Seltener Einblick: Apostolische Nuntiatur zum berlinweiten Aktionstag geöffnet

kapelle_apostolische nuntiatur neukoellnIm Rahmen des Aktionstages „Berlin sagt Danke!“ luden zahlreiche Institutionen gestern vorrangig ehrenamtliche Flüchtlingshelfer zum unentgeltlichen Besuch ein. Dabei bot sich auch die Möglichkeit, die auf der Neuköllner berlin sagt danke-tag_apostolische nuntiatur neukoellnSeite der Lilienthal-straße gelegene Apostolische Nun-tiatur des Heiligen Stuhls näher kennen zu lernen.

Mithin etwa 50 Menschen, zumeist im mittleren oder höheren Alter, machten davon Gebrauch. Begrüßt wurden sie im Empfangsraum von Pfarrer Jürgen Doetsch, der seit 2013 in der Apostolischen Nuntiatur tätig ist und sich ob der große Teilnehmerzahl positiv überrascht zeigte. Er erzählte, dass die Nuntiatur von den Organisatoren von „Berlin sagt Danke!“ gebeten wurde, sich an basilika_apostolische nuntiatur neukoellndem Aktionstag zu beteiligen. Dieser Bitte hätten empfangsraum apostolische nuntiatur neukoellnsie gerne entsprochen.

Pfarrer Doetsch berichtete, dass 1813 auf dem Wiener Kongress beschlossen wurde, dass alle Gesandten des Heiligen Stuhls in der Welt die Bezeichnung Nun-tius („der Gesandte“ bzw. „der Botschafter“) führen sollen. Bis zu ihrer Zerstörung im Jahr 1943 sei die Nuntiatur im Tiergarten und zur Zeit der „alten BRD“ in Bonn-Bad Godesberg gewesen, sagte Doetsch. 1990 kam es dann im Bundestag zum Hauptstadtbeschluss mit der Entscheidung für Berlin als Bundeshauptstadt. Infolgedessen zog auch die Nuntiatur nach Berlin. Es habe damals „drei Optionen für die Nuntiatur gegeben: am Wannsee, in Nikolassee und eben hier an diesem Standort.“ Am 28. Juli 2001 wurde die Nuntiatur dann offiziell auf dem Grundstück neben der St. Johannes-Basilika eingeweiht. Nicht überraschend war für mich die Antwort der Anwesenden auf seine Eingangsfrage: „Wissen Sie, in welchem Bezirk die Nuntiatur liegt?“ Fast alle wähnten sich fälschlicherweise in Kreuzberg – und nuntius_berlin sagt danke-tag_apostolische nuntiatur neukoellnsomit in dem Bezirk, dem auch die Organisatoren beim Senat die Veranstaltung zugeordnet hatten.

Anschließend stieß der Nuntius selbst zur Gruppe: Erzbischof Dr. Nikola Eterović (r.), ein Kroate, der seit Herbst 2013 der Apostolischen Nuntiatur vorsteht. Seine zumeist sehr diplomatischen Antworten, auch zur Frage nach den konkreten Aufgaben eines Nuntius, waren jedoch wenig erhellend. Erheblich interessanter waren die weiteren Informationen, die Jürgen Doetsch preisgab. Ob es auch eine Nuntiatur in der DDR gegeben habe, wurde er gefragt. „Die DDR“, antwortet der Pfarrer, „wollte Anfang der 1970er Jahre infolge des Bestrebens, sich mit der BRD gleichzustellen, auch eine eigene berlin sagt danke-tag_salon apostolische nuntiatur neukoellnNuntiatur haben.“ Doch mit der Wahl von Johannes Paul II. am 16. Oktober 1978, der gegen einen eigene Nuntiatur in der DDR war, kam es nie dazu. Eine weitere Frage bezog sich auf das Kirchenasyl. Das sei direkt in der Nuntiatur nicht möglich.

Der anschließende Rundgang führte die Besucher in zwei Räume im Erdgeschoss der Apostolischen Nuntiatur. In der ersten Etage befänden sich die Büroräume, im zweiten Stock die Wohnräume der vier Priester und des Nuntius, informierte Doetsch. Zusätzlich würden mehrere Schwestern in der Nuntiatur arbei-ten, wo sie für die Finanzverwaltung wie u. a. gemaelde im salon_apostolische nuntiatur neukoellnauch für das Bekochen der Belegschaft am Wochenende zuständig seien. Unter der Woche, erfuhr man, werde salon apostolische nuntiatur neukoellndiese Aufgabe von ei-nem Koch übernommen.

Im Salon, der ebenfalls gezeigt wurde, empfängt der Nuntius seine Gäste. „Neben Schinken hängen hier auch Bilder im mittleren Preissegment“, erklärte Pfarrer Doetsch selbstironisch. Anschließend konnte noch die Kapelle der Nuntiatur fenster der kapelle_apostolische nuntiatur berlin_neukoellnbe-sichtigt werden. Ein wunderschöner Raum mit viel weißem Marmor und Bronze. Wilhelm Buschulte fertigte die Buntglasfenster an, die Situationen aus der biblischen Geschichte berlin sagt danke-tag_apostolische nuntiatur_neukoellnzeigen. Sehr moderne, farbenprächtige Bilder, die einen großen Eindruck hin-terlassen.

Nach etwa 70 Minuten war schließlich die Führung durch das Gebäude beendet, das die meisten nur von außen kennen. So erging es bis gestern auch einem Besucher, der seit Jahren direkt gegenüber, auf der Kreuzberger Seite der Lilienthalstraße wohnt.

=Reinhold Steinle=

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