Neues Stück von einer der ältesten Berliner Amateurbühnen

neukoellner operWer in die Neuköllner Oper geht, bekommt dort in der Tat meist Aufführungen des Genres Musiktheater geboten. Manchmal ist aber nicht drin, was draußen am Haus steht, denn die Neuköllner Oper ist seit 30 Jahren auch die Heimat der Vineta-Bühne, die vorher durch den Bezirk 1_mord im katharinenstift_vineta-buehne_neukoellner opertingelte, um ihre Stücke auf-zuführen. Das neueste heißt „Mord im Katharinenstift“ und hatte am vergangenen Sonnabend Premiere.

Die Kriminalkomödie, eine Eigenproduktion der im Januar 1900 am Vinetaplatz im Berliner Bezirk Wedding gegründeten Amateurbühne, führt in ein Kloster in der Mark Brandenburg: Die fünf Nonnen und zwei Novizinnen des Stifts wollen der Mutter Oberin ein Geschenk zum Geburtstag machen und einigen sich schließlich darauf, ihr das aus dem Whoopi Goldberg-Film „Sister Act“ bekannte Lied „I Will Follow Him“ 3_mord im katharinenstift_vineta-buehne_neukoellner operzu singen. Noch am selben Tag wird die Abwesenheit der Jubilarin für eine erste Probe genutzt. Schwester Johanna, die rechte Hand der Mutter Oberin, kostet sie ebenfalls aus, um ein Vorstellungsgespräch mit Maximilian Schleicher zu führen, der sich als Gärtner bewor-ben 2_mord im katharinenstift_vineta-buehne_neukoellner operhat. Der Mann gewinnt ihre Sym-pathien sofort, mit denen der Mutter Oberin hatte er es sich jedoch schon vorher ver-scherzt. Alle sind guter Dinge – bis Klara, die Köchin 4_mord im katharinenstift_vineta-buehne_neukoellner operdes Klosters, eine Tote findet. Die Polizei entdeckt Indizien, die auf ein Verbrechen hindeuten, und Kommissar Kleinschmidt beginnt mit den Ermittlungen.

Fast die Hälfte der 32 Mitglieder des renommier-ten Amateurtheaters ist in die Aufführung involviert, allein 11 agieren auf der Bühne. Barbara Grunow, die das Stück schrieb, schnitt zugleich die Hauptrolle der – etwas stark geschminkten – Schwester Johanna für sich zurecht, ließ aber auch den anderen ausreichend Raum, um mit beeindruckender Textsicherheit und grund-verschiedenen Charakteren überzeugen zu können. „An einem Stück arbeiten wir etwa ein Dreivierteljahr lang“, berichtet Ulrich Schlottau vom Vorstand des Vineta-Bühne 1900 e. V.. 5_mord im katharinenstift_vineta-buehne_neukoellner operGeprobt werde meist zweimal pro Woche. Für über die Hälfte der Schauspieler und Helfer hinter den Kulissen ist die Anreise nicht weit, weil sie in Nord- oder Süd-Neukölln wohnen. Andere kommen „aus Prenzlauer Berg, Moabit, 7_mord im katharinenstift_vineta-buehne_neukoellner operSteglitz, Tem-pelhof oder gar Heiligensee“.

Wenn sie nicht ihrem Hobby im Theater nach-gehen, arbeiten sie in Büros oder im Verkauf, als Lehrer, Handwerker, Mediziner, Techniker oder studieren. „Sogar einen Schornsteinfeger haben wir in unseren Reihen“, sagt Schlottau. Mit Barbara Sadowski (2. v. l.), die in der aktuellen Produktion die überaus weltliche, krimibegeisterte Novizin Katinka gibt, aber auch eine ausgebildete Schauspielerin. Das jüngste Ensemble-Mitglied sei 21 Jahre 6_mord im katharinenstift_vineta-buehne_neukoellner operalt, das älteste 89 – und das dienstälteste gehöre bereits seit über 60 Jahren dem Verein an, bei dem das Erarbeiten und Spielen von Komödien, Kinder-stücken, Bühnen-Hörspielen oder Krimis zwar im Mittelpunkt steht, der Gemeinschaftssinn aber außer-dem 8_mord im katharinenstift_vineta-buehne_neukoellner operdurch andere Freizeitaktivitäten gepflegt wird.

Mit dem zweistün-digen Stück „Mord im Katharinenstift“, bei dem Astrid Lange Regie führte, beweisen die Mitglieder des Ensembles erneut, dass sie die Liebe zum Theater vereint und mit ihrer Spielfreude zu begeistern wissen. Das Publikum bedankte sich mit anhaltendem Applaus für eine unterhaltsame Inszenierung mit einem überraschenden Ende. Dass es nach der Pause Momente gab, die ob des Klostergebräus „Wilde Johanna“ arg klamaukig gerieten: Geschmackssache. Mit dem Titel haben die Vineta-Akteure jedoch leider schon im Vorfeld zuviel verraten: „Tod“ statt „Mord“ hätte das Stück offener gelassen.

Mit weiteren Aufführungen der Kriminalkomödie „Mord im Katharinenstift“ gastiert die Vineta-Bühne vom 11. bis 13. sowie 18. bis 20. März in der Neuköllner Oper (Karl-Marx-Str. 131). Freitags beginnen die Vorstellungen um 20, samstags um 18 und sonntags um 16 Uhr; Eintritt: 10 Euro / 8 Euro für Frauen am Ladies-Day am 18. März (Karten-Telefon: 030 – 6867785).

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