euro ein 100-seitiger Tageskalender mit dem Jubiläumsprogramm erhältlich sein.

=ensa=

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