Falsch und zu massiv: Futter als Gefahrenherd

schwaene landwehrkanal_kreuzberg_neukoellnIm Landwehrkanal an der Grenze zwischen Kreuzberg und Neukölln wurden in den letzten zwei Wochen vier tote Schwäne und zwei tote Möwen von der Wasserschutz-polizei geborgen. Grund des Vogelsterbens könnte sowohl die illegale Müllentsorgung im Kanal wie auch das Füttern der Vögel sein, teilte der BUND Berlin in einer gestern verbreiteten Pressemeldung weiter mit. Die Vogelkadaver würden deshalb jetzt obdu-ziert, um zu untersuchen, ob ein Zusammen-hang mit der illegalen Müllentsorgung und der falschen Fütterung besteht. Der Bund für Umwelt- und Naturschutz erinnert daran, dass in Berlin – wie in vielen Städten Deutschlands – das Füttern von Wasservögeln verboten ist. Wer den Vögeln wirklich landwehrkanal_kreuzberg_neukoellnhelfen will, solle dafür sorgen, dass ihr Lebensraum geschützt wird. Die Vögel bräuchten intakte Gewässer, in denen sie auch im Winter ausreichend artgerechte Nahrung wie Ufer- und Wasserpflanzen mit Insekten, Schnecken und Muscheln fänden, erklärte Vogelschutz-expertin vermüllungsprävention neuköllner schiffahrtskanalClaudia Wegworth vom BUND Berlin.

Von den negativen Folgen der Fütterung von Tieren für die Qualität des Wassers in Neuköllns Kanälen musste das FACETTEN-Magazin bereits im vergangenen Som-mer berichten. Ebenso mussten wir abermals das Dauerärgernis der Vermüllung am Neuköllner Schiffahrts-kanal vermuellung neukoellner schiffahrtskanalthematisieren.

Es ist zu erwarten, dass die Probleme im Frühjahr und Sommer eher zunehmen werden, wenn das Kanalufer als Freizeitfläche zur Erholung genutzt wird. Die Reinigung der Parkanlagen durch die BSR steht am 18. Februar um 17 Uhr im Ausschuss für Grünflächen, Natur- und Umweltschutz der BVV Neukölln auf der Tagesordnung. Vielleicht wird in diesem Zusammenhang die Situation auf den Grünflächen am Kanal ebenfalls angesprochen, auch wenn die Uferböschungen streng genommen nicht zu den Parkanlagen gehören. Nötig wäre es, den Vögeln, Fischen und nicht zuletzt den Menschen zuliebe.

=Christian Kölling=

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Eine Antwort

  1. Vor ein paar Wochen war der Kanal ja noch halb zugefroren. Also etwa Mitte Januar lagen noch Feuerwerkskörper, Böller, zerbrochene Flaschen etc. als Überreste von Silvester auf dem Eis. Gesehen hatte ich das an der Lohmühlenbrücke, geradezu flächendeckend.
    Das wird nach der Schmelze unter Umständen auch seinen Anteil gehabt haben.

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